Landtagswahl Salzburg 2013 von

Glawischnigs "schönster Wahlabend"

Die Grüne Bundessprecherin ist "überglücklich" und dankt Spitzenkandidatin Rössler

Eva Glawischnig und Astrid Rössler © Bild: APA/BARBARA GINDL

Überglücklich hat sich am Sonntag die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig über den sich abzeichnenden Zuwachs ihrer Partei bei der Salzburger Landtagswahl gezeigt. "Ich kann es noch gar nicht fassen, ich habe noch nie im Leben einen so schönen Wahlabend erlebt", sagte sie zur APA. In Sachen einer möglichen Regierungsbeteiligung sei "noch alles offen". Für die Nationalratswahl ortete sie eine "massive Bestärkung".

Glawischnig dankte Spitzenkandidatin Astrid Rössler, die "so viel richtig" gemacht habe. Man nehme das Ergebnis mit großer Demut an und wolle Versprechen wie Anständigkeit, verantwortungsvollem Umgang mit Steuergeld und Finger in die Wunden legen treu bleiben.

Die Bevölkerung habe mit dem Ergebnis klar ihre Meinung zum Spekulationsskandal gesagt. Gefragt seien "Politiker, die Verantwortung übernehmen". Neben dem Wunsch nach Korruptionsbekämpfung sei - Stichwort Bienensterben - auch klar geworden: "Die Bevölkerung will mehr Umweltschutz."

Für die Nationalratswahl ortete sie nicht nur Rückenwind, sondern "fast schon einen Sturm". Es gelte nun der Auftrag, an den Themen, die in den bisherigen Wahlgängen eine Rolle gespielt haben, dranzubleiben.

Rössler "sprachlos"

Die Grüne Landessprecherin und Spitzenkandidatin, Astrid Rössler, zeigte sich im APA-Gespräch "sprachlos über den Gewinn - 20 Prozent, das ist jenseits der kühnsten Träume". Sie sei überwältigt über das Wahlergebnis, das nicht nur - wie erhofft - gegenüber 2009 verdoppelt worden sei, es seien noch fünf Prozentpunkte dazugekommen. "Wir sind durch viele Täler gegangen. Das war jetzt ein Höhenflug, der nicht planbar ist."

Bereits im Wahlkampf, im Gespräch mit den Menschen, habe sie eine Herzlichkeit gespürt, "das war eine neue Dimension". Da von den Umfragen her ein Kopf-an-Kopf-Rennen von SPÖ und ÖVP vorhergesagt worden war, sei die Ausgangslage für die Grünen schwierig gewesen, meinte Rössler. "Es war schwierig, ob es gelingt, ein Vertrauen für mögliche Veränderungen zu transportieren - dass wir eine Alternative sind. Es ging um die Frage, traut man uns das zu."

Bereit für die Regierung

Während des U-Ausschusses zum Finanzskandal, bei dem Rössler den Vorsitz übernommen hatte, hätten die Grünen ihre starke Seite zeigen können, meinte Rössler. Die Grünen würden auch in keinem" Skandal, keinem Filz drinhängen". Rössler ortete eine "emotionale Komponente" beim Wähler. "Die Wähler haben uns vertraut, und sie trauen uns etwas zu. Das ist eine wunderbare konstruktive Kraft."

Die Grünen sind offenbar auch bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. "Wir bekennen uns dazu, dass wir für eine Regierung zur Verfügung stehen", erklärte die Landessprecherin." Zuerst wolle man am Dienstag im Parteivorstand und im Landesausschuss darüber beraten. Nähere Angaben wollte Rössler nicht machen.

Stärkste Kraft in der Stadt Salzburg

Auch in der Landeshauptstadt konnten die Grünen am Wahlsonntag einen fulminanten Erfolg verbuchen: Mit 26,1 Prozent der Stimmen (2009: 13,3) wurden sie laut dem vorläufigen Endergebnis überhaupt die stärkste Kraft und distanzierten SPÖ (24,0 nach 38,9 Prozent) und ÖVP (22,1 nach 30,2 Prozent) auf die Plätze. Die FPÖ konnte in Salzburg das Ergebnis leicht steigern (16,2 nach 13,2 Prozent). Das Team Stronach erreichte auf Anhieb acht, die Piraten 2,1 und die KPÖ 1,5 Prozent der Stimmen.

Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, in Hallein, konnten die Grünen reüssieren. Sie wurden in der über Jahrzehnte sozialdemokratisch dominierten Stadt mit 23,6 Prozent nach der SPÖ (29,8) Zweite.

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