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Insektenlarven, Nassbremse, Holzkeramik: Das sind Oberösterreichs Innovationssieger 2026

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Die Erstplatzierten des Landespreises für Innovation 2026 in den Kategorien „Kleine und mittlere Unternehmen“, „Großunternehmen“ und „Forschungseinrichtungen“ (v. l.): 1. Reihe: Julian Hödlmayr (Stv. Aufsichtsratsvorsitzender, REPLOID), Wenzel Staub (Aufsichtsratsvorsitzender, REPLOID), Andreas Promberger (Head of R&D, Miba Friction Division), Christian Fürst (Key Researcher „Biobasierte Fasern und Carbon-Materialien“, Wood K plus); 2. Reihe: Franz Peter Mitterbauer (Vorstandsvorsitzender, Miba), Martin Klapf (Miba), Christoph Unterweger (Teamleiter „Biobasierte Fasern und Carbon-Materialien“, Wood K plus), Boris Hultsch (Geschäftsleitung, Wood K plus)

©Cityfoto/MARINGER

Reploid aus Wels, Miba aus Gmunden und das Linzer Kompetenzzentrum Wood K plus gewinnen den OÖ. Landespreis für Innovation 2026. Aus 61 Einreichungen wurden außerdem drei Projekte für den Staatspreis Innovation 2027 nominiert.

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Larven, die Reststoffe in Futter und Dünger verwandeln, eine Bremse, deren Abrieb nicht mehr in die Umwelt gelangt, und Hochleistungskeramik aus Holz: Das sind die Siegerprojekte des OÖ. Landespreises für Innovation 2026. Die Auszeichnung wurde am 21. Oktober in Linz zum 33. Mal vergeben. Insgesamt 61 Projekte waren eingereicht worden.

Veranstaltet wird der Preis vom Land Oberösterreich gemeinsam mit der Standortagentur Business Upper Austria. Partner sind die Sparte Industrie der WKO Oberösterreich und die Sparkasse OÖ. Ausgezeichnet wird in drei Kategorien: kleine und mittlere Unternehmen, Großunternehmen und Forschungseinrichtungen.

Landeshauptmann Thomas Stelzer bezeichnete Oberösterreich bei der Verleihung als „Ideenschmiede der Republik“. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sichere Innovation Arbeitsplätze und Wohlstand. Wirtschafts- und Forschungslandesrat Markus Achleitner betonte, technologischer Fortschritt müsse den Menschen konkret nützen. Die prämierten Projekte verbänden wirtschaftliche Stärke mit Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit.

KMU: Reploid macht aus Reststoffen Rohstoffe

In der Kategorie der kleinen und mittleren Unternehmen siegte die Reploid Group AG aus Wels mit ihrer „ReFarmUnit“. Das Unternehmen baut und betreibt modulare, hochautomatisierte Anlagen zur Insektenmast. Darin verwerten Larven der Schwarzen Soldatenfliege täglich 40 Tonnen organische Reststoffe aus Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie und Handel.

Nach der Mast dienen die Larven als Futtermittel oder werden zu Proteinen und Fetten für die Tierfutterindustrie und für industrielle Anwendungen verarbeitet. Aus den Ausscheidungen der Larven, dem sogenannten Insektenfrass, entsteht organischer Dünger. So schließt die Anlage Stoffkreisläufe in der Region.

Großunternehmen: Miba bindet Bremsabrieb im Öl

Bei den Großunternehmen gewann die Miba AG aus Gmunden mit der „Zero Emission Brake“. Das Bremssystem basiert auf einer Nassbremse mit eigens entwickelten Reiblamellen für Pkw. Die elektrische Antriebseinheit lässt sich direkt im Rad verbauen.

Der Clou: Verschleißpartikel, die beim Bremsen entstehen, werden im Öl gebunden und gelangen nicht in die Umwelt. Dafür hat Miba eine neue Reibmaterialformel auf Fiber-Composite-Basis entwickelt. Das Material hat laut den Veranstaltern einen geringeren CO₂-Fußabdruck als andere nasslaufende Bremsmaterialien. Die Entwicklung soll dazu beitragen, gesundheitsschädliche Partikel im Verkehr zu reduzieren.

Forschung: Wood K plus macht Keramik aus Holz

In der Kategorie Forschungseinrichtungen setzte sich das Linzer Kompetenzzentrum Wood K plus durch. Es entwickelt biobasierte Siliziumkarbid-Keramiken als nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Hochleistungskeramiken. Durch die Weiterverarbeitung mit rezykliertem Silizium erreicht das Material dieselben Eigenschaften wie fossilbasierte Werkstoffe.

Die neuen Materialien bestehen zu bis zu 75 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie eignen sich für Bauteile, die großer Hitze, Chemikalien und Verschleiß standhalten müssen, etwa in Pumpen, Turbinen, Düsen oder im Motorsport. Gemeinsam mit der SKF AG in Steyr wurde das Material bereits erfolgreich für Gleitlagerbuchsen getestet.

Alle Preisträger 2026 im Überblick

Kleine und mittlere Unternehmen:

  • 1. Platz: Reploid Group AG (Wels), ReFarmUnit

  • 2. Platz: iono FlexCo (Linz), sichere humanoide Robotikplattform für industrielle Anwendungen

  • 3. Platz: M-A-S Maschinen- und Anlagebau Schulz GmbH (Linz-Land), iQonicTWIN PreDensifier

Großunternehmen:

  • 1. Platz: Miba AG (Gmunden), Zero Emission Brake

  • 2. Platz: GE Healthcare Austria GmbH & Co OG (Vöcklabruck), Graphicflow

  • 3. Platz: Robert Bosch AG (Linz), PEM Elektrolyse Stack

Forschungseinrichtungen:

  • 1. Platz: Wood K plus, Kompetenzzentrum Holz GmbH (Linz), Hochleistungskeramik aus Holz

  • 2. Platz: Johannes Kepler Universität Linz, verschränktes Quantenlicht für abhörsichere Kommunikation

  • 3. Platz: LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen GmbH (Braunau), ProMetHeus Titania

Drei Projekte im Rennen um den Staatspreis

Für den Staatspreis Innovation 2027 hat die Jury drei Unternehmen nominiert: Miba mit der Zero Emission Brake, GE Healthcare Austria mit Graphicflow und Robert Bosch mit dem PEM Elektrolyse Stack. Das Bosch-Projekt geht zusätzlich für den österreichweiten Sonderpreis Verena ins Rennen. Für den Sonderpreis Econovius wurde M-A-S Maschinen- und Anlagebau Schulz mit dem iQonicTWIN PreDensifier nominiert.

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