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Das australische Work-and-Holiday-Visum ermöglicht Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, ein Jahr lang in Australien zu leben und zu arbeiten und wird häufig von Rucksack-Touristen (Backpackern) genutzt. Neben Österreich sind unter anderem auch Luxemburg und die Schweiz von der aktuellen Aussetzung betroffen. Der Visa-Stopp reiht sich in weitere Verschärfungen der australischen Einwanderungspolitik ein. So wurde erstmals ein Studiengang wegen mutmaßlichen Visa-Missbrauchs gestrichen. Zudem plant die Regierung eine Überarbeitung des sogenannten "General Skilled Migration" Systems.
Die sozialdemokratische Regierung Australiens steht zunehmend unter politischem Druck. Besonders die rechtspopulistische Partei One Nation fordert seit Jahren eine deutlich restriktivere Einwanderungspolitik. Bei einer Nachwahl im Mai 2026 gewann die Partei erstmals einen Sitz im australischen Unterhaus. Auch in Umfragen legte One Nation zuletzt zu. Parteichefin Pauline Hanson verband in der Vergangenheit Einwanderung wiederholt mit dem "radikalen Islam" und warb für eine kulturelle "Monokultur".
Australiens wirtschaftlicher Erfolg ist eng mit der erfolgreichen Einwanderungspolitik des Landes verbunden. Das Innenministerium unterscheidet unter anderem zwischen qualifizierter Migration, von Arbeitgebern gesponserten Visa, Familien- und Partnermigration sowie humanitären Visa. Eine zentrale Rolle spielt die sogenannte "General Skilled Migration". Dabei werden Bewerberinnen und Bewerber nach einem Punktesystem bewertet. Punkte gibt es unter anderem für Alter, Englischkenntnisse, Berufserfahrung und akademische Abschlüsse. Auch die Nominierung durch einen Bundesstaat kann zusätzliche Punkte bringen.
Auch dieses System soll überarbeitet werden. Ab Mitte 2027 will die Regierung die Punktevergabe neu gestalten und dabei jüngere, hoch qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber mit sehr guten Englischkenntnissen stärker gewichten.
Mit den Maßnahmen will die Regierung die jährliche Nettozuwanderung von zuletzt rund 300.000 auf 225.000 Personen senken. Neben den Rucksacktouristen nimmt sie dabei auch internationale Studierende stärker ins Visier.
Julian Hill, Staatssekretär für internationale Bildung, ließ erstmals einen Studiengang aus dem australischen Bildungssystem streichen. Betroffen ist das sogenannte "Graduate Diploma of Management". Laut Hill hatten viele der Studierenden zuvor bereits eine Visa-Ablehnung erhalten, zudem sei die Studienabbruchsquote bei dem Programm sehr hoch gewesen. "Australien heißt weiterhin ernsthaft interessierte internationale Studierende willkommen, die eine erstklassige Ausbildung anstreben, und muss dabei den Fokus konsequent auf Qualität, Integrität und ein hervorragendes Studienerlebnis legen", erklärte Hill in einer Aussendung.
SYDNEY - AUSTRALIEN: FOTO: APA/APA/AFP/DAVID GRAY
