Die Bierstile der Craftbeer-Welt sind zahlreich. Am Anfang des Booms wurden hauptsächlich traditionelle Stile aus England und Irland interpretiert, mit der Zeit kamen auch deutsche und vor allem belgische dazu. Das sind die gängigsten Kategorien.
Barley Wine
Eines der stärksten und konzentriertesten Biere im Craftbeer-Universum. Ein extrem stark eingebrautes, dunkles Ale, das mitunter sogar in Fässern ausgebaut wird. Ein hoher Alkoholgehalt und dunkle Aromen vermitteln einen Wein-ähnlichen Genuss vor dem Kamin.
Eisbock
Ursprünglich eine traditionelle, wenngleich selten angewandte Methode, Bockbier durch Ausfrieren des Wassers stärker zu machen. Spektakulär wurde der Eisbock, als zwischen 2010 und 2012 die fränkische Brauerei Schorschbock und die schottische Brew Dog einen Kampf um das stärkste Bier der Welt ausfochten. Was zu Bieren mit einem Alkoholgehalt von 65 % und mehr führte.
Imperial Pilsner
Neben dem Wiener Lager einer der wenigen untergärigen Craftbeer-Typen. „Imperial“ bedeutet immer, dass eine Steigerung des ursprünglichen Themas vorliegt, in diesem Fall also ein Pilsener-Bier mit mehr Alkohol, mehr Hopfen und malzigeren Noten.
India Pale Ale, jenes Bier, das zum Inbegriff von Craft Beer wurde. Ursprünglich im 19. Jahrhundert von britischen Brauereien mit mehr Alkohol und Hopfen eingebraut, damit die Biere den Transport in die Kolonien überlebten. Während des CraftbeerBooms wurde das Ale zur Spielwiese neuer HybridHopfensorten aus den USA oder Neuseeland, womit plötzlich fruchtige, exotische Zitrusnoten im Bier vorkamen.
Lambic, Sauerbier
Ein ganz spezielles Bier aus Belgien, das natürlich – also ohne Zugabe von Bierhefen – vergoren wird, unter anderem durch die in der Weinwelt gefürchteten Brettanomyces-Hefen. Die Biere reifen in Fässern, können jahrelang gelagert werden und sind mitunter sehr sauer. Ein interessantes Nischenthema.
NEIPA
New England India Pale Ale, eine moderne Interpretation des IPA. Seine Eigenschaften sind die sehr starke Trübung und – sowohl dank der Hefe-Schwebstoffe als auch der Aromahopfen – stark fruchtige Aroma-Komponenten. Der Fruchtsaft unter den Craftbeers.
Session IPA
Ebenfalls eine moderne Interpretation des Klassikers, in diesem Fall aber mit geringerem Alkohol. Ziel beim Session IPA ist es, das gleiche fruchtig-bittere Trinkerlebnis zu generieren, dabei aber nicht so schnell betrunken zu werden.
Stout
Der dunkel-bitter-röstige Ale-Klassiker aus Irland ist ein Lieblingsthema der Craft-Brauer. Sei es in Form des mit Lactose gebrauten, cremig-schokoladigen Milk-Stout, sei es als nussiges, mit Haferflocken angesetztes Oatmeal-Stout, als extrem konzentriertes, alkoholreiches Imperial Stout und so weiter … OysterStout, das mit Austernschalen gebraut wird, ist historisch belegt, extrem selten, wurde aber sogar in Wien schon gebraut.
Wit
Die lebendigere, frischere Variante des Weißbiers aus Belgien. Beim trüben Wit werden Gewürze wie Koriander und Orangenschalen mitgebraut. Was kulinarisch kreativen Brauern ein weites Feld eröffnet.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 22/2026 erschienen.







