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Für den Überblick hilft ein Medikationsplan aus der Hausarztpraxis. Er sollte aktuell und vollständig sein: Auch selbst gekaufte Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel gehören in die Übersicht, ebenso Naturheilprodukte. Wichtig sind Angaben dazu, welches Mittel wann und in welcher Menge angewendet wird. Die Liste kann man bei Arzt- und Apothekenbesuchen vorlegen.
Expertinnen und Experten empfehlen, sich über Wirkung, mögliche Neben- und Wechselwirkungen, Dosierung, Zeitpunkt und Art der Anwendung sowie Lagerung der Arzneien zu informieren. Eine Medikationsanalyse in der Apotheke kann helfen, mögliche Wechselwirkungen zu erkennen.
Fragen lassen sich in der Arztpraxis, der Apotheke oder zum Teil mit Pflegefachpersonen klären. Die wichtigste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Am besten die Fragen vorher aufschreiben und die Antworten selbst notieren oder schriftlich mitgeben lassen.
Manche Arzneimittel müssen kühl, andere lichtgeschützt aufbewahrt werden. Nach dem ersten Öffnen sollte man prüfen, bis zu welchem Tag ein Medikament verwendbar ist und dieses Datum auf der Verpackung notieren. Auch die Haltbarkeit der übrigen Medikamente sollte regelmäßig kontrolliert werden. Wichtig: Rezepte und Medikamente rechtzeitig besorgen, bevor der Vorrat aufgebraucht ist.
Vor jeder Anwendung prüfen, ob Medikament, Dosis und Zeitpunkt stimmen. Hände vor dem Anfassen der Medikamente waschen und gut trocknen. Bei der Einnahme sollte die pflegebedürftige Person möglichst aufrecht sitzen und ein Glas Wasser ohne Kohlensäure erhalten.
Gut zu wissen: Nicht jedes Arzneimittel darf in eine Tablettenbox umgefüllt werden. Die Apotheke kann dazu beraten. Dort lässt sich auch nach einer Verblisterung fragen. Dabei werden Medikamente nach Einnahmezeiten vorsortiert und einzeln verpackt.
Eine Tablette teilen oder auflösen, eine Kapsel öffnen? Vorher in der Arztpraxis oder Apotheke klären, ob das erlaubt ist. Sonst kann sich die Wirkung verändern.
Lassen sich Medikamente nicht wie ärztlich angeordnet anwenden oder wirken sie nicht wie vorgesehen, sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden. Lehnt die pflegebedürftige Person die Einnahme ab, keinen Zwang ausüben und im Zweifel auch hier ärztlichen oder pflegefachlichen Rat suchen.
Auch die eigenen Bedürfnisse brauchen Platz: Expertinnen und Experten empfehlen, regelmäßig Pausen einzulegen und sich Zeit für Hobbys und Kontakte zu nehmen. Ein Spaziergang, ein Treffen mit Freunden oder Entspannungsübungen können Ausgleich schaffen. Wichtig ist auch, die eigenen Belastungsgrenzen anzuerkennen und offen zu sagen, welche Aufgaben man übernehmen kann und welche nicht. Angehörige können Familie, Freunde oder Nachbarn gezielt um Hilfe bitten und bei Bedarf einzelne Pflegeaufgaben an einen Pflegedienst abgeben.
Über Sorgen und Gefühle zu sprechen, kann ebenfalls entlasten - mit vertrauten Menschen oder anderen pflegenden Angehörigen, etwa in einer Selbsthilfegruppe. Schlafprobleme, ständige Müdigkeit, Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit können Anzeichen für Überlastung sein. Dann sollte man sich möglichst rasch Unterstützung für die Pflege organisieren und ärztlichen Rat einholen.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Christin Klose/Christin Klose
