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Die bisweilen viel geschmähte Röhre im Berg macht es möglich: Die ÖBB bekommt auf der Mitte Dezember 2025 mit viel Pomp und Euphorie eröffneten Koralmbahn Konkurrenz. Der private Anbieter Westbahn nimmt am Sonntag um 6.15 Uhr ab Wien Hauptbahnhof den Weg in den Süden. Um 8.45 Uhr ist man in Graz, um 9.30 Uhr in Klagenfurt und schließlich um 9.54 Uhr in Villach, nach knapp drei Stunden und 40 Minuten Fahrzeit. Wien und Klagenfurt sind somit mit der Westbahn nur noch drei Stunden und zehn Minuten voneinander entfernt. Von Villach aus wird um 5.08 Uhr Richtung Wien gestartet, um 6.14 Uhr wird man in Graz bzw. um 8.45 Uhr in Wien am Hauptbahnhof sein. Der letzte Zug aus der Hauptstadt nach Villach fährt um 18.15 Uhr (Ankunft 21.54 Uhr) ab, in die Gegenrichtung von Villach ab 18.08 Uhr, bei Ankunft 21.45 Uhr in Wien Hauptbahnhof.
Ab 1. März beginnt die Westbahn mit drei täglichen Verbindungen in beide Richtungen. Ergänzt wird dies ab 26. März durch einen nachfrageorientierten Fahrplan mit vollem Westbahn-Angebot an Freitag, Samstag, Sonntag, rund um Feiertage und in den Ferien mit fünf Verbindungen pro Richtung. Ab 29. Mai werden täglich fünf Verbindungen pro Richtung auf der Südstrecke angeboten. Ab diesem Zeitpunkt halten die Züge in Semmering (anstelle Payerbach-Reichenau). Der stufenweise Ausbau berücksichtigt die Bauarbeiten der ÖBB-Infrastruktur auf der Südstrecke im Zeitraum von 14. März bis 28. Mai.
Gehalten wird vorerst nicht in allen größeren Stationen, die die ÖBB auf der Südstrecke anfährt. So stoppt die Westbahn in Meidling, nimmt dann die Pottendorfer Strecke nach Wiener Neustadt, Payerbach-Reichenau (bis 28. Mai, ab 29. Mai ist der Halt Semmering), Bruck/Mur, Graz, Kühnsdorf-Klopeiner See, Klagenfurt, Pörtschach und Villach. Mit der Eröffnung des Semmeringbasistunnels Ende 2029 bzw. Anfang 2030 peilt die Westbahn zwischen Wien und Klagenfurt den Stundentakt an. Die dafür erforderlichen Züge müsse man bereits 2026 bestellen, hatte man 2025 angekündigt.
Drei neue SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge des Schweizer Herstellers Stadler bilden den Grundstock für das rollende Material auf der Südstrecke. Zwei starten am Sonntag, die dritte kommt Mitte März. Sie sind in Niederflur-Ausführung gebaut und können im grenzüberschreitenden Personenverkehr eingesetzt werden, wegen der Zulassungen für die Schweiz, Deutschland, Italien und Österreich. Die SMILE sind bis zu 250 km/h schnell, verfügen über elf Waggons und haben eine Gesamtlänge von 202 Metern. An jedem Sitzplatz befinden sich Steckdosen und WLAN gibt es gratis. Das Angebot umfasst 422 Sitze. Die SMILE-Garnituren sind auch bei der Schweizer SBB im Einsatz und fahren unter anderem durch den Gotthard-Basistunnel. Sie verbinden Zürich mit Mailand, in weiterer Folge soll bei der SBB die Strecke Frankfurt-Mailand dazukommen.
Am Tag vor der ersten Fahrt legt die Westbahn je einen Stopp in Wiener Neustadt von 8.49 bis 9.50 Uhr und Graz von 11.46 bis 12.45 Uhr ein. Die neuen Züge können in den jeweiligen Hauptbahnhöfen etwa eine Stunde von innen und außen begutachtet werden, eine Mitfahrt ist nicht möglich. Kostenlose Kennenlernfahrten gibt es hingegen zwischen Villach und Kühnsdorf-Klopeiner See. In Villach fährt man um 14.08 Uhr bzw. 16.08 Uhr Richtung Kühnsdorf-Klopeiner See, von dort wieder um 15.19 Uhr und 17.09 Uhr retour nach Villach.
( S E R V I C E - Nähere Info unter https://westbahn.at/news/unsere-reiseziele/ab-in-den-sueden/ abrufbar.)
