Am 25. Oktober 2026 werden die Uhren wieder auf Winterzeit zurückgestellt. Rund ein Drittel der Menschen spürt die Umstellung als kleinen Jetlag. Was dagegen hilft, und warum die halbjährliche Zeitumstellung trotz jahrelanger Debatte weiterhin gilt.
In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026, endet die Sommerzeit: Die Uhren werden um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt, die Winterzeit beginnt. Wer sich die Richtung nicht merken kann, greift zur bekannten Eselsbrücke mit den Gartenmöbeln: Im Frühjahr stellt man sie vor die Tür, im Herbst räumt man sie zurück in den Schuppen, und genauso wandert auch die Uhr.
Die Nacht der Umstellung bringt eine Stunde zusätzlichen Schlaf, danach wird es morgens früher hell und abends früher dunkel. Ganz beschwerdefrei verläuft der Wechsel trotzdem nicht: Umfragen zufolge klagen rund 30 bis 32 Prozent der Menschen in den Tagen danach über körperliche oder psychische Beschwerden, Frauen deutlich häufiger als Männer. Am häufigsten genannt werden Müdigkeit, Einschlafprobleme und Konzentrationsschwäche.
Mini-Jetlag im Herbst: Was wirklich hilft
Auch wenn der Herbstwechsel als milder gilt als die Umstellung auf Sommerzeit im Frühjahr, wirkt er wie ein kleiner Jetlag auf den Körper. Alfred Wiater, langjähriger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, erklärt dazu: „Die bisherige Winterzeit entspricht den Verhältnissen, die unter Berücksichtigung der natürlichen Lichteinflüsse für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus am günstigsten ist.“
Wer die Umstellung leichter wegstecken will, verschiebt Schlaf- und Aufstehzeiten schon einige Tage vorher in kleinen Schritten von zehn bis 15 Minuten pro Tag. Tageslicht und Bewegung an der frischen Luft helfen zusätzlich, den inneren Rhythmus neu auszurichten. Von Schlafmitteln raten Fachleute ab, hilfreicher seien beruhigende Tees, Entspannungsübungen oder ein warmes Bad vor dem Schlafengehen.
Warum die Zeitumstellung weiterhin gilt
Die halbjährliche Zeitumstellung wird seit Jahren diskutiert. 2019 stimmte das EU-Parlament mit großer Mehrheit für eine Abschaffung, seither konnten sich die Mitgliedstaaten aber nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen: Jedes Land müsste sich zwischen dauerhafter Sommer- oder Winterzeit entscheiden, ein Flickenteppich unterschiedlicher Zeitzonen innerhalb der EU würde Handel und Reiseverkehr erschweren. Ein neuer Termin für eine Entscheidung liegt bislang nicht vor, die Zeitumstellung bleibt damit vorerst bestehen.
