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voestalpine treibt Elektrifizierung in Stahlproduktion voran

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In knapp einem Jahr soll im obersteirischen Donawitz die neue Elektrolichtbogenofenanlage (EAF) der voestalpine in Betrieb gehen, die die Hochofenproduktion ablösen soll. Dies teilten der Voest-Chef Herbert Eibensteiner und Metal-Engineering-Leiter Franz Kainersdorfer am Donnerstag in Donawitz mit. Die Anlage soll im Herbst in Probetrieb gehen. Ein Hochofen wird damit bis 2029 stillgelegt.

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"Inmitten eines voll produzierenden Stahlwerks wird ein neues Stahlwerk errichtet", schilderte Eibensteiner die Herausforderungen des Ausbaus. Im Werk kombiniert man ab 2027 die grünstrombetriebene Elektrostahlproduktion mit dem konventionellen Hochofen-Verfahren. Der Ausbau der neuen EAF soll bis 2030 rund 100 Mio. Euro erfordern. Das ermöglicht der voestalpine in Donawitz ab 2030 die gänzliche Umstellung auf eine elektrisch "befeuerte" Stahlproduktion - Stichwort: Greentech steel.

Im Vergleich zu 2019 reduziere man die CO2-Emissionen ab 2030 um über 90 Prozent, sagte Eibensteiner. Durch die Elektrifizierung energieintensiver Prozesse könne man im Konzern bereits bis 2029 bis zu 30 Prozent an CO2-Emissionen gegenüber 2019 einsparen. Ein Hochofen bleibe konserviert als Backup. Man registriere bereits eine steigende Nachfrage seitens der internationalen Bahnindustrie nach den CO2-reduzierten Stahlprodukten. Es gebe auch erste Signale aus der Automotivindustrie: "Unsere CO2-Einsparungen dürfen sie sich ja anrechnen", sagte Eibensteiner. Da man ja auch die Verwendung von Schrott und Herstellungsabfällen von Kunden vorhabe, könne man sich das auch so vorstellen. Die voestalpine zählt derzeit neben der OMV und der Wien Energie zu den größten Treibhausgas-Emittenten hierzulande.

Die Rohstoffe für eine EAF setzten sich aus einem Mix aus Schrott, flüssigem Roheisen und HBI (Hot Briquetted Iron, heiß gepresstes Eisen, Anm.) zusammen. Die langfristige Versorgung mit Schrott und grüner Energie sei abgesichert. Man setze auch "internen Schrott" und u. a. Abfälle von den Walzwerken wieder ein. Auch von Bahnkunden nehme man verstärkt gebrauchte Schienen und teilweise Oberbaumaterial zurück. Zudem habe man langfristige Lieferverträge für vorsortierten Schrott. In der ersten Stufe werde man in Linz und Donawitz eine Terawattstunde zusätzlichen Strom benötigen, dieser komme über entsprechende Verträge mit nationalen Energieversorgern.

Laut Eibensteiner werde nach 2030 neben den beiden Hochöfen auch die Sinteranlage geschlossen. Es gebe umfassende Weiterbildungen für die Mitarbeiter, in der Transformation werde es nicht zu Kündigungen kommen, versicherte das Management, wobei nicht alle natürlichen Abgänge nachbesetzt würden. Im Bereich Metal Engineering sind in der Steiermark bei voestalpine über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Kainersdorfer berichtete über die schon fertiggestellten Maßnahmen. Die baulichen Maßnahmen zur Halle für den EAF seien abgeschlossen, die Strom- und Rohstoffversorgung sei sichergestellt. Die Schrotthalle für die vorsortierten Teile sei kurz vor der Fertigstellung. Der vorsortierte Schrott werde per Bahn angeliefert und witterungsgeschützt gelagert, damit keine Probleme im Lichtbogenofen entstünden. Im Herbst 2026 erfolge dann die Montage der Kernaggregate. Die 220 kV-Zuleitung der Austrian Power Grid (APG) sei ebenso fast fertig. Im Herbst werde man die Anlage "kalt" in Betrieb nehmen. Im Vollbetrieb könne man in der Anlage von 850.000 Tonnen bis zu 1,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahl im Jahr herstellen. Dazu brauche es bis 2030 aber auch noch einen Ausbau der Schrottlogistik mit zwei Kränen, eine dritte Sekundärmetallurgie und einen weiteren Ausbau der Stromversorgung.

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