CO2-Steuer: Abgabe für den Klimaschutz

Die CO2-Steuer soll in Österreich zum Klimaschutz beitragen. Ab Oktober 2022 kosten CO2-Emissionen 30 Euro pro Tonne. Das macht sich für Verbraucher:innen vor allem bei den Spritpreisen und Energiekosten bemerkbar.

von CO2-Steuer © Bild: Elke Mayr

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die CO2-Steuer?
  2. Wie hoch ist die CO2-Steuer?
  3. Was sind die Folgen für Sprit- und Energiepreise?
  4. Welche Ausgleichszahlung gibt es?

Was ist die CO2-Steuer?

Im Zuge der ökosozialen Steuerreform, die im Februar 2022 im Bundesrat beschlossen wurde, bekommt klimaschädliches CO2 einen Preis. Ab Oktober 2022 sollen CO2-Emissionen in Österreich 30 Euro pro Tonne kosten. Die CO2-Steuer betrifft all jene Unternehmen, die in Österreich fossile Energieträger wie beispielsweise Treibstoffe in Verkehr bringen. Diese Unternehmen müssen Emissionszertifikate erwerben, um die verursachten CO2-Emissionen abzudecken. Dadurch steigen die Preise und das soll wiederum dazu beitragen, den Verbrauch an fossilen Energieträgern und damit den CO2-Ausstoß zu senken. Für die österreichische Regierung wurde mit der CO2-Steuer ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaneutralität 2050 gesetzt.

Die überschüssigen Einnahmen der Steuer fließen in den regionalen Klimabonus zurück, der laut Umweltministerium als Abfederung der CO2-Bepreisung dient. Je weniger CO2 verbraucht wird, desto mehr Geld kann in den Klimabonus reinvestiert werden.

Wie hoch ist die CO2-Steuer?

Der CO2-Preis soll analog zum Modell der deutschen Bundesregierung jährlich angehoben werden: 2023 auf 35 Euro pro Tonne, 2024 auf 45 Euro pro Tonne und 2025 auf 55 Euro pro Tonne. Ab 2026 soll der Preis laut Wirtschaftskammer Österreich (WKO) nicht mehr fix vorgegeben sein, sondern über ein noch nicht näher definiertes Emissionshandelssystem in Bezug auf die Klimaziele und deren Erreichung errechnet werden.

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Was sind die Folgen für Sprit- und Energiepreise?

Die CO2-Steuer hat vor allem Auswirkungen auf die Sprit- und Energiepreise. Laut einem Bericht des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zur "CO2 -Bepreisung in der Steuerreform 2022/2024" steigen die Preise inklusive Mehrwertsteuer bei einer CO2-Steuer von 30 Euro (2022) pro Tonne CO2 für Benzin um 7,7 Cent pro Liter, für Diesel um 8,8 Cent pro Liter.

Der Preis (inklusive Mehrwertsteuer) für Erdgas soll 2022 um 7,3 Cent je m³ steigen, jener für Heizöl um 9,7 Cent pro Liter.

Prognostizierte Preiseffekte auf fossile Energieträger:

Jahr/CO2-Preis Benzin (Cent/Liter) Diesel (Cent/Liter) Erdgas (Cent/m3) Heizöl (Cent/Liter)*
2022/30 Euro pro Tonne CO2 + 7,7 + 8,8 + 7,3 + 9,7
2023/35 Euro pro Tonne CO2 + 9,0 + 10,3 8,5 11,4
2024/45 Euro pro Tonne CO2 + 11,5 + 13,3 + 10,9 + 14,6
2025/55 Euro pro Tonne CO2 + 14,1 + 16,2 + 13,4 + 17,9
* Preise inklusive Mehrwertsteuer

Quelle: Wifo-Berechnungen (2021) aus Bericht "CO2 -Bepreisung in der Steuerreform 2022/2024"

Zusätzlich berechnete das Wifo die möglichen Auswirkungen der CO2-Steuer auf die
Energiekosten von typischen Haushalten. Die stärksten Kosteneffekte werden bei Erdgas und bei Heizöl erwartet: Bei einem CO2-Preis von 30 Euro pro Tonne CO2 werden schätzungsweise zusätzliche Kosten von rund 14 Prozent entstehen.

Welche Ausgleichszahlung gibt es?

Als Ausgleich für die CO2-Steuer dient in Österreich der regionale Klimabonus. Dieser wird jährlich, ab September 2022, ausbezahlt und soll auch in den kommenden Jahren ausgeschüttet werden. Anspruch hat laut Umweltministerium jede natürliche Person, die ab dem Jahr 2022 mindestens 183 Tage (6 Monate) in Österreich mit einem Hauptwohnsitz gemeldet war - unabhängig von Staatsbürgerschaft und Alter. Personen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr steht der halbe Klimabonus zu. 2022 betrug der Klimabonus - inklusive 250 Euro Teuerungsbonus - 500 Euro pro Erwachsenen.

Ausführlichere Infos zum Klimabonus finden Sie hier:
Klimabonus: Ausgleich für die CO2-Steuer

Die Höhe der Bonuszahlung ist abhängig vom Wohnort beziehungsweise der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Dabei wird von einem Sockelbetrag (z.B.: 100 Euro) ausgegangen und zusätzlich erhält man einen Regionalausgleich: Ländliche Regionen haben in der Regel ein schlechter ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz als Städte. Je besser die öffentliche Verkehrsanbindung am Wohnort ist, desto niedriger ist der Regionalausgleich - und umgekehrt. Menschen mit ländlichen Wohnorten und einem schlechter ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz, müssen eher auf ein privates Transportmittel zurückgreifen und erhalten somit einen höheren Bonus.

Um den Klimabonus zu erhalten, muss man aktiv nichts tun, er wird automatisch übermittelt, wobei die Auszahlung kann auf 2 Arten erfolgen: per Überweisung auf das Konto oder als Gutschein per Post.