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Später Gruß der Feuchtblattern: Sieben Fragen zur Gürtelrose

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Der Ausschlag besteht aus roten, brennenden Bläschen
©APA, Christin Klose, dpa-tmn
Wetten, Sie erinnern sich noch an Ihre Feuchtblattern, sofern Sie welche hatten? An die vielen, vielen juckenden Bläschen auf der Haut? Man war froh, als das Virus wieder weg war. Wieder weg? Ein Trugschluss. Denn die Erreger der Feuchtblattern, Varizella-Zoster-Viren, verschwinden nicht aus dem Körper. Mit ein wenig Pech kommen sie eines Tages als Gürtelrose zurück. Acht Fragen und Antworten rund um die Erkrankung, die man auch als Herpes Zoster kennt.

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Gürtelrose kann in jedem Alter auftreten. Einzige Voraussetzung: Man muss im Leben einmal an Feuchtblattern erkrankt sein. "Denn der Erreger schlummert auch Jahrzehnte danach noch latent in den Nervenzellen", sagt Prof. Daniela Hartmann, Chefärztin und Dermatologin an der München Klinik.

"Ausgelöst wird diese Reaktivierung durch eine Schwächung des Immunsystems." Diese kann verschiedene Auslöser haben: Stress, Erkrankungen, Medikamente - oder manchmal schlichtweg das Alter. Übrigens: Auch wer als Kind gegen Feuchtblattern geimpft wurde, kann an Gürtelrose erkranken. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings gering, und die Erkrankung verläuft meist ohne Komplikationen.

Erkennen kann man die Gürtelrose am Hautausschlag. Er besteht aus roten, brennenden Bläschen, oft an einer Seite des Rumpfes. Oft zeigt er sich gürtelförmig, daher kommt der Name. Dazu sind Nervenschmerzen ein typisches Symptom. "Gürtelrose kann den ganzen Körper betreffen", sagt Prof. Alexander Dalpke. Er ist ärztlicher Direktor am Zentrum für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Auch der Trigeminusnerv und damit Augen und Ohren können bei einer Gürtelrose schmerzen, ebenso Genitalien und innere Organe. In seltenen Fällen bleiben die Bläschen aus und es kommt nur zu Nervenschmerzen.

Schon bevor sich die ersten Bläschen zeigen, bemerken Betroffene typischerweise ein Kribbeln oder Stechen, allgemeine Mattheit und unspezifische Schmerzen, die sich wie Muskelkater anfühlen können. Alexander Dalpke rät: "Bei Verdacht auf Gürtelrose unbedingt schnell zum Arzt gehen.

Antivirale Mittel wie Aciclovir bremsen das Virus und lindern Schmerzen – aber nur, wenn sie im Anfangsstadium gegeben werden." Vor allem aber reduziert die Behandlung das Risiko für schwerwiegende Komplikationen und anhaltende Nervenschmerzen. Übrigens: Bei schweren Verläufen kann eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nötig sein.

Der Verlauf dauert meist zwei bis vier Wochen. Danach ist der Spuk längst nicht immer vorbei: "Bei bis zu 20 Prozent aller Patienten entwickelt sich eine sogenannte Post-Zoster-Neuralgie, auch postherpetischer Schmerz genannt", sagt Daniela Hartmann: "Dabei handelt es sich um quälende Nervenschmerzen, die oft jahrelang andauern." Von ihnen können auch Augen und Ohren betroffen sein, dann besteht zudem das Risiko von Hörverlust und Sehschäden.

"Die Gürtelrose ist deutlich weniger ansteckend als die Feuchtblattern, die per Tröpfcheninfektion quasi mit dem Wind übertragen werden können – daher auch der Name", sagt Alexander Dalpke. Wenn man die Bläschen der Gürtelrose gut abdeckt, ist die Ansteckungsgefahr gering. Gerade den Kontakt mit Schwangeren, Säuglingen und Immunschwachen sollte man dennoch meiden. Kommt es zu einer Ansteckung, erkrankt der oder die Angesteckte übrigens nicht an Gürtelrose, sondern an Feuchtblattern.

Im Grunde für alle, die bereits in ihrem Leben die Feuchtblattern durchgemacht haben. Für sie beträgt das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, über die gesamte Lebenszeit gesehen rund 33 Prozent. Damit ist sie keine seltene Erkrankung. Da das Risiko mit dem Alter steigt, empfehlen Expertinnen und Experten die Impfung allen ab 60 Jahren. Für Menschen mit Vorerkrankungen gilt die Impfempfehlung bereits ab dem Alter von 18 Jahren. Für diese Gruppen ist die Impfung in Österreich gratis.

Wichtig: "Auch wer bereits eine Gürtelrose überstanden hat, sollte sich danach impfen lassen, denn das Virus bleibt weiterhin im Körper und kann auch mehrfach reaktiviert werden", sagt Alexander Dalpke.

Möglicherweise. Das Portal "infektionsschutz.de" des deutschen Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) verweist auf entsprechende Studienergebnisse. Sie deuten darauf hin, dass die Impfung auch eine schützende Wirkung für Gehirn und Blutgefäße haben könnte. Es brauche jedoch weitere Untersuchungen, um dies zu bestätigen.

ARCHIV - Zwei Pikse braucht es für den vollen Impfschutz gegen Gürtelrose. Der Abstand zwischen den beiden Impfungen beträgt zwei bis sechs Monate. (zu dpa: «Später Gruß der Windpocken: 8 Fragen zur Gürtelrose») Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn/dpa - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

ILLUSTRATION - Einen Gürtelrose-Verdacht lässt man am besten so früh wie möglich ärztlich abklären. Dann gelingt Gegensteuern - etwa mit Medikamenten - am besten. (zu dpa: «Später Gruß der Windpocken: 8 Fragen zur Gürtelrose») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

ILLUSTRATION - Brennender Hautausschlag, dazu garstige Nervenschmerzen: Eine Gürtelrose ist unangenehm. (zu dpa: «Später Gruß der Windpocken: 8 Fragen zur Gürtelrose») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

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