Bei der Veranstaltung Top Speakers Lounge in Wien diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kapitalmarkt und Unternehmertum über die strukturellen Voraussetzungen für Wachstum. Der Befund: Österreich ist innovativ, scheitert aber oft an Finanzierung und Skalierung.
Austausch in der Residenz der Schweizerischen Botschaft
Unter dem Titel „Kapitalmärkte im Dialog – Strukturen, Chancen und Impulse für Wachstum“ fand am 27. Jänner 2026 eine Diskussionsveranstaltung in der Residenz der Schweizerische Botschaft statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um Innovation in nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zu überführen.
Nach einleitenden Worten von Botschafterin Salome Meyer versammelte der Abend Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen: Wissenschaft, Venture Capital und unternehmerische Praxis. Ziel war kein politischer Appell, sondern eine sachliche Bestandsaufnahme der Strukturen, die Wachstum ermöglichen oder behindern.
Drei Perspektiven, ein Befund
Impulsgeber des Abends waren Teodoro D. Cocca (Professor für Asset-Management an der Johannes Kepler Universität), Nina Wöss (Co-Founder & GP, Fund F) und Alexander Riklin (Vorsitzender des Beirates, ALCAR Holding).
In ihren Beiträgen und der anschließenden Podiumsdiskussion rückten sie unterschiedliche Aspekte von Wachstum in den Fokus – aus wissenschaftlicher, kapitalmarktbezogener und unternehmerischer Sicht.
Übereinstimmend wurde betont, dass hohe Innovationsleistung allein keinen Wohlstand garantiere. Entscheidend sei, ob Ideen auch unternehmerisch umgesetzt und in Produktivität übersetzt werden können. Dabei spielten funktionierende Kapitalmärkte und der Zugang zu Risikokapital eine zentrale Rolle.
Moderiert wurde die Diskussionsrunde von News-Chefredakteurin Kathrin Gulnerits.
Finanzierung als strukturelle Hürde
Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Finanzierung von Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Während etablierte Geschäftsmodelle häufig auf klassische Finanzierungsformen zurückgreifen können, wurde für junge, wachstumsorientierte Unternehmen der Mangel an Risikokapital thematisiert. Insbesondere in der Skalierungsphase stelle dies ein wesentliches Hemmnis dar.
Auch staatliche Förderinstrumente wurden angesprochen – nicht als Ersatz für private Finanzierung, sondern als Faktor, dessen Wirkung stark von klaren Zielsetzungen und professionellen Strukturen abhängt.
Rahmenbedingungen und Kultur
Neben ökonomischen Fragen spielte auch das Umfeld für Unternehmertum eine Rolle. Diskutiert wurden regulatorische Rahmenbedingungen ebenso wie kulturelle Aspekte, etwa der Umgang mit Risiko und Scheitern. Mehrfach wurde darauf verwiesen, dass Wachstum nicht nur von Kapital, sondern auch von marktoffenen Einstellungen und einer sachlichen Debatte über Leistung und Wettbewerb abhängt.







