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Warum Sie regelmäßig Bitteres essen sollten

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An Bitterstoffe kann man sich gewöhnen
©APA, Christin Klose, dpa-tmn
Was haben Chicorée, Grapefruit und Kohlsprossen gemeinsam? In ihnen stecken Stoffe, die die Bitterrezeptoren unserer Zunge wahrnehmen - und die besonders gesund sind. Aber nicht jedem schmecken bittere Lebensmittel. "Das ist angeboren und wird als Sicherheitsgeschmack bezeichnet", erklärt Christina Esser, Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

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Ein bitterer Geschmack signalisiert uns: Vorsicht, das hier könnte giftig sein! Viele Pflanzen produzieren diese Stoffe, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Aber an Bitterstoffe kann man sich gewöhnen. So lässt sich etwa erklären, dass uns der erste Schluck Kaffee im Leben meist nicht schmeckt.

Bitterstoffe fördern die Verdauung, denn sie verbessern die Produktion von Magensäure und Gallenflüssigkeit. Das macht es dem Körper leichter, Fettiges zu verdauen. Bitteres verringert außerdem das Hungergefühl und reduziert die Lust auf Süßes - nicht nur für Menschen mit Diabetes und Übergewicht ein Vorteil. Laut Christina Esser wirken Bitterstoffe außerdem entzündungshemmend und können das Risiko für Herzerkrankungen verringern.

Wer mehr Bitterstoffe in die Ernährung einbauen will, tut das am besten Schritt für Schritt. Tricksen kann man, indem man bittere und süße Komponenten kombiniert. "Vogerlsalat und Radicchio gemischt mit Granatapfelkernen, dazu ein herzhaft-süßes Dressing könnte ein schmackhafter Start sein", rät Christina Esser.

In einigen Fällen schon. Vorsicht ist zum Beispiel dann angesagt, wenn Zucchini, Gurke oder Kürbis bitter schmecken. Diese Gemüsesorten sollten nämlich nicht bitter sein - sind sie es doch, stecken unerwünschte giftige Pflanzenstoffe drin. Dann entsorgt man das Gemüse besser.

Wer Grapefruit isst oder als Saft gepresst trinkt, sollte im Hinterkopf behalten, dass sich dadurch die Wirkung von Medikamenten abschwächen oder verstärken kann. Das gilt zum Beispiel für Cholesterinsenker oder Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Einige Nahrungsergänzungsmittel basieren auf Extrakten von Pflanzen, die Bitterstoffe enthalten. So gibt es zum Beispiel Kapseln mit Artischocken-Extrakt. Die Ökotrophologin Astrid Tombek empfiehlt, lieber auf das frische Gemüse als auf Tropfen, Kapseln oder Tabletten zu setzen. "Das ist preislich günstiger, schmackhafter und aufgrund der weiteren enthaltenen gesunden Bestandteile besser."

Und: Bei Nahrungsergänzungsmitteln kann es zu Überdosierungen kommen. Setzt man auf die natürlichen Bitterstoffe aus Gemüse, Kräutern und Salat ist das ausgeschlossen - allein wegen des bitteren Geschmacks, der uns irgendwann zu viel wird.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Christin Klose/Christin Klose

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