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Eisfabrik als Pilotprojekt: Wiener Start-up entwickelt Solarfassade für bestehende Gebäude

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©Patrick Johannsen

Das Wiener Unternehmen Spectral hat eine Solarfassade entwickelt, die bestehende Gebäude zur Stromerzeugung nutzt und zugleich deren Erscheinungsbild verändert. Die erste Anlage wurde in der Eisfabrik Wien installiert und produziert seit September 2026 Strom.

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Mit der sogenannten Structural Solar Façade will das Wiener Unternehmen Spectral bislang ungenutzte Fassadenflächen für die Stromproduktion erschließen. Während Photovoltaikanlagen auf Dächern vergleichsweise einfach nachgerüstet werden können, sind gebäudeintegrierte Solarlösungen häufig auf Neubauten ausgerichtet.

Das von den Gründerinnen Zsuzsa Péter und Anna Gulinska entwickelte System soll diese Lücke schließen. Eine spezielle Unterkonstruktion ermöglicht die Montage an bestehenden Gebäuden mit vergleichsweise geringen baulichen Eingriffen. Halbtransparente Photovoltaikmodule ersetzen dabei herkömmliche Fassadenverkleidungen, erzeugen Strom und sorgen gleichzeitig für eine Verschattung des Gebäudes.

Erste Anlage in der Eisfabrik Wien in Betrieb

Die erste Structural Solar Façade wurde in der Eisfabrik Wien realisiert. Auf einer Fläche von 24 Quadratmetern wurden 32 Solarmodule mit einer Transparenz von 50 Prozent und einer installierten Gesamtleistung von 1.840 Watt Peak verbaut. Seit September 2026 produziert die Anlage Strom.

Für die technische Umsetzung arbeitet Spectral mit Bollinger + Grohmann in der Tragwerksplanung und Werner Sobek in der Detailplanung zusammen. Die Montage übernahm die Montron GmbH.

Photovoltaik als Teil der Gebäudearchitektur

Mit dem Fassadensystem verfolgt Spectral einen Ansatz, bei dem Photovoltaik nicht als nachträgliche technische Ergänzung, sondern als Bestandteil der Architektur verstanden wird. Die lichtdurchlässigen Module sollen Energiegewinnung, Tageslichtnutzung und gestalterische Anforderungen miteinander verbinden.

Die Entwicklung richtet sich sowohl an die Sanierung bestehender Gebäude als auch an Neubauprojekte. Insbesondere im urbanen Raum könnten dadurch zusätzliche Flächen für die dezentrale Stromerzeugung erschlossen werden.

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