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Rheinmetall hat volle Auftragsbücher und senkt trotzdem erneut die Umsatzprognose

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Am Standort Liesing werden Militär-Lkw gefertigt
©HELMUT FOHRINGER, APA

Der Rüstungskonzern Rheinmetall erwartet für heuer weniger Umsatz als bisher angekündigt, obwohl der Auftragsbestand weiter kräftig wächst. Wie stark die Prognose sinkt, woran es hakt und wie die Börse reagiert.

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Rheinmetall rechnet für 2026 nur noch mit einem Konzernumsatz von rund 13,2 Milliarden Euro. Bisher hatte der Düsseldorfer Rüstungskonzern 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Auch die operative Ergebnismarge soll mit rund 18,5 Prozent etwas niedriger ausfallen als die zuletzt erwarteten rund 19 Prozent. Das geht aus der Quartalsmitteilung von Rheinmetall zu den ersten neun Monaten hervor, die am Mittwochabend veröffentlicht wurde.

Es ist bereits die zweite Senkung in diesem Jahr. An der Börse kam das schlecht an: Die Rheinmetall-Aktie verlor am Donnerstag zeitweise mehr als 18 Prozent auf 818,70 Euro und war damit Schlusslicht im deutschen Leitindex Dax. Der Wert war damit so niedrig wie seit Februar 2025 nicht mehr.

Warum Rheinmetall die Prognose senkt

Als Grund nennt das Unternehmen vor allem Verzögerungen beim Projekt Arminius der Bundeswehr. Das Vorhaben befinde sich in der finalen Verhandlungsphase und könne erst im kommenden Jahr beauftragt werden, heißt es in der Mitteilung. Dazu komme, dass Kunden Produktionslose von Artilleriemunition später abnehmen als geplant. Der Umsatz verschiebt sich damit zumindest teilweise ins nächste Jahr.

Die neue Zahl ist der vorläufige Endpunkt einer schrittweisen Korrektur. Bei der Bilanzvorlage im März hatte Rheinmetall für 2026 noch einen Umsatzanstieg um 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro angekündigt. Im August folgte die erste Senkung auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro. Damals begründete der Konzern das laut seinem Halbjahresbericht mit einem negativen Effekt von bis zu 300 Millionen Euro im Marinegeschäft. Gegenüber der ursprünglichen Planung fehlen nun also bis zu 1,3 Milliarden Euro.

Was die Zahlen nach neun Monaten zeigen

Schlecht laufen die Geschäfte deshalb nicht. In den ersten neun Monaten stieg der Konzernumsatz laut Rheinmetall um 38 Prozent auf 8,376 Milliarden Euro, nach 6,057 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis kletterte von 795 Millionen auf 1,339 Milliarden Euro, die operative Marge von 13,1 auf 16,0 Prozent.

Noch deutlicher wächst der Bestand an Aufträgen. Den sogenannten Rheinmetall Backlog beziffert der Konzern für Ende September auf 78,0 Milliarden Euro, nach 56,7 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Neu hinzu kamen in den ersten neun Monaten Aufträge im Wert von 19,1 Milliarden Euro. Schwach ist dagegen der Mittelzufluss: Der operative freie Cashflow lag bei minus 1,698 Milliarden Euro, nach minus 798 Millionen Euro im Vorjahr.

Vorstandschef Armin Papperger betont in der Mitteilung das Wachstum: „Wir haben ein sehr gutes Wachstum bei hoher Profitabilität und sind damit im Branchenvergleich auch international führend.“ Die starke Nachfrage halte an, auch im Marinebereich arbeite man daran, neue Bestellungen zu gewinnen.

Was der Kurssturz für Anlegerinnen und Anleger bedeutet

Der Kursrückgang zeigt, wie hoch die Erwartungen an den Konzern sind. Seit dem Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 9,935 Milliarden Euro setzt Rheinmetall auf ein Wachstum von rund einem Drittel. Wenn große Rüstungsprojekte wie Arminius sich verzögern, schlägt das direkt auf den Umsatz des laufenden Jahres durch, selbst wenn die Aufträge später kommen. Für den Börsenwert zählt dann weniger der volle Auftragsbestand als die Frage, wie schnell daraus Umsatz wird.

Auch in Österreich ist der Konzern ein relevanter Arbeitgeber. Im Werk der Rheinmetall MAN Military Vehicles in Wien-Liesing werden laut Unternehmen pro Jahr 4.000 bis 4.500 Militär-Lkw gebaut, rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Mehr als 90 Prozent der Fahrzeuge gehen in den Export.

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