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Zuckerersatz Xylit könnte das Herz schädigen

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Künstliche Süßstoffe werden häufig verwendet, um Zucker zu ersetzen
©APA/APA/dpa-tmn/Andrea Warnecke/Andrea Warnecke
Der Zuckeraustauschstoff Xylit (Xylitol) könnte das Herz schädigen. Das hat eine Langzeitanalyse von Wissenschaftern der Charité Berlin anhand von kanadischen und europäischen Personengruppen gezeigt. Die Studie wird beim weltgrößten Kardiologenkongress, der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München, vorgestellt.

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"Künstliche Süßstoffe werden häufig verwendet, um Zucker zu ersetzen. Xylitol ist ein Zuckeralkohol, der natürlich im Körper als Nebenprodukt des Glukosestoffwechsels vorkommt und in einigen natürlichen Lebensmitteln in sehr geringen Mengen vorhanden ist. Xylit wird außerdem - oft in über 1.000-fach höheren Mengen - hinzugefügt, um Lebensmittel, Getränke und Mundpflegeprodukte künstlich zu süßen. Trotz seiner zunehmenden Anwendung wurde die langfristige Wirkung von Xylit auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Ereignissen (kardiovaskulär; Anm.) bisher nicht umfassend untersucht", schrieb die medizinische Fachgesellschaft, deren Kongress an diesem Wochenende (28. bis 31. August) abläuft.

Der Frage hat sich ein Wissenschafter-Team rund um Marco Witkowski von der Berliner Universitätsklinik Charité angenommen. Die Experten analysierten die Daten von 17.710 Teilnehmern von zwei Beobachtungsstudien: einer epidemiologischen Langzeituntersuchung aus Kanada (CLSA) und der European Prospective Investigation into Cancer (EPIC)-Norfolk.

"In früheren Studien haben wir gezeigt, dass Xylit die Fähigkeit von Blutplättchen zur Bildung von Blutgerinnseln erhöhen kann", wurde Witkowski zitiert. "Wir stellten außerdem fest, dass hohe Blutwerte von Xylitol bei Hochrisikopersonen über einen Zeitraum von drei Jahren mit Herz-Kreislauf-Ereignissen in Verbindung standen. Hier haben wir untersucht, ob Xylit die kardiovaskulären Ereignisse in einer größeren Stichprobe der Allgemeinbevölkerung über eine viel längere Nachbeobachtung erhöht."

Die Hauptergebnisse: Personen mit Xylitolspiegeln im obersten Viertel der Messungen hatten ein deutlich höheres Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (definiert als Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall) als solche mit Xylitolspiegeln im untersten Viertel. Über einen Nachbeobachtungszeitraum von sechs Jahren war das Risiko für ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis bei Personen mit den höchsten Werten um 57 Prozent höher als bei den niedrigsten Werten in der CLSA-Kohorte nach Korrektur bekannter Risikofaktoren (einschließlich Alter, Geschlecht, Rauchstatus, Cholesterin, Diabetes und Bluthochdruck).

Über einen Zeitraum von 30 Jahren war das Risiko in der EPIC-Norfolk-Studiengruppe schwerwiegender akuter Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei den Personen mit den höchsten Xylit-Werten um 18 Prozent größer als bei den niedrigsten Werten. Die Daten würden insgesamt auf eine dosisabhängige Beziehung hindeuten, so die ESC: "Je höher die Xylitol-Blutwerte, desto höher die kardiovaskuläre Ereignisrate."

"Künstliche Süßstoffe werden von Menschen konsumiert, die glauben, sie seien gesünder als Zucker, und werden von den Aufsichtsbehörden allgemein als sicher angesehen", sagte Witkowski. "Unsere Langzeitergebnisse in der Allgemeinbevölkerung zeigen, wie wenig wir über die Herz-Kreislauf-Sicherheit von Xylitol wissen, und deuten darauf hin, dass weitere Studien angebracht sind, insbesondere da die Menge an Xylitol in Produkten weiterhin zunimmt", schloss er.

ILLUSTRATION - Zuckeralternativen haben weniger Kalorien als Haushaltszucker und schonen die Zähne, aber ... (zu dpa: «Nur in Maßen: Warum das auch bei Zuckerersatz wie Xylit gilt») Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

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