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Osteuropa wächst mehr als doppelt so schnell wie die Eurozone, Polen liegt vorne

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Skyline von Warschau bei Sonnenuntergang
Foto:©Unsplash/Wiktoria Skrzekotowska

Trotz Energiepreisschock durch den Iran-Krieg bleibt Osteuropas Wirtschaft auf Wachstumskurs. Die östlichen EU-Staaten legen laut dem Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche heuer um 2,2 Prozent zu, die Eurozone um 0,9 Prozent. Die Ukraine steht vor einem harten Winter, Russland kämpft mit einer Treibstoffkrise.

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2,2 Prozent Wachstum statt 0,9 Prozent

Die Wirtschaft in Osteuropa wächst deutlich schneller als jene im Euroraum. Die östlichen EU-Mitgliedstaaten dürften 2026 im Schnitt um 2,2 Prozent zulegen und 2027 um 2,5 Prozent. Für die Eurozone erwartet das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) nur 0,9 Prozent heuer und 1,0 Prozent im kommenden Jahr. Das geht aus der Herbstprognose hervor, die das Institut am Mittwoch in Wien vorgestellt hat.

Belastet wird die Region vom Energiepreisschock infolge des Iran-Kriegs. Die Konjunktur erweise sich aber als widerstandsfähig, so das wiiw. Investitionen in die Verteidigungsindustrie und Mittel aus EU-Fonds stützen das Wachstum.

Polen führt, Rumänien rutscht ab

Spitzenreiter unter den östlichen EU-Staaten ist Polen mit einem erwarteten Plus von 3,7 Prozent heuer und 3,0 Prozent 2027. „Polen und zu einem gewissen Grad auch Tschechien zeigen vor, wie es geht“, sagt der stellvertretende wiiw-Direktor Richard Grieveson, Hauptautor der Prognose. Ungarn kommt 2026 auf 1,7 Prozent, 2027 sollen es 2,6 Prozent werden.

Rumänien rutscht wegen seines Sparkurses heuer in eine leichte Rezession, das wiiw erwartet ein Minus von 0,4 Prozent. Die sechs Staaten des Westbalkans wachsen im Schnitt um 3,2 Prozent, Serbien um 3,3 Prozent. Für die Türkei senkte das Institut seine Prognose auf 2,9 Prozent für heuer und 3,5 Prozent für 2027.

Ukraine vor dem fünften Kriegswinter, Russland mit Treibstoffkrise

Für die Ukraine erwartet das wiiw heuer nur 0,6 Prozent Wachstum, 2027 sollen es 2,1 Prozent sein, allerdings nur mit weiterer Unterstützung aus dem Ausland. Die Inflation liegt bei rund zehn Prozent, die Getreideexporte sanken im August im Vergleich zum Vormonat um 70 Prozent. Die Finanzierungslücke für 2027 beziffert das ukrainische Finanzministerium mit rund 33 Milliarden US-Dollar. „Der fünfte Kriegswinter dürfte die Ukraine vor eine harte Bewährungsprobe stellen“, sagt wiiw-Expertin Olga Pindyuk.

Russland wird laut Prognose heuer um 0,6 Prozent und 2027 um 1,3 Prozent wachsen. Von den hohen Weltmarktpreisen für Öl und Gas profitiert das Land weniger als erwartet, weil es wegen Engpässen den Export von Benzin, Diesel und Kerosin verboten hat. Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien verschärfen die Treibstoffkrise. Die Anlageinvestitionen sanken im ersten Halbjahr um rund zehn Prozent, das Budgetdefizit dürfte heuer über drei Prozent der Wirtschaftsleistung liegen.

Was das für Österreich bedeutet

Für die österreichische Wirtschaft ist die Region ein wichtiger Absatzmarkt. Der Beitrag der Exporte nach Osteuropa zum Wirtschaftswachstum in Österreich steigt laut wiiw von rund 0,12 Prozentpunkten heuer auf 0,16 Prozentpunkte im Jahr 2028. Mehr als die Hälfte dieser Impulse kommt 2026 aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien.

Von Jänner bis Juli stiegen die österreichischen Warenexporte insgesamt um 5,7 Prozent, in die USA sanken sie um 6,5 Prozent. Kräftig zugelegt haben die Ausfuhren in die Ukraine mit plus 23,7 Prozent sowie nach Litauen, Kroatien und Polen. Auch der Tourismus profitiert: Die Einnahmen von Gästen aus der Türkei stiegen im ersten Halbjahr um 16,9 Prozent, aus Ungarn um 10,9 Prozent und aus Kroatien um 10,3 Prozent.

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