Gastherme: Vorteile, Wartung und Alternativen

Gasthermen sind für hunderttausende Haushalte in Österreich die Heizung der Wahl. Seit vielen Jahren wurde darauf gedrängt, Ölheizungen durch das viel „sauberere“ Gas zu ersetzen. Und das haben viele getan, vor allem in den Ballungszentren. Welche Vor- und Nachteile hat die Gastherme? Wer zahlt die Thermenwartung? Und welche Alternativen gibt es?

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Gastherme © Bild: Elke Mayr

Inhaltsverzeichnis:

Was ist eine Gastherme?

Beim Thema Gasthermen gibt es verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Für viele ist es ein Gerät, das an der Wand hängt, manche bezeichnen es als Etagenheizung, andere simpel als Gasheizung oder auch als Durchlauferhitzer. Grundsätzlich haben alle irgendwie recht, denn der Begriff Gastherme kann auf alle genannten Geräte angewendet werden. Prinzipiell macht eine Gastherme nämlich nichts anderes als Wasser zu erwärmen. Der Umfang dieses Dienstes macht den Unterschied.
Wird nur Wasser lokal erhitzt, spricht man vom Durchlauferhitzer (den es kaum noch gibt, außer bei Insellösungen, zum Beispiel in Büros oder Toiletten). Die anderen Geräte erhitzen meist Wasser auch für die Heizung. Je nachdem, wieviel man davon braucht, gibt es die Gasthermen mit oder ohne Speicher. Die „klassische“ Gastherme im Ballungsraum erwärmt meist Brauch- und Heizungswasser und kommt ohne Speicher aus.

Die Bestandteile der Gastherme

Eine Gastherme besteht auch verschiedenen Komponenten:

  • Brenner
  • Wärmetauscher
  • Umwälzpumpe
  • Membran-Druckausdehnungsgefäß
  • Regelungselektronik
  • Abgasleitungen
  • Heizungsrohre

Klingt viel und kompliziert – ist es für den Verbraucher aber nicht, denn die modernen Gasthermen sind äußerst kompakte und leicht zu bedienende Geräte.

So funktioniert die Gastherme

Im Gerät wird Gas (egal ob Erd-, Flüssig- oder Biogas – auch Beimischung von Wasserstoff ist möglich) zum Brenner geführt und erhitzt das Wasser im Wärmetauscher. Dieser bietet auf kleinem Raum viel Volumen und Oberfläche und sorgt so für eine effiziente Wassererwärmung. Ist das Wasser auf der richtigen Temperatur, wird es entweder als Brauchwasser oder Heizungswasser zur Verfügung gestellt. Im Heizkörper gibt es die Wärme dann ab und wird abgekühlt wieder dem Wärmetauscher zugeführt.

Welche Geräte gibt es?

Prinzipiell unterscheidet man zwischen wandhängenden und Standgeräten.

Wandhängende Geräte werden aufgrund des geringen Platzbedarfs häufig im Wohnungen oder Einfamilienhäusern eingesetzt. Man kann sie gut in Nischen oder Abstellräumen unterbringen, da sie sehr kompakt sind. Gasthermen mit integrierter Warmwasserbereitung kann man auch ohne Speicher betreiben, ohne deswegen auf den Komfort gleichmäßig warmen Wassers verzichten zu müssen. Diese Geräte gibt es jedenfalls als reine Heizlösungen oder mit integrierter Warmwasserbereitung (diese nach dem Durchlaufprinzip).

Standgeräte brauchen mehr Platz und werden meist im Keller untergebracht. Sie sind natürlich auch kostenintensiver, da sie auch für größere Flächen geeignet sind. In der Regel braucht man dann auch einen Wasserspeicher, um den erhöhten Bedarf bedienen zu können. Man kann hier auch eine Kombination auf Gasheizung und Solarthermieanlage einplanen – das spart Gas und Geld.

Hat man nicht genug Platz für einen separaten Speicher, kann man auch ein Kompaktgerät wählen, das Warmwasser und Heizung kombiniert. Hier unterbricht das Gerät den Heizbetrieb, wenn an einer Zapfstelle Warmwasser angefordert wird. Größere Wohnungen oder kleinere Häuser können so platzsparend versorgt werden.

Welches Gas wird in Gasthermen eingesetzt?

Welches Gas aus der Leitung kommt, kann man als Verbraucher nicht beeinflussen. Die Geräte können jedenfalls sowohl Erdgas als auch Biogas verwenden. Biogas ist chemisch vollkommen identisch, daher gibt es mit der Verwendung überhaupt kein Problem. Die neuen Geräte aller namhaften Hersteller sind außerdem Wasserstoff-ready. Das bedeutet, dass sie auch kein Problem damit haben, wenn ein bestimmter Anteil Wasserstoff dem Gas beigemischt wird. Die Energieversorger setzen zunehmend darauf, den Anteil an fossilem Gas schnell zu reduzieren.

