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Senat der Wirtschaft warnt vor „Fußfesseln“ für Mittelstand

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©Eszter Barabas

In Wien diskutierten Wirtschaft und Politik über Bürokratie, Abhängigkeiten und Reformbedarf. Im Fokus: Österreichs Hidden Champions.

Kritik an Standortbedingungen

Bei einer Enquete des Senat der Wirtschaft in Wien stand die Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Mittelstands im Zentrum. Anlass war die Präsentation der neuen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Boom“ unter dem Titel „Weltmeister mit Fußfesseln“.

In den Räumlichkeiten von The Natural Gem diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik über strukturelle Herausforderungen – insbesondere Bürokratie, Energieabhängigkeiten und internationale Wettbewerbsbedingungen.

Bürokratie als zentrale Belastung

Laut präsentierten Zahlen binden administrative Anforderungen jährlich rund 320 Millionen Arbeitsstunden in österreichischen Unternehmen. Besonders betroffen seien kleinere Betriebe und Selbstständige, die mehrere Wochen pro Jahr mit Dokumentationspflichten verbringen.

Wolfgang Unterhuber, Chefredakteur des Boom-Magazins, kritisierte zudem strategische Fehlentwicklungen in Europa – etwa Abhängigkeiten in Energie- und Produktionsfragen.

Forderungen nach Reformen

Ökonomin Carmen Treml (Agenda Austria) sprach sich für strukturelle Reformen aus und verwies auf internationale Beispiele. Auch Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senat der Wirtschaft, forderte mehr Tempo in der Wirtschaftspolitik und warnte vor weiterem Wettbewerbsverlust.

Unternehmer Christoph Feyerer, CEO der Komptech GmbH, betonte die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen, insbesondere im Energiebereich. Georg Zanger, Präsident der Austrian Chinese Business Association, hob zusätzlich die Bedeutung technologischer Entwicklung und internationaler Vernetzung hervor.

Aufnahme eines neuen Senators

Im Rahmen der Veranstaltung wurde Thomas Schröck, Eigentümer von The Natural Gem, offiziell in den Senat der Wirtschaft aufgenommen. Die Aufnahme unterstreicht die Rolle des Netzwerks als Plattform für wirtschaftspolitischen Austausch.

Appell an Politik und Wirtschaft

Benita Ferrero-Waldner, Präsidentin des Senat der Wirtschaft, betonte zum Auftakt die Bedeutung von Innovationskraft und Offenheit für internationale Zusammenarbeit.

Das Fazit der Veranstaltung fiel deutlich aus: Ohne strukturelle Reformen und den Abbau bürokratischer Hürden drohe der österreichische Wirtschaftsstandort, seine Wettbewerbsfähigkeit weiter einzubüßen.

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