Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX hat im dritten Quartal erstmals seit dem Börsengang einen Gewinn geschrieben, getrieben vor allem vom KI-Geschäft. Musk sprach sich zugleich für eine Fusion mit Tesla aus, warnte aber davor, sie für ausgemacht zu halten.
Umsatz steigt um 161 Prozent
SpaceX hat im dritten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 4,40 Milliarden US-Dollar erzielt. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 1,05 Milliarden Dollar ausgewiesen. Der Umsatz stieg laut dem am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht um 161 Prozent auf 14,58 Milliarden Dollar. Es ist der erste Quartalsgewinn seit dem Börsengang an der Nasdaq im Juni, im zweiten Quartal hatte SpaceX noch Verlust geschrieben.
Den größten Anteil am Umsatz hat inzwischen nicht mehr das Satelliteninternet Starlink, sondern die KI-Sparte, die SpaceX „Super Intelligence“ nennt. Sie setzte 7,56 Milliarden Dollar um, ein Plus von 830 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Großteil davon stammt aus dem Verkauf von Rechenleistung und Infrastruktur an andere Unternehmen. Die Sparte schrieb einen operativen Gewinn von 431 Millionen Dollar.
Starlink wächst, Investitionen steigen stark
Starlink steigerte den Umsatz um 69 Prozent auf 5,25 Milliarden Dollar. Die Zahl der Privatkundinnen und Privatkunden wuchs innerhalb eines Jahres von 7,2 auf 13,6 Millionen. Im Schnitt zahlen sie allerdings weniger, der monatliche Umsatz pro Kunde liegt bei 69 Dollar. Das klassische Raumfahrtgeschäft mit Raketenstarts brachte 1,77 Milliarden Dollar ein, SpaceX absolvierte im Quartal 35 Starts.
Gleichzeitig investiert der Konzern Rekordsummen. Die Investitionsausgaben lagen im Quartal bei 19,59 Milliarden Dollar, davon flossen 16,44 Milliarden Dollar in die KI-Sparte. Die Rechenkapazität der Rechenzentren gibt SpaceX mit 1,7 Gigawatt an. „Ich habe noch nie etwas so schnell wachsen sehen“, sagte Musk in der Telefonkonferenz mit Analystinnen und Analysten über die Nachfrage nach Rechenleistung.
Was Musk zur Fusion mit Tesla sagt
Für Aufsehen sorgte Musk mit Aussagen zu einer möglichen Fusion von SpaceX und Tesla. Beide Unternehmen hätten auf Wunsch von Aktionärinnen und Aktionären Sonderausschüsse eingerichtet, die die Idee prüfen. Weil er selbst befangen sei, könne er an deren Beratungen nicht teilnehmen. Die Ausschüsse hätten sich bisher auf keine Bedingungen geeinigt, und es gebe keine Garantie, dass das geschehe.
„Ich glaube, dass es viele Vorteile hätte, die Unternehmen zusammenzuführen“, sagte Musk. Ob er eine Fusion für eine gute Idee halte, beantwortete er selbst mit Ja. Manche würden eine Fusion aber fälschlich für sicher halten. Für eine Zustimmung sei eine Mehrheit von 50 Prozent aller Aktien nötig, nicht nur der abgegebenen Stimmen. Das sei „eine ziemlich hohe Hürde“. Er fühle sich, als würde er „durch ein Minenfeld steppen“.
Starship soll ab 2027 wöchentlich fliegen
Auch zur Riesenrakete Starship äußerte sich Musk. Beim 14. Testflug habe Starship erstmals die Umlaufbahn erreicht und einsatzfähige Starlink-Satelliten der dritten Generation ausgesetzt, laut Quartalsbericht waren es 26. Gelingt beim nächsten Flug die Bergung beider Stufen, wäre es laut Musk das erste Mal, dass eine Orbitalrakete vollständig zurückgeholt wird. Erfolg sei bei diesen ersten Flügen aber nicht garantiert.
Musk erwartet, dass Starship irgendwann in der ersten Hälfte des kommenden Jahres wöchentlich startet. Wie bei früheren Ankündigungen des Unternehmenschefs handelt es sich um ein Ziel, nicht um einen fixen Zeitplan. Der Aktienkurs von SpaceX legte nach den Zahlen im nachbörslichen Handel zu.
Quellen: SpaceX, Reports Third Quarter 2026 Results, Telefonkonferenz zum dritten Quartal vom 20. Oktober 2026
