Gesundheitsministerium: Von Sozialem bis zur Pflege

Neben Corona ist das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) für eine ganze Reihe weiterer Aufgabenbereiche zuständig. Unter anderem für Behinderten- und Senior:innenpolitik sowie die Sozialversicherung.

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Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) © Bild: Elke Mayr

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Aufgaben hat das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz?
  2. Wie ist das Ministerium aufgebaut?
  3. Wie sieht der geschichtliche Hintergrund aus?
  4. Wer ist Gesundheitsminister:in?
  5. Liste der Gesundheitsminister:innen der Zweiten Republik

Welche Aufgaben hat das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz?

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie im Februar 2020 steht das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK, kurz auch Sozialministerium bzw. Gesundheitsministerium) wie nie zuvor im Fokus. Zu Spitzenzeiten saßen rund 70 Fachleute im Krisenstab des Gesundheitsministeriums.

Im „Regelbetrieb“ ist das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz aber für weit mehr zuständig. Unter anderem für das österreichische Gesundheitssystem, die öffentliche Gesundheit, Pflege und Betreuung, Politik für Senior:innen, Behindertenpolitik, Konsument:innenschutz, Sozialpolitik und die Sozialversicherung. Sitz des BMSGPK ist am Stubenring 1, in 1010 Wien. Eben dort ist auch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) angesiedelt, die unter Aufsicht des Sozialministeriums steht und im Zuge der Corona-Pandemie eine entscheidende Rolle spielt.

Auch die Homepage des Gesundheitsministeriums ist ein wichtiger Wegbegleiter in Sachen Corona. Hier findet man sämtliche Regelungen zur Einreise nach Österreich sowie Informationen zur Teststrategie, zum Grünen Pass wie zu verschiedenen Impfstoffen, zu den aktuellen Corona-Zahlen und zu entsprechenden Service-Nummern. Für einen Überblick empfiehlt sich die Seite „Regelungen in Österreich“. Für eine telefonische Auskunft steht folgende Service-Hotline zur Verfügung: 0800 201 611 (Mo.-Fr., 8 bis 16 Uhr).

Wie ist das Ministerium aufgebaut?

Insgesamt sind 812 Mitarbeiter:innen im BMSGKP beschäftigt. Zwischen Bundesminister Johannes Rauch (Grüne) und dessen Kabinett und der Verwaltung agiert Generalsekretärin Ines Stilling als eine Art Bindeglied. Schilling wird diesen Posten allerdings Mitte November 2022 aufgeben und als Leiterin des Bereichs Soziales zur Arbeiterkammer wechseln, eine Nachfolgerin ist noch nicht bekannt.

Zur Verwaltung zählen sieben Sektionen: Präsidialangelegenheiten, Supportfunktionen und IT, Sozialversicherung, Konsumentenpolitik und Verbrauchergesundheit, Pflegevorsorge, Behinderten- und Versorgungsangelegenheiten, Europäische, internationale und sozialpolitische Grundsatzfragen, Humanmedizinrecht und Gesundheitstelematik sowie Öffentliche Gesundheit und Gesundheitssystem.

Organigramm des BMSGPK (Stand 19. September 2022):

Organigramm Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK)
© News.at Quelle: Organigramm Sozialministerium

Weiterführende Links:

Wie sieht der geschichtliche Hintergrund aus?

Eine Geschichte des BMSGPK lässt sich nur schwierig schreiben, denn in seiner heute bekannten Form existiert das Ministerium erst seit Jänner 2020. Zuvor waren unterschiedlichen Aufgabenbereiche und Ressorts in der Vergangenheit stets in anderen Ministerien untergebracht. So existierte bereits 1918 – wenn auch nur für kurze Zeit – ein Ministerium für soziale Fürsorge.

Ein Ministerium für Gesundheit und Umweltschutz wurde schließlich 1972 eingeführt. Von da an wechseln die Gesundheitsagenden von Legislaturperiode zu Legislaturperiode das Ministerium. Noch 2016 existierten zwei separate Ministerien, eines für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und eines für Gesundheit und Frauen. 2018 wurde dieses zum Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz. Ende Jänner 2020 kam dann noch das Pflegeressort hinzu.

