Der Flughafenverband AÖV schließt sich den Landeshauptleuten von Wien und Niederösterreich an. Die Airports verweisen auf ein Passagierminus von 5,5 Prozent im Sommer.
Die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV) fordert die Abschaffung der staatlichen Flugabgabe. Der Verband schließt sich damit einer Forderung der Landeshauptleute von Wien und Niederösterreich an. Aus Sicht der Flughäfen würde der Schritt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken sowie Flugverbindungen und Arbeitsplätze sichern.
Was die Flugabgabe kostet
Die Flugabgabe wird für Abflüge von österreichischen Flughäfen eingehoben. Seit 1. September 2020 beträgt sie 12 Euro pro Passagier. Für Flüge unter 350 Kilometern sind 30 Euro fällig.
Passagierrückgang im Sommer
AÖV-Präsident Julian Jäger, zugleich Vorstand der Flughafen Wien AG, begründet die Forderung mit Abwanderung ins Ausland. Österreich verliere Flugverbindungen und Kapazitäten an Standorte in Nachbarländern, an denen Airlines günstigere Bedingungen vorfänden. Mit dem Flugverkehr wanderten auch Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Tourismus ab.
Laut Jäger verzeichneten die heimischen Flughäfen von Juli bis September einen Passagierrückgang von 5,5 Prozent. Eine Abschaffung der Flugabgabe würde die Position der österreichischen Airports im internationalen Wettbewerb „deutlich verbessern“.
Bundesländer-Airports schließen sich an
Auch die Flughäfen in den Bundesländern unterstützen den Vorstoß. AÖV-Vizepräsident Wolfgang Grimus, Geschäftsführer des Graz Airport, verweist auf stagnierende Passagierzahlen. Eine Trendwende sei derzeit nicht erkennbar. Es brauche daher Entlastungen und Rahmenbedingungen, die dem internationalen Wettbewerbsdruck standhalten.
Die AÖV wurde 1956 gegründet und vertritt die Verkehrsflughäfen Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Wien.