Die größten Vorteile der Gastherme

Der größte Vorteil ist sicher die ausgereifte Technik. Seit vielen Jahren wird an dieser Technik geforscht und sie wurde dadurch immer sauberer und effizienter. Damit sank auch der CO2-Ausstoß kontinuierlich. Durch den Umstieg auf Grünes Gas wird dieser weiter sinken. Eine Gastherme ist außerdem ausgesprochen bequem für den Nutzer. Außer einer jährlichen Wartung muss man sich um nichts kümmern.

Die Thermenwartung

Gastherme
© Elke Mayr Die Gastherme muss regelmäßig gewartet werden

Wie oft muss die Therme gewartet werden?

Und das ist wörtlich zu nehmen. Gasthermen müssen einmal im Jahr von einem konzessionierten Betrieb gewartet werden. Bei Nichtbeachtung drohen zum Teil hohe Strafen (vor allem, wenn etwas passiert). Bei der Wartung wird die Funktionstüchtigkeit überprüft und wenn nötig werden Reparaturen durchgeführt.

Wer zahlt die Thermenwartung in der Mietwohnung?

Spannend ist das Thema für Mieter einer Wohnung (oder eines Hauses). Seit der Mietrechtsnovelle von 2015 muss der Mieter die Kosten für die Wartung tragen. Der Vermieter ist in der Pflicht, wenn es um die Erhaltung geht. Die Kosten, die der Mieter tragen muss, umfassen:

  • Funktionsprüfung
  • Reinigung des Brenners und des Wärmetauschers
  • Überprüfung und Optimierung der Einstellungen
  • Abgasmessung
  • Überprüfung des Ausdehnungsgefäßes
  • Austausch von Verschleißteilen

Für Reparaturen und Austausch mitvermieteter Thermen ist der Vermieter zuständig. Es darf auch vertraglich nichts anderes vereinbart werden.

Wenn ein Mieter die Gastherme selbst einbauen ließ, muss er für Wartung und Erhaltung aufkommen.

Wieviel kostet eine Thermenwartung?

Ab 100,- Euro muss man dafür veranschlagen, wobei es natürlich auch teurer werden kann – je nach Zeitaufwand und benötigten Verschleißteilen.

Literaturtipp:

Das Buch ist hier erhältlich. (*)

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Wieviel kostet eine Gastherme?

Die Kosten für eine Gastherme belaufen sich – je nach Größe und Ausführung – zwischen EUR 2.500,- und 8.000,- inklusive der Installation. Am Besten ist es, zwei oder drei Angebote einzuholen und darauf zu achten, welche Komponenten und Leistungen inkludiert sind.

Die Zukunft der Gastherme: Ab wann kommt Verbot?

Derzeit ist viel die Rede von einem neuen Gesetz (zur Zeit der Erstellung des Beitrages lediglich in Begutachtung), das die Neuerrichtung von Gasthermen schon ab 2023 verbieten soll. Der Teufel liegt wie so oft im Detail. Es geht nämlich in diesem Gesetz um „Gasheizungen mit fossilen Brennstoffen“. Wie bereits ausgeführt, gibt es aber einige Möglichkeiten, fossiles Gas in naher Zukunft vollkommen zu ersetzen. Und – wie gesagt – dieses Gesetz gilt ausschließlich für die Neuerrichtung. Ein Gesetz zum Ersatz von älteren Anlagen ist noch nicht einmal spruchreif, da es hier zu massiven Eingriffen in das Eigentumsrecht kommen würde. Ob und in welcher Form die Politik sich das antut, wird man sehen – zumal es ja nicht-fossile Alternativen gibt.

Alternativen zur Gastherme

Natürlich gibt es dazu Alternativen. Im Ein- oder Mehrfamilienhaus ist längst die Wärmepumpe die am meisten eingesetzte Variante (vor allem im Neubau, aber auch bei der Sanierung kommt sie immer öfter zum Einsatz). Zumal sich Wärmepumpen auch perfekt mit Photovoltaik ergänzen lassen.

Ein namhafter Hersteller bietet mittlerweile auch Wärmpumpen an, die für Wohnungen entwickelt wurden. Ein spannender Schritt, aber nicht ganz kostengünstig. Der Stromverbrauch der Wärmepumpe müsste hier einberechnet werden. Außer natürlich es entscheiden sich alle Mieter oder Besitzer einer Wohnung dafür und eine Photovoltaikanlage sorgt für die Versorgung.
Im klassischen Altbau gibt es derzeit keine wirklich sinnvolle – und bezahlbare – Alternative. Denn hier müsste das ganze Haus umgestellt werden und das ist entweder gar nicht machbar, oder nur mit einem ungeheuren finanziellen Aufwand.