Wer ist Gesundheitsminister:in?

Johannes Rauch
© imago images/Eibner Johannes Rauch

Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz ist Johannes Rauch. Nach Rudolf Anschober und Wolfgang Mückstein (allesamt Grüne) ist er in der laufenden Legislaturperiode mittlerweile der dritte Minister an der Spitze des Gesundheitsministeriums. Nach dem Rücktritt von Mückstein wurde Johannes Rauch (geb. am 24.04.1959) am 8. März 2022 zum neuen Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz angelobt.

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Rauch war zuvor, von Oktober 2014 bis März 2022, Mitglied der Vorarlberger Landesregierung. Seine parteipolitische Karriere reicht bis ins Jahr 1985 zurück, als er erstmals als politischer Mitarbeiter grüne Luft schnuppert. Mit 1990 wird Rauch Umweltgemeinderat in seinem Heimatort Rankweil (Vorarlberg), später Vorstandssprecher der Vorarlberger Grünen und ab 2000 Landtagsabgeordneter. Von 2004 bis 2014 war Rauch als Klubobmann der Grünen Landtagsfraktion tätig. Rauch ist zudem diplomierter Sozialarbeiter in den Bereichen Sozialpsychiatrie, Arbeitslosenbetreuung und Schuldner:innenberatung.

Liste der Gesundheitsminister:innen der Zweiten Republik

Name Partei Amtszeit Amtsbezeichnung
Ingrid Leodolter SPÖ 2. Feb. 1972 - 8. Okt. 1979 Bundesministerin für Gesundheit und Umweltschutz
Hertha Firnberg SPÖ 8. Okt. 1979 - 5. Nov. 1979 Bundesministerin für Gesundheit und Umweltschutz
Herbert Salcher SPÖ 5. Nov. 1979 - 20. Jän. 1981 Bundesminister für Gesundheit und Umweltschutz
Kurt Steyrer SPÖ 20. Jän. 1981 - 17. Dez. 1985 Bundesminister für Gesundheit und Umweltschutz
Franz Kreuzer SPÖ 17. Dez. 1985 - 21. Jän. 1987 Bundesminister für Gesundheit und Umweltschutz
Marilies Flemming ÖVP 21. Jän. 1987 - 31. März 1987 Bundesministerin für Gesundheit und Umweltschutz
Franz Löschnak SPÖ 1. Apr. 1987 - 2. Feb. 1989 Bundesminister für Gesundheit und öffentlichen Dienst
Harald Ettl SPÖ 2. Feb. 1989 - 3. Apr. 1992 Bundesminister für Gesundheit und öffentlichen Dienst
Michael Ausserwinkler SPÖ 3. Apr. 1992 - 17. März 1994 Bundesminister für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz
Christa Krammer SPÖ 17. März 1994 - 27. Jän. 1997 Bundesministerin für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz
Eleonora Hostasch SPÖ 28. Jän. 1997 - 4. Feb. 2000 Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales
Elisabeth Sickl FPÖ 4. Feb. 2000 - 24. Okt. 2000 Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales
Maria Rauch-Kallat ÖVP 1. Mai 2003 - 11. Jän. 2007 Bundesministerin für Gesundheit und Frauen
Andrea Kdolsky ÖVP 11. Jän. 2007-2. Dez. 2008 Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend
Alois Stöger SPÖ 2. Dez. 2008 - 1. Sep. 2014 Bundesminister für Gesundheit, Familie und Jugend
Pamela Rendi-Wagner SPÖ 8. März 2017 - 18. Dez. 2017 Bundesministerin für Gesundheit und Frauen
Beate Hartinger-Klein FPÖ 18. Dez. 2017 - 22. Mai 2019 Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
Walter Pöltner parteilos 22. Mai 2019 - 3. Juni 2019 Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
Brigitte Zarfl parteilos 3. Juni 2019 - 7. Jän. 2020 Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
Rudolf Anschober Grüne 7. Jän. 2020 - 19. Apr. 2021 Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Wolfgang Mückstein Grüne 19. Apr. 2021 - 8. März 2022 Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Johannes Rauch Grüne seit 8. März 2022 Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz