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Innsbrucker Chirurgie-Leiter sieht Fachzukunft in KI-Tools

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Etwa bei Transgender-Operationen, Brustoperationen oder Handchirurgie
©APA, Roland Schlager
Der Leiter der Innsbrucker Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Dietmar Ulrich, ist von der zunehmenden Wichtigkeit von KI-Tools für seine Fachdisziplin überzeugt. Künftig könnten diese etwa im Vorfeld von Brust-OPs, Handchirurgie oder Transgender-Operationen zum Einsatz kommen. "Die KI errechnet dabei ein normales weibliches Gesicht", sagte Ulrich bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

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Diese von der Künstlichen Intelligenz generierte "Normalität" könne unter anderem bei geschlechtsangleichenden Operationen eine Rolle spielen, bei denen es darum gehe, "das Gesicht eines Patienten fraulicher zu gestalten", konkretisierte Ulrich. Selbiges gelte auch für Brustoperationen: "KI unterstützt uns dabei, eine durchschnittliche Brust vor der OP darzustellen." Dazu bediene sich die KI aus "einem möglichst großen Pool an 3D-Bildern" und werde entsprechend immer besser, "je mehr sie damit gefüttert wird", erklärte der Klinikchef die Funktionsweise. Diese Vorab-Darstellungen sparten letzten Endes Zeit und machten sonst manchmal notwendige, kleine Korrekturen nach der Operation zunehmend überflüssig.

Eine ganz ähnliche Funktion spiele die KI auch bei der Handchirurgie. "Mit Hilfe von 3-D-Kameras lassen sich zum Beispiel gewöhnliche Funktionsweisen einer gesunden Hand berechnen", führte der Wissenschafter aus, der seine leitende Tätigkeit in Innsbruck mit November 2025 aufgenommen hatte. Diese Berechnungen wiederum eröffneten die Möglichkeit einer "KI-App" für das Smartphone: "Damit können Patienten mit Übungen vor der Handykamera nach der Operation auch Fortschritte bis hin zur Normalität feststellen und vergleichen." Auch eine weitere KI-App sei möglich: "Der Patient könnte mit einer KI-App beispielsweise fragen, ob ein blaues Augenlid zwei Tage nach der Operation normal ist oder eben nicht."

Damit stehe die Künstliche Intelligenz ganz im Dienste des Anspruchs der plastischen Chirurgie. "Es geht stets darum, so unauffällig wie möglich Form und Funktion wiederherzustellen." Sein Fach sei viel mehr "als nur Schönheitschirurgie", betonte Ulrich. So habe man es im Bereich der Plastischen Chirurgie beispielsweise mit Unfällen, Nervenschäden, Tumoren oder Ähnlichem zu tun, beschrieb der Top-Wissenschafter und gebürtige Deutsche die Bandbreite der plastischen Chirurgie.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/ROLAND SCHLAGER

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