Teelichtofen: Kann man damit heizen?

Angesichts der Energiekrise bangt so mancher um sein kuschelig warmes Heim in den kalten Wintermonaten. Droht uns tatsächlich ein Blackout, so ist diese Sorge nicht ganz unberechtigt und wer sich nach Alternativen umsieht, ist sicher nicht schlecht beraten. Seit einiger Zeit kursiert im Internet der sogenannte Teelichtofen als Heizalternative. Was dahinter steckt und worauf man achten muss.

von Teelichtofen © Bild: IMAGO/Bihlmayerfotografie

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Teelichtofen?
  2. Wie funktioniert er?
  3. Wie ist ein Teelichtofen aufgebaut?
  4. Warum benötigt man zwei Töpfe?
  5. Kann man damit tatsächlich heizen?
  6. Welche Gefahren birgt der Teelichtofen?

Was ist ein Teelichtofen?

Unter einem Teelichtofen versteht man eine Konstruktion aus Ton-Blumentöpfen und Teelichtern. Das Prinzip dahinter ist, dass durch die Teelichter der Ton erwärmt werden soll und anschließend die Wärme an den Raum abgibt.

Wie funktioniert er?

Entzündet man die Teelichter, so strömt warme Luft nach oben in den kleineren Topf. Da das Loch des Topfes oben verschlossen ist, sammelt sich die warme Luft und erwärmt die Topfwände. Ist der erste Topf gefüllt mit warmer Luft, so wird diese unter seinem Rand hinausgedrückt und strömt nun in den äußeren, größeren Topf. So zirkuliert warme Luft zwischen den Tontöpfen und erwärmt diese. Sie speichern die Wärme und geben sie an den Raum ab.

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Nun ist es aber so, dass die Energie der Teelichter nicht auf wundersame Weise vermehrt werden kann. Reicht es dann nicht, einfach die Teelichter im Raum aufzustellen? Theoretisch ja, der Hintergedanke beim Teelichtofen ist aber eben jener der Strahlungswärme, die von den Tontöpfen abgegeben werden soll. Prinzipiell kein schlechter Gedanke, denn Ton ist ein guter Wärmespeicher. Allerdings hat ein einzelnes Teelicht nur eine Energie von etwa 30 bis 40 Watt. Und selbst wenn man 4 oder 5 davon aufstellt, erreicht man immer noch keinen besonders hohen Wert – jedenfalls nicht für den Betrieb einer Heizung. Man kann jedoch erreichen, dass der innere Tontopf sich auf rund 110 Grad Celsius erwärmt, der äußere auf rund 55 bis 60 Grad Celsius.

Wie ist ein Teelichtofen aufgebaut?

Zunächst benötigt man einen Blumentopfuntersetzer aus Ton. In diesen wird mittig ein Loch gebohrt und durch das Loch eine etwa 10 Zentimeter lange Gewindestange geschoben und mittels Unterlegscheiben und Muttern senkrecht befestigt. Zwei unterschiedlich große Tontöpfe (z. B. mit 15 und 20 cm Durchmesser) werden nun mit Hilfe von Abstandhaltern (Kotflügelschrauben) auf der Gewindestange befestigt, so dass ausreichend Platz zwischen den beiden Töpfen bleibt. Zuletzt platziert man Teelichter unter den Töpfen auf dem Untersetzer und das ganze Konstrukt auf einer feuerfesten Unterlage wie einem Pizzateller oder einem Backblech.

Einen solchen Teelichtofen kann man ganz leicht mit Materialien aus dem Baumarkt oder Restbeständen der letzten Gartensaison selber bauen. Es gibt auch fertige Bausätze im Internet zu erwerben, die Kosten dafür liegen bei rund 50 Euro.

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Warum benötigt man zwei Töpfe?

Würde man nur einen Topf verwenden, würde dieser viel heißer werden. Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Der Topf würde sich so stark erhitzen, dass die Gefahr besteht, sich ernsthaft daran zu verbrennen.

