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KV-Verhandlungen der Elektroindustrie gehen in die 2. Runde

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Die Sozialpartner arbeiten noch an der Justierung der Einkommen 2026
©APA, dpa, Bernd von Jutrczenka
Die Kollektivvertragsverhandlungen der Elektro- und Elektronikindustrie für 2026 gehen Freitagmittag in die zweite Runde. Die Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaften PRO-GE und GPA fordern im Vorfeld ein "faires Angebot für nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhungen" für die rund 60.000 Beschäftigten in der Branche, die Arbeitgebervertreter des Fachverbandes FEEI wiederum verweisen auf die schwierige wirtschaftliche Lage.

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Die Arbeitnehmer kontern: Es gebe sehr erfreuliche Ergebnisse, die unter anderem mit hoher Auslastung, Investitionen und vollen Auftragsbüchern einhergingen, so Reinhold Binder (PRO-GE) und Eva Scherz (GPA). Neben den Erhöhungen von Löhnen, Gehältern und Lehrlingseinkommen fordern sie ein Plus bei der Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro/Stunde. "Zudem steht unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung auf dem Forderungsprogramm", so die Spitzen des Gewerkschaftsteams.

Ein Blick auf die KV-Verhandlung des Vorjahres zeigt: Bis zu einer Einigung der Sozialpartner in der Elektroindustrie kann es dauern. 2025 waren dafür fünf Treffen notwendig. Die KV-Löhne und Mindestgrundgehälter wurden damals um 3 Prozent erhöht. Die Ist-Löhne bzw. -Gehälter stiegen um 2,75 Prozent bzw. maximal 115 Euro.

Die Elektroindustrie leitet traditionell die Frühjahrslohnrunde für insgesamt rund 130.000 Industriebeschäftigte ein, so wie dies die Metaller im Herbst tun. Bereits zur Wochenmitte haben PRO-GE und GPA in einer Aussendung betont, dass sie Nulllohnrunden "keinesfalls akzeptieren" werden. "Wenn die Arbeitgeberseite in der Frühjahrsrunde an ernsthaften sozialpartnerschaftlichen Kollektivvertragsverhandlungen interessiert ist, dann sollte sie ihre Fantasien über Nulllohnrunden schleunigst begraben", so die Botschaft der Gewerkschaften.

Um den Druck zu erhöhen, haben am gestrigen Donnerstag 250 Betriebsrätinnen und Betriebsräte der chemischen Industrie eine Versammlung im oberösterreichischen Hörsching veranstaltet. Hier stocken die KV-Verhandlungen für rund 50.000 Beschäftigte. "Die seitens der Arbeitgeber gebotene Einmalzahlung in der Höhe von 250 Euro ohne jegliche nachhaltige Erhöhung der Löhne und Gehälter führte zu großer Empörung", betonten danach die Arbeitnehmervertreter. Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Lehrlingseinkommen um 3,5 Prozent.

Keinen Sozialpartner-Konsens gibt es auch bei den Banken. Die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag für die rund 68.000 Beschäftigten in der Finanzbranche sind auch in der fünften Runde ohne Ergebnis geblieben. Und auch in der Tourismus- und Gastrobranche blieb bisher die Küche kalt. Zwei Gesprächsrunden mitsamt einem holprigen Start haben die Sozialpartner hier hinter sich.

Es gab in den vergangenen Wochen aber auch Abschlüsse. Die Papier- und Pappe verarbeitende Industrie erhöht die Mindest- und IST- Löhne um 2,65 Prozent, aber mindestens um 90 sowie maximal um 145 Euro. Für Angestellte im Baugewerbe und der Bauindustrie steigen die KV- Gehälter zwischen 3 und 3,6 Prozent. Asphaltierer, Schwarzdecker und Abdichter in Wien bekommen 3 Prozent mehr. Für Journalistinnen und Journalisten steigen die Gehälter um 2,7 Prozent.

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