Pollenallergie: Symptome und was man gegen sie tun kann

Rund 30 Prozent der österreichischen Bevölkerung leiden an einer Pollenallergie. Die Dunkelziffer dürfte sogar deutlich höher liegen. Die Mehrheit der Betroffenen ist auf Gräser- oder Birkenpollen allergisch. Woran erkenne ich eine Pollenallergie? Wie kann ich vorbeugen? Und warum gibt es immer mehr Pollenallergiker? Antworten auf diese und weitere Fragen.

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Inhaltsverzeichnis

Woran erkenne ich eine Pollenallergie?

Zu den häufigsten Symptomen einer Pollenallergie zählen:

  • juckende, gerötete und/oder tränende Augen
  • geschwollene Augenlider
  • Niesreiz
  • Nasenjucken
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Kratzen im Rachen
  • Schwellungen im Bereich des Mundes/der Atemwege

Als Folge der Schwellungen im Bereich der Atemwege kann es zu Atemnot kommen. Auch Asthma zählt zu den potenziellen Folgen einer Allergie auf Pollen. Nicht so vielen bekannt, aber ebenso möglich sind juckende Hautausschläge.

Wie unterscheide ich eine Allergie von einer Erkältung?

Auf den ersten Blick ähneln die Symptome des Heuschnupfens denen einer Erkältung. Ein Indikator dafür, dass es sich tatsächlich um eine Pollenallergie handelt, ist die Tatsache, dass die Symptome wiederholt auftreten - und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg. Je nachdem, auf was der oder die Betroffene allergisch ist, können die Beschwerden wochen-, mitunter sogar monatelang dauern. In jedem Fall ist es ratsam, einen Arzt oder - noch besser - einen Allergiespezialisten aufzusuchen.

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Wie kann ich die Pollenallergie behandeln?

Reagieren Sie bei den ersten Anzeichen und konsultieren Sie einen Arzt! Antihistaminika etwa lindern die Symptome, indem sie das bei der allergischen Reaktion ausgeschüttete Histamin blockieren. Cortison-Tropfen und -Sprays lindern die Beschwerden des Heuschnupfens lokal. Sie dämpfen die Aktivität des Immunsystems, was dazu führt, dass weniger Entzündungsstoffe ausgeschüttet und damit wiederum die Symptome gelindert werden.

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Kann man eine Pollenallergie für immer heilen?

Einen dauerhaften Erfolg verspricht die Spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt: Der bzw. die Betroffene bekommt das Allergen in Form von Tabletten, Tropfen oder Spritzen über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren hinweg verabreicht. Die Dosen werden dabei langsam gesteigert, mit dem Ziel, dass sich der Körper an den Allergieauslöser gewöhnt und die Überreaktion des Immunsystems schließlich ausbleibt. Die Erfolgsrate der Spezifischen Immuntherapie liegt bei 60 bis 80 Prozent. Bleibt die Pollenallergie unbehandelt, besteht das Risiko, dass der Patient bzw. die Patientin im Laufe der Zeit an Asthma erkrankt. Die Wahrscheinlichkeit hierfür beträgt 40 Prozent.

Was passiert bei einer allergischen Reaktion im Körper?

Sowohl Bäume als auch Sträucher, Gräser, diverse Getreidearten und Kräuter können eine Allergie auf Pollen auslösen. Die allergische Reaktion wird in zwei Phasen eingeteilt: Beim ersten Kontakt mit dem Allergen kommt es zur Sensibilisierung des Körpers. Diese verläuft meist noch symptomfrei. Erst bei einem neuerlichen Kontakt kommt es zu Beschwerden. An der allergischen Reaktion beteiligt sind verschiedene Teile des Immunsystems. Die wohl bedeutendsten sind die T-Helferzellen und die lgE-Antikörper. Sie regen die sogenannten Mastzellen an. Mastzellen sind Zellen der körpereigenen Abwehr, in denen diverse Botenstoffe, unter anderem Histamin, gespeichert sind. Kommt es nun zum Kontakt mit dem Allergen, werden die Substanzen ausgeschüttet. Das wiederum löst besagte Symptome wie aus.

Wie kann ich einer allergischen Reaktion vorbeugen?

Regel Nummer eins: Meiden Sie den Allergieauslöser - was natürlich leichter gesagt als getan ist. Jedenfalls empfiehlt es sich, während der Pollensaison auf Sport im Freien ebenso wie auf Gartenarbeit zu verzichten. Autofahrer sollten sich für die Lüftungsanlage einen Pollenfilter zulegen und die Fenster während der Fahrt geschlossen halten. Zuhause wiederum schaffen Luftfiltergeräte* Abhilfe.

Legen Sie Straßenkleidung am besten gleich im Eingangsbereich ab. Keinesfalls sollten Sie sie im Schlafzimmer ausziehen, um dieses möglichst pollenfrei zu halten. Waschen Sie die Bettwäsche regelmäßig und lüften Sie, wenn Sie auf dem Land wohnen, zwischen 19.00 und 24.00 Uhr. Städter sollten die Fenster nur morgens zwischen 6.00 und 8.00 Uhr öffnen. Waschen Sie mehrmals täglich Ihr Gesicht und jeden Abend vor dem Schlafengehen die Haare - hier reicht eine Spülung mit klarem Wasser. Ebenso empfehlen sich tägliche Kochsalzspülungen für die Nase.

Beim Pollenwarndienst der Medizinischen Universität Wien können Sie sich über den aktuellen Pollenflug informieren. Die Pollenvorhersage für die nächsten drei Tage in Ihrer Region können Sie auch über die vom Pollenarndienst zur Verfügung gestellte Pollen-App beziehen. Das Führen eines Pollentagebuchs hilft dabei, die konkreten Allergieauslöser zu identifizieren und zu erkennen, ob die gesetzten Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen. Mehr Tipps, um die Pollenbelastung möglichst gering zu halten, finden Sie hier.

