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"Wir wollen uns international noch stärker aufstellen", betonte Mikl-Leitner in der Pressekonferenz in St. Pölten. Mehrere östliche Länder sollen von der Niederösterreich Werbung noch stärker "beackert" werden. Potenzial wird vor allem bei Urlaubern aus Tschechien, der Slowakei, Polen und Ungarn gesehen. Diese sorgen derzeit für rund 688.000 Nächtigungen pro Jahr, bis 2030 sollen es 100.000 mehr sein. In den vergangenen zehn Jahren sei die Anzahl der internationalen Gäste um rund 20 Prozent gestiegen, betonte die Landeshauptfrau. Vermarktet werden sollen beispielsweise Natur- und Aktiv-Angebote sowie Weinreisen.
Die Initiative "Selected Stays", mit der besondere Unterkünfte wie Chalets oder Schlösser beworben werden, wird laut Mikl-Leitner "sehr gut angenommen". Von den 81.650 Gästebetten in Niederösterreich entfallen rund 15.750 auf den Vier-Sterne-Bereich, bis 2030 sollen 500 neue in dieser Kategorie geschaffen werden. Niederösterreich setze weiterhin auf Ausflugs-, Urlaubs-, Gesundheits- und Wirtschaftstourismus, sagte die Landeshauptfrau. Damit werde das Bundesland als Ganzjahresdestination positioniert. In Urlaubsregionen wie dem Semmering- und Raxgebiet sowie in der Wachau sollen Projekte zur nachhaltigen öffentlichen Mobilität unterstützt werden.
Gearbeitet wird auch am Bürokratieabbau. Digitalisiert werden sollen Gästemeldung, Taxenabrechnung und Tourismusstatistik. 2028 startet ein Pilotprojekt, ab 2029 ist die flächendeckende Einführung geplant. Ziel sei "weniger Zettelwirtschaft und mehr Zeit für die Gäste", so Mikl-Leitner. Zudem wird das Beteiligungsmodell der NÖBEG - NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH (NÖBEG) von 30 auf 50 Prozent der förderbaren Investitionskosten ausgeweitet.
Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), hob hervor, dass die neue Strategie Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft der Unternehmen in den Mittelpunkt stelle. "Die wirtschaftliche Situation ist für den Tourismus herausfordernd", hielt er fest. Es brauche etwa leistbare Energie, niedrigere Lohnnebenkosten und weniger Bürokratie, "zusätzliche Belastungen durch überzogene Vorgaben müssten unbedingt in der Zukunft vermieden werden".
Niederösterreich verzeichnete heuer von Jänner bis Ende August einen Rückgang um 2,0 Prozent bei den Nächtigungen, während die österreichweite Statistik ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausweist. 2025 wurden bundesweit neue Rekorde erzielt. In Niederösterreich gab es dagegen jeweils ein leichtes Minus um 0,3 Prozent auf 7,3 Mio. Nächtigungen und um 0,4 Prozent auf rund 3 Mio. Ankünfte im Jahresvergleich. Bei Urlaubern aus dem Ausland gab es ein Plus, bei inländischen ein Minus. Die Rückgänge seien zu einem wesentlichen Teil auf vorübergehende Schließungen aufgrund von Investitionen in die Qualität und Modernisierung des touristischen Angebots zurückzuführen - etwa in Moorbad Harbach, hieß es auf Nachfrage.