Wer ist Matthias Westhoff?

Matthias Westhoff arbeitet seit einigen Jahren beim ORF in der Innenpolitik-Redaktion der "Zeit im Bild". Zuletzt war er wieder als "rasender Reporter" tätig.

von Matthias Westhoff © Bild: ORF/Thomas Ramstorfer

Steckbrief

  • Name: Matthias Westhoff
  • Geboren am: 28. Dezember 1986 in Mödling
  • Ausbildung: Bachelor Journalismus & Medienmanagement
  • Beruf: Journalist - Redakteur der ZiB
  • Familienstand: vergeben

Matthias Westhoff wurde am 28. Dezember 1986 in Mödling geboren. Aufgewachsen ist der gebürtige Niederösterreicher "zwischen Ebreichsdorf und Wiener Neustadt, je nachdem in welcher Schule ich gerade war". Besonders seine Schulzeit in der HAK Wiener Neustadt hat Westhoff in guter Erinnerung, wie er gegenüber News.at betont.

Der Traum vom Reisen

Dass er Journalist werden möchte, war Westhoff früh klar. "Irgendwann mit 15 oder 16 habe ich ein Buch mit gesammelten Reisereportagen gelesen und mir gedacht: 'Wahnsinn, es gibt einen Beruf, da kann man reisen und darüber die spannendsten Geschichten schreiben. Das will ich auch machen!'" Eines seiner ersten Praktika im Journalismus führte Westhoff auch in die Reise-Redaktion des "Kurier".

Letztlich wurde aus Matthias Westhoff jedoch kein Reise-Journalist, sondern ein Politik-Redakteur. Nach weiteren Praktika, unter anderem beim Wirtschaftsmagazin "Trend" oder dem ORF-"Report", begann er nach seinem Studium an der FH Wien, wo er den Bachelor in "Journalismus & Medienmanagement" ablegte, im Jahr 2010 in der Innenpolitik-Redaktion der "Zeit im Bild" zu arbeiten. "Jetzt zählt Reisen zu meinen großen Hobbys und bietet einen wunderbaren Ausgleich zum mitunter stressigen Job als Innenpolitik-Journalist", verrät er.

Matthias Westhoff
© Screenshot ORF TVThek Matthias Westhoff berichtet als Außenreporter über die aktuellen Geschehnisse.

Die "Ibiza-Affäre"

Durch die sogenannte "Ibiza-Affäre" wurde Matthias Westhoff, der damals bereits seit etlichen Jahren in der "ZiB"-Innenpolitik tätig war, im Mai 2019 einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt. Während Tobias Pötzelsberger im Studio moderierte, war er zusammen mit Simone Stribl als Außenreporter tätig. "Es war unglaublich spannend und aufregend, weil sich die Ereignisse wirklich fast stündlich überschlagen haben. Insofern gibt es Parallelen zur aktuellen Regierungskrise", erinnert sich Westhoff. "Aber es war das erste Mal, dass wir über eine innenpolitische Krise stundenlang live berichtet haben - gut, dass wir da bereits einige Jahre Berufserfahrung hatten und Simone Stribl, Tobias Pötzelsberger und ich ein eingespieltes Team sind - und uns mittlerweile eine große Freundschaft verbindet."

»98 Prozent der Zeit ist harte Arbeit hinter der Kamera, damit die zwei Prozent vor der Kamera gelingen«

Aufgrund der Ermittlungen im Umfeld der ÖVP war Matthias Westhoff zuletzt wieder vermehrt als "rasender Reporter" unterwegs. "Auf derartige innenpolitische Großereignisse kann man sich ja nicht wirklich vorbereiten. Ich arbeite seit 2010 als Innenpolitik-Journalist in der 'Zeit im Bild'-Redaktion - 98 Prozent der Zeit ist harte Arbeit hinter der Kamera damit die zwei Prozent vor der Kamera gelingen", erklärt Westhoff.

Der Verfolger des Kanzlers

Viele ORF-ZuseherInnen konnten Matthias Westhoff zuletzt auch dabei beobachten, wie er in einer Live-Schaltung Noch-Kanzler Sebastian Kurz nachsprintete, um ein Statement zu bekommen. "Das war einfach Instinkt. Aber mein Kameramann Oliver Zinner hat am Erfolg den viel größeren Anteil, weil der musste mit einer großen Kamera auf der Schulter loslaufen. Wir haben da einfach perfekt als Team funktioniert und das Interview bekommen", erklärt der "ZiB"-Reporter.

Matthias Westhoff
© Screenshot ORF TVThek Matthias Westhoff beim Interview mit Noch-Kanzler Sebastian Kurz
»Ohne Leidenschaft geht es in diesem Job nicht«

Was sind die (langfristigen) Ziele von Matthias Westhoff? "Ich möchte den Spaß an der Arbeit nicht verlieren. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber ohne Leidenschaft geht es in diesem Job nicht." "ZiB"-Moderation? Sommergespräche? Wäre dies ein Thema? "Ich bin gerne als Reporter direkt am Ort des Geschehens", meint Westhoff darauf angesprochen. Das Spannendste an seinem Beruf sei, am Vortag nie zu wissen, was am nächsten Tag passiert. In Zeiten wie diesen gelte das mehr denn je.

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Kontrolle der Mächtigen

Wenn es mit dem Journalismus nicht geklappt hatte, was würde Matthias Westhoff dann machen? "Die Frage hab ich mir glücklicherweise nie stellen müssen, weil ich vor, während und nach dem Studium immer im Journalismus gearbeitet habe", meint er gegenüber News.at. Wie viel Macht hat Journalismus? "Für mich geht es im Journalismus nicht um Macht - eher um Kontrolle der Mächtigen und darum, nach bestem Wissen und Gewissen zu berichten", so Westhoff.

Matthias Westhoff
© Screenshot ORF TVThek Matthias Westhoff berichtet live aus der Hofburg.

In seinem Beruf hat Matthias Westhoff bereits alle Parteichefs und -chefinnen der österreichischen Parlamentsparteien mehrfach interviewt. Gibt es noch Personen, die er gerne einmal vor seinem Mikrofon haben würde? "Mir fallen spontan PolitikerInnen wie Angela Merkel oder Barack Obama ein, es wäre natürlich super interessant, mit ihnen über ihre Erfahrungen in der Politik zu sprechen. Aber es muss nicht immer Politik sein: Die Künstlerin Marina Abramović ist finde ich beispielsweise eine faszinierende Persönlichkeit", verrät Westhoff.

Journalistische Vorbilder hat Matthias Westhoff keine. Er habe so viele großartige Kolleginnen und Kollegin im ORF, von denen er in den vergangenen Jahren sehr viel gelernt habe. Besonders dankbar ist er seinen Chefs Matthias Schrom und Hans Bürger, die ihn laut eigener Aussage sehr fördern und unterstützen.

Nach einem langen Arbeitstag ...

Matthias Westhoff verrät uns auch ein kleines Geheimnis: "Mein absolutes Lieblingsessen ist Pho (vietnamesische Nudelsuppe) - besonders gut, nachdem ich stundenlang in der Kälte am Ballhausplatz gestanden bin."

Matthias Westhoff
© Screenshot ORF TVThek Matthias Westhoff bei der Arbeit

Wie viel Zeit bleibt Matthias Westhoff für Privates? "Es ist ja glücklicherweise nicht alle Tage Regierungskrise. Insofern bleibt auch Zeit für Hobbys, Famlie und Privatleben", erklärt der ORF-Journalist.