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Sicher zur Schule: Gefahren am Schulweg erkennen und vermeiden

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Es ist oft der erste große Akt der Freiheit, wenn der Nachwuchs den Schulweg ganz alleine antreten darf. Was die Kleinen mit Stolz erfüllt, sorgt bei den Eltern oft für Bauchweh, denn Gefahren am Schulweg sind vielfältig. Gerade jetzt im Herbst und Winter spielen auch Dunkelheit und Nässe eine große Rolle. Die gute Nachricht ist jedoch, dass viele potenziell gefährliche Situationen durch Erkennen gebannt werden können.

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Gefährlicher Straßenverkehr

Die größte Gefahr für Kinder am Schulweg stellen Autos dar, wobei das Überqueren der Fahrbahn jener Moment ist, der zu den häufigsten Unfällen im Straßenverkehr führt. Schon bei guter Sicht kann das eine Mammutaufgabe sein. Kinder im Vorschulalter haben zum Beispiel ein Sichtfeld, das im Vergleich zu Erwachsenen um 30 Prozent kleiner ist. Sie nehmen also Gefahren im Augenwinkel, etwa durch herannahende Autos, viel später war. Ihnen fehlt die Lebenserfahrung, die ihnen ermöglicht, die Entfernung und Geschwindigkeit von Fahrzeugen oder sich selbst richtig einzuschätzen. Laufen sie zwischen geparkten Autos auf die Fahrbahn, kommen sie für Autolenker:innen meist wie aus dem Nichts. Rein logisch verstehen Kinder noch nicht, dass sie quasi unsichtbar sind, obwohl sie das herbeikommende Auto doch sehen können.

Laut Unfallstatistiken, wie sie zum Beispiel der ÖAMTC oder das Kuratorium für Verkehrssicherheit erheben, verursachen Ablenkung und Unachtsamkeit etwa 28 Prozent aller Unfälle. Smartphones, Smartwatches, Kopfhörer und Herumalbern mit anderen Kindern sind am häufigsten die Ursache für Unaufmerksamkeit. Oft wiegen sie sich am Zebrastreifen in Sicherheit und warten nicht ab, ob sie ihn gefahrlos betreten können. Im Herbst kommen zu diesen Unwägbarkeiten noch witterungsbedingte Gefahren am Schulweg dazu:

  • Nebel, Dunkelheit am Morgen und früh einsetzende Dämmerung machen dunkel gekleidete Kinder fast unsichtbar.

  • Nässe durch Regen oder Nebelschwaden sowie Eisbildung verlängern den Bremsweg enorm.

  • Schlechtes Wetter führt dazu, dass viel mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen. Das erhöhte Verkehrsaufkommen, daraus resultierender Stau und Stress in weiterer Folge tragen zu Unfällen bei.

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 © Istockphoto

Mehr Sicherheit am Schulweg: Tipps

Den Weg in die Schule selbstständig zu bewältigen, gehört zu den wichtigsten Entwicklungsschritten im Leben jedes Kindes. Obwohl es verständlich ist, dass Eltern ihre Kinder auf jede erdenkliche Art schützen möchten, sind aber das Bringen und Abholen zur sowie von der Schule kontraproduktiv. Je öfter und regelmäßiger Kinder ihre Verkehrstüchtigkeit unter Beweis stellen können, desto besser sind sie geschützt. So können Sie als Elternteil dazu beitragen:

  • Üben Sie den Schulweg vor dem ersten Mal Alleinegehen ausführlich und zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Machen Sie Ihr Kind dabei auf mögliche Gefahrenstellen aufmerksam.

  • Auch wenn der Schulweg vermeintlich sitzt, ist es sinnvoll, in unregelmäßigen Abständen das Kind zumindest streckenweise zu begleiten. So können Sie Unsicherheiten nehmen und das Verkehrswissen Ihres Kindes auffrischen. Oft ändern sich Gegebenheiten auch durch Baustellen oder geänderte Verkehrsregeln.

  • Die Schultasche und Kleidung des Kindes sollten mit Reflektoren ausgestattet sein. Helle Jacken oder sogar Warnwesten tragen zur Sichtbarkeit bei.

  • Stress hat am Schulweg nichts verloren. Planen Sie genügend Zeit ein, so dass Ihr Kind nicht hetzen muss.

  • Schließen Sie eine gute Unfallversicherung ab – für den Fall der Fälle kommen dann zu den ohnehin großen Sorgen nicht auch noch finanzielle dazu.

Bleiben Sie daher immer sachlich und machen Sie Ihrem Kind keine Angst, sondern vermitteln Sie Sicherheit und Zuversicht.

Gefahren abseits der Straße

Vielen Kindern fehlt das Bewusstsein für Gefahrensituationen schlicht deshalb, weil sie glücklicherweise nicht damit konfrontiert werden. Statistisch gesehen ist es selten, dass Menschen mit kriminellen Absichten Kindern am Schulweg auflauern. Doch Wissen ist Macht und gerade das Fremde ist für viele Eltern die größte und emotionalste Sorge. Erklären Sie Ihrem Nachwuchs in altersgerechter Sprache, dass von fremden Menschen – Männern wie Frauen! – Gefahr ausgehen kann.

  • Kinder dürfen nie mit Fremden mitgehen und sollten den "Ich habe Süßigkeiten" oder "Möchtest du Hundebabys sehen"-Trick kennen. Oft wissen Kinder das, allerdings fehlt ihnen häufig der Bezugsrahmen für "fremd". Sie stellen sich darunter eine Märchenfigur oder eine finstere Gestalt vor. Nicht den "lieben" älteren Mann mit den Hundebabys. Kinder müssen erst lernen, dass man "böse" niemandem ansieht. Die Regel muss also lauten: Gehe niemals mit jemandem mit, der nicht Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel, Tante, Geschwisterkind oder sonst irgendwie vertraut ist.

  • Kinder dürfen nie in ein Auto einer anderen Person einsteigen, wenn das nicht vorher für genau diesen Tag mit den Eltern abgesprochen wurde. "Mama hat mich angerufen, ich soll dich abholen, weil sie ins Krankenhaus musste und ich dich hinbringen soll" spielt mit Ängsten der Kinder, gaukelt ihnen ein Naheverhältnis der Eltern zu dieser Person vor und lässt sie unachtsam werden. Für solche Fälle muss es ein vereinbartes Familiengeheimwort geben. Hat die unbekannte Person das nicht, muss das Kind sofort weglaufen.

  • Ein NEIN ist immer okay und nicht unhöflich. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, eigene Grenzen zu setzen und respektieren sie diese.

  • Wird ein Kind von einer ihm unbekannten Person gepackt, soll und muss es sich heftig wehren. Damit Außenstehende die Situation nicht für einen Familienstreit halten, sollte das Kind "Hilfe! Das ist nicht mein Vater/meine Mutter" schreien.

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