Fukushima von

Höchste Strahlenwerte

Neuer Höchststand - Werte um mehr als 20 Prozent auf 2.200 Milisievert gestiegen

Ein Handout-Foto des japanischen Verteidigungsministeriums zeigt die Ruinen des havarierten Atomkraftwerks Fukushima mit den Reaktoren 1 (M) und 2 von der Seeseite aus © Bild: APA/DPA/Japanisches Verteidigungsministerium/JMSDF

Die radioaktive Strahlung rund um die kontaminierten Wassertanks am japanischen Katastrophen-AKW Fukushima steigt unaufhörlich. Sie habe sich um mehr als ein Fünftel auf den neuen Höchstwert von 2.200 Millisievert verstärkt, teilte die Atomaufsichtsbehörde mit. Erst am Samstag war die Strahlung auf 1.800 Millisievert gestiegen - eine Dosis, die einen ungeschützten Menschen innerhalb weniger Stunden tötet. Die Behälter fangen kontaminiertes Wasser aus den vor zwei Jahren havarierten Reaktoren auf. Es war die folgenschwerste Atomkatastrophe nach dem Unglück im ukrainischen Tschernobyl im Jahr 1986.

Nachdem im vergangenen Monat hochradioaktives Wasser aus einem der hastig zusammengebauten Tanks ausgelaufen war, hob die Behörde die Warnung auf Stufe drei von insgesamt sieben auf der internationalen Störfall-Skala an. Es war das erste Mal seit der Kernschmelze nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011, dass Japan eine derartige Warnung ausgab.

Der Fukushima-Betreiber Tepco hatte im August zunächst erklärt, dass lediglich einer der Tanks ein Leck aufweise. Es seien rund 300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten. Später wurde ein weiteres Leck bekannt. Die steigende Strahlung hatte die Befürchtung geweckt, dass an noch mehr Stellen Wasser austritt. "Wir müssen uns über die Folgen für das Grundwasser Sorgen machen", sagte Hiroaki Koide von der Universität Kyoto. Die Tanks sind nicht stabil und stellen seit ihrer Errichtung vor zwei Jahren ein Problem dar.

Tepco muss derzeit mehr radioaktives Wasser lagern als in 130 Schwimmbecken mit Olympia-Maßen passen würde. Das Wasser wurde kontaminiert, nachdem es zur Kühlung der geschmolzenen Brennstäbe verwendet wurde. Die Regierung will nun mit Maßnahmen für umgerechnet 360 Millionen Euro die Lecks schließen, verseuchtes Wasser auffangen und die Strahlenbelastung verringern. Tepco war heftig für das Missmanagement der Katastrophe kritisiert worden.

Berlakovich fordert Abschaltung

Umweltminister Nikolaus Berlakovich fordert die Abschaltung des AKW. "Fukushima hat der Welt auf tragische Weise vor Augen geführt, dass Atomkraft weder sicher noch beherrschbar ist. Statt finanzielle Mittel für die Nachrüstung zu verwenden, sollte das AKW abgeschaltet werden", so Berlakovich in einer Aussendung. Zumindest das havarierte AKW Fukushima ist jedoch definitiv bereits außer Betrieb, sagte Julia Kerschbaumsteiner, Atomsprecherin Greenpeace.

"Bis auf zwei Reaktoren sind in Japan seit Fukushima alle AKWs vom Netz genommen worden", erklärte Kerschbaumsteiner. Berlakovich verwies in seiner Aussendung auch auf die europäischen Stresstests, wonach bei allen AKWs in den europäischen Mitgliedsstaaten ein Nachrüstungsbedarf besteht: "Es ist höchste Zeit, dass die Staats- und Regierungschefs mit den Stresstests befasst werden. Die notwendigen Konsequenzen aus den Stresstests müssen endlich gezogen werden: Nachrüsten oder Abschalten", so der Minister. "AKWs sind nie sicher - sie gefährden Mensch und Umwelt. Es ist Zeit, das Kapitel Todesenergie endlich abzuschließen." Die gleiche Meinung vertritt auch die Grünen-Chefin Eva Glawischnig. "Dass nicht einmal das hoch technisierte Japan eine Atomkatastrophe in den Griff bekommt zeigt, dass Atomkraft nie sicher sein kann und es nur einen einzigen Weg gibt: einen weltweiten Atomausstieg", hieß es in einer Aussendung.

Kommentare

DerKritische

Soll natürlich Millisievert lauten.

DerKritische
DerKritische melden

Herr Redakteur man schreibt Millisiebert mit 2 l. (Lat. Millesimus = tausendster)

napy-one melden

die sorgen möchte ich haben wie man was schreibt, das sind doch nur
Redakteure.

DerKritische
DerKritische melden

Früher gehörte das zum Handwerkszeug eines Redakteurs.

Redakteure sollten zur Bildung einen Beitrag leisten, es laufen ohnehin schon zu viele Intelligenzallergiker herum.

Würden Sie sich gerne von einem " Kirurgen " operieren lassen ? .

Seite 1 von 1