An dem nur sanft erwärmten zweiten Topf kann man sich gefahrlos die Hände wärmen oder sogar eine Tasse eines heißen Getränkes warm halten, wenn die Stellfläche oben groß genug ist. Dafür reicht die erreichte Wärme auf jeden Fall. Zudem dient der zweite Topf dazu, die wärmespeichernde Masse zu vergrößern.

Kann man damit tatsächlich heizen?

Als Heizung ist der Teelichtofen definitiv nicht geeignet. Die Fläche dieses Ofens ist einfach zu gering und wird daher keine nennenswerte Raumerwärmung bewirken. Maximal kann man sich daran ein wenig die Hände wärmen. Selbst wenn man mehrere Öfen im Raum aufstellt, wird das keine effiziente Raumheizung ersetzen können.

Was der Ofen auf jeden Fall bringt, ist ein positiver psychologischer Effekt. Schon so eine kleine Wärme- und Lichtquelle kann zumindest ein gutes Gefühl schenken und für ein wenig Wärme sorgen – und ist in jedem Fall ein netter Deko-Gegenstand. Außerdem kann man den Teelichtofen betreiben, solange man Teelichter im Haus hat, auch über viele Stunden.

Sollte es tatsächlich im Winter bei Minusgraden zu einem Ausfall der Heizung kommen, kann es unter Umständen gelingen, mit Hilfe von Teelichtöfen die Temperatur zumindest so hoch zu halten, dass Rohre und Installationen nicht einfrieren und platzen.

Welche Gefahren birgt der Teelichtofen?

Wie bei jedem offenen Feuer muss man auf gute Belüftung und auf Feuersicherheit achten. Auch ein Teelicht kann, unachtsam platziert oder umgestoßen, für einen Hausbrand verantwortlich sein.

Außerdem wichtig sind folgende Maßnahmen:

  • Die Teelichter sollten beim Aufstellen des Ofens nicht zu nahe beieinander platziert werden. Ein Mindestabstand von 3 Zentimetern muss eingehalten werden.
  • Es sollten nie mehr als 2 Teelichter für einen Ofen verwendet werden - lieber mehrere Öfen aufstellen.
  • Der Abstand zwischen den Kerzen und den Töpfen muss groß genug sein, um eine Luftzirkulation zu ermöglichen.

Werden diese Regeln nicht beachtet, kann es passieren, dass ein sogenannter Wachsbrand entsteht, auch Kerzenbrand oder Teelichtbrand genannt. Ein solcher Brand kann mit Wasser nicht gelöscht werden, ähnlich einem Ölbrand auf dem Herd.

Warum kommt es zu einem Wachsbrand? Jeder brennbare Stoff hat in der Physik einen sogenannten Selbstentzündungspunkt. Das heißt, dass der Stoff sich bei dieser Temperatur von selbst entzündet, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist. So kann sich auch flüssiges Kerzenwachs ab einer bestimmten Temperatur selbst entzünden. Dies ist deshalb so gefährlich, weil die Temperatur des Wachses weit über dem Siedepunkt von Wasser liegt und es beim Versuch, mit Wasser zu löschen, zu einer explosionsartigen Verbrennung mit meterhohen Stichflammen kommt (Fettexplosion). Kerzen bestehen aus unterschiedlichen Materialien und haben daher unterschiedliche Entzündungspunkte. Teelichter haben meist einen hohen Rapsöl-Anteil, dessen Selbstentzündungstemperatur bei 300 Grad Celsius liegt. Werden zu viele und zu eng stehende Kerzen verwendet, steigt die Gefahr eines solchen Brandes enorm. Erstickt werden können die Flammen beim Wachsbrand zum Beispiel mit einem Topfdeckel oder einer Löschdecke.

Dazu kommt, dass Kerzen viel Sauerstoff benötigen – und diesen natürlich der Raumluft entziehen. Regelmäßiges Lüften ist also notwendig, wodurch allerdings die mühsam erwärmte Luft wieder nach draußen entweicht. Man sieht also, der Weisheit letzter Schluss zur Raumheizung ist ein Teelichtofen definitiv nicht – es spricht allerdings bei entsprechender Vorsicht nichts gegen die Verwendung als Deko oder als Handwärmer.