Welche Pollen fliegen wann?

Die Pollensaison beginnt meist schon Ende Februar und kann sich bis Ende Oktober, manchmal sogar in den November hinein, erstrecken. Eröffnet wird die Pollensaison von der Hasel, knapp gefolgt von der Erle. Ab März werden die Ulme, die Weide, die Pappel, die Esche, die Birke, die Hainbuche, die Plantane, die Eiche und die Rotbuche spürbar. Gräser, Spitzwegerich und Sauerampfer machen sich ab Mai bemerkbar. Dann fliegen auch schon bald die Roggenpollen, gefolgt von Beifuß und Ragweed. Logischerweise variiert die Pollensaison der einzelnen Gewächse Jahr für Jahr - je nach Temperatur, Licht- und Regenmenge. Auf der Homepage der ZAMG findet sich eine Drei-Tages-Prognose darüber, wo in Österreich mit welcher Pollenbelastung zu rechnen ist.

Welche Orte sollten Sie meiden?

Pollenallergiker:innen sollten - je nachdem, worauf sie allergisch sind - während der Pollensaison bestimmte Orte meiden.

  • Erle: Meiden Sie Flüsse, Seen und Wasserläufe.
  • Hasel: Meiden Sie Waldränder.
  • Gräser: Meiden Sie Wiesen.
  • Birke: Es gibt kaum ein Entkommen - außer in höheren Regionen.

Was ist eine Kreuzallergie?

Bei jedem zweiten Birkenpollen-Allergiker kribbelt die Zunge, wenn er einen Apfel isst. Das rührt daher, dass sich die Allergene in Äpfeln und Birkenpollen ähneln. Der Organismus verwechselt die beiden Stoffe und schlägt Alarm. Hier liegt eine Kreuzallergie vor. Diese kann sowohl bei Baum- und Gräserpollen untereinander vorkommen - so zeigt Ragweed etwa Kreuzreaktionen mit Beifuß - als auch in Kombination mit diversen Nahrungsmitteln von Anis bis zur Zwiebel.

Warum gibt es immer mehr Pollenallergiker:innen?

Ein extremer Übergang der Jahreszeiten begünstigt den Pollenflug und die damit einhergehenden Belastungen für Allergiker. "Kommen die warmen Temperaturen schlagartig, bekommen die Pflanzen quasi Stress und fangen sofort zu blühen an", so Uwe Berger, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien. Die vermehrte Pollenproduktion ist demnach eine Reaktion auf den Klimawandel, mit der die Pflanzen ihren Bestand zu sichern versuchen.

Darüber hinaus besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Pollenflug, Luftqualität und allergischen Beschwerden. "Je höher der Ozonwert in der Luft, desto höher die Symptombelastung durch den Pollenflug", erklärt der Experte weiter. Jenen rund fünf Prozent der Österreicher:innen, die an Asthma leiden, macht die Kombination der genannten Faktoren besonders zu schaffen. Abgesehen davon folgt auf eine intensive Pollensaison meist eine schwächere. "Im einen Jahr investiert die Pflanze mehr Kraft in die Blüte, im nächsten wieder mehr ins Wachstum", erläutert Berger den sogenannten Zweijahreszyklus.

Wie kann ich mich austesten lassen?

Es gibt drei Methoden zur Diagnose einer Pollenallergie: die Befragung, den Haut- und den Bluttest. Der bekannteste unter den Hauttests ist wohl der Pricktest. Hier werden Allergieextrakte auf die Haut aufgetropft. In der Folge wird die Haut mit einer Art Nadel leicht angestochen. So kann die Substanz eindringen. Quaddeln und gerötete Haut deuten auf eine Allergie hin. Das Ergebnis ist bereits nach 20 Minuten sichtbar, der Test schmerzfrei. Bringt der Hauttest keine eindeutige Diagnose, folgt meist eine Untersuchung des Blutes im Labor.

Wo kann ich mich austesten lassen?

Allergie-Ambulatorium Innere Stadt
Walfischgasse 3, 1010 Wien
Tel: 01 512 79 26
E-Mail: office@allergie-wien1.at
www.allergie-wien1.at

Allergie-Ambulatorium Rennweg
Rennweg 28, 1030 Wien
Teil: 01 798 10 55
E-Mail: mail@allergieambulatorium.at
www.allergieambulatorium.at

Mein Gesundheitszentrum Landstraße
Strohgasse 28, 1030 Wien
Tel: 05 0766-114 03 00
E-Mail: sekretariat-landstrasse@oegk.at
www.gesundheitskasse.at

Mein Gesundheitszentrum Mariahilf
Mariahilfer Straße 85-87, 1060 Wien
Tel: 05 0766-114 06 00
E-Mail: info-mariahilf@oegk.at
www.gesundheitskasse.at

Allergieambulatorium Reumannplatz
Reumannplatz 17/1/4, 1100 Wien
Tel: 01 604 24 70
E-Mail: office@allamb.at
www.allamb.at

Mein Gesundheitszentrum Favoriten
Wienerbergstraße 13, 1100 Wien
Tel: 05 0766-11 17 22
E-Mail: sekretariat-favoriten@oegk.at
www.gesundheitskasse.at

Allergiezentrum Wien West
Hütteldorfer Straße 46, 1150 Wien
Tel: 01 982 41 21
E-Mail: office@allergiezentrum.at
www.allergiezentrum.at

FAZ – Floridsdofer Allergie Zentrum
Franz Jonas-Platz 8/6, 1210 Wien
Tel: 01 270 25 30
E-Mail: office@faz.at
www.faz.at

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