Salzburger Finanzskandal von

Liste der Dummheit

Wie sich Salzburgs Politiker von 26 Banken zu 249 Zockereien verleiten ließen

Feature-Bild Salzburger Finanzskandal. Gabi Burgstaller und Landesregierung. © Bild: APA/Gindl

Ein Millionengewinn soll am Ende des Salzburger Finanzskandales stehen. Jedenfalls aus heutiger Sicht. So haben es Experten im Auftrag des Landes berechnet. Diese Berechnung wirkt sehr mutig, betrachtet man die Liste an Hochrisikogeschäften, die derzeit von der Korruptionsstaatsanwaltschaft geprüft wird und NEWS vorliegt.

Diese Liste zeigt 249 einzelne Geschäfte (Swaps), die vom Land Salzburg mit 26 Banken abgeschlossen wurden. Finanzexperte Joachim Brunner von der ir-world.com begutachtete für NEWS die einzelnen Swaps. "Das Risiko ist enorm und die Entwicklung selbst für einen Experten nicht abschätzbar“, so die erste Analyse des erfahrenen Finanzprofis.

Acht Milliarden Euro Risiko

Insgesamt, so zeigt die Liste, wurden 249 Geschäfte mit einer Nominalsumme von rund 8,2 Milliarden Euro getätigt. Die Nominalsumme entspricht zwar nicht den Investitionen, kann aber im schlechtesten Fall jene Summe sein, für die das Land geradestehen muss. Dies kann etwa im Fall einer Pleite der Partnerbank passieren. Um das genau sagen zu können, müsste man die Verträge, die pro Swap Hunderte Seiten haben können, kennen.

Die bisherige Bilanz aus diesen Geschäften ist laut der Aufstellung negativ: Der bis dahin realisierte Verlust beträgt 7,5 Millionen Euro. Nur sind die meisten Geschäfte eben noch nicht abgerechnet.

Banken haben verdient

Bei genauer Betrachtung findet man unterschiedliche Swaps, die sich oberflächlich betrachtet gegenseitig aufheben. Davon würden nur mehr die Banken profitieren, die teilweise sehr hohe Gebühren kassieren.

Da stellt sich die Frage, wie das Land Salzburg an so ein unglaubliches Portfolio kommt. "Solche Geschäfte werden nicht nachgefragt, sondern von Banken aktiv angeboten“, erklärt ein Finanzexperte. Unter den 26 beteiligten Banken, die gute Geschäfte mit dem Land gemacht haben, findet sich das Who’s who der internationalen Finanzszene. "Offenbar haben diese Banken erkannt, dass Salzburg anfällig für solche hochriskanten Wetten ist“, urteilt Profi Brunner, früher selbst Banker.

Allein die Gebühren, die von den Banken bis dato kassiert wurden, dürften eine hohe Millionensumme ausmachen.

Liste aus Finanzabteilung

Pikanterweise scheint auch die Salzburger Landeshypothekenbank als eifriger Swap-Partner des eigenen Landes auf. Von NEWS auf die Liste angesprochen, berief sich ein Sprecher der Hypo Salzburg zunächst auf das Bankgeheimnis. Nach einem Blick auf die Liste meinte man in der Hypo, diese sei "nicht nachvollziehbar“.

Den kompletten Beitrag über die "Liste der Dummheit" und die riskantesten Wetten können Sie in der aktuellen Printausgabe von NEWS (07/2013) nachlesen!

Kommentare

Hier waren definitiv keine Asylanten, Scheinasylanten oder Migranten am Werk, sondern ausschließlich politische Funktionsträger und deren Mitarbeiter. Es bleibt in Österreich also auch mit den Österreichern spannend. Für pauschale Diffamierungen in Richtung von für einigen mißliebigen Personengruppen, gibt es also nach wie vor keinen Grund.

Nachdem viele der Branche mit Steuergeld "gerettet" wurden, ist schon klar, dass die Hand die einen füttert auch gebissen wird. Diese Unternehmen sind doch auf "Gewinn" ausgerichtet.

Österreich ist eine Lachnummer. Solche Menschen sind nicht mal kriminell, sie sind geistlich Behinderte, gehören entmündigt und eingesperrt.

Und diese Politiker sind noch im Amt? Skandal. Das ist unser Rechtsstaat. Kriminell.

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