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Lenzing - Land Burgenland könnte sich Beteiligung vorstellen

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Produktion im Südburgenland läuft Ende 2026 aus
©APA/APA/THEMENBILD/TEAM FOTOKERSCHI/WERNER KERSCHBA
Das Land Burgenland will den Standort des Lenzing-Werks in Heiligenkreuz (Bezirk Jennersdorf), dessen Schließung für Ende 2026 angekündigt wurde, erhalten und kann sich dafür auch eine Beteiligung vorstellen, sollte kein Investor gefunden werden. Der Erhalt des Werks und der Arbeitsplätze habe höchste Priorität, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Dienstag im ORF Burgenland. "Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen."

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Die erste Wahl sei ein Investor oder ein strategischer Partner, der den Betrieb langfristig weiterführe. "Sollte sich aber zeigen, dass zur Absicherung des Standorts eine Beteiligung des Landes notwendig ist, dann sind wir bereit, auch diesen Weg zu gehen", so Doskozil. Man werde alle Optionen prüfen - von einer vorübergehenden Beteiligung des Landes bis hin zur Mehrheitseigentümerschaft.

Neben der Fortführung der Produktion kann sich der Landeshauptmann auch vorstellen, den Standort weiterzuentwickeln, etwa durch zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten oder neue Geschäftsfelder. Dass es gelingen könne, einen Standort zu stabilisieren, habe das Pharmaunternehmen Sanochemia in Neufeld gezeigt, das das Land nach der Insolvenz 2019 übernommen hatte.

Der burgenländische Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth sprach am Dienstag von einer "erschreckenden Nachricht". Er habe von der angekündigten Schließung via Medien erfahren, meinte er beim "Sommergespräch" der WK Burgenland. In diesem Zusammenhang forderte er daher einmal mehr einen Bürokratieabbau, die Senkung der Energie- und der Mitarbeiterkosten, um den Standort Österreich zu sichern.

Am Standort Heiligenkreuz im Burgenland läuft die Faserproduktion bis Ende 2026 aus. "Die Nachricht ist extrem erschreckend, weil wir die Folgen noch nicht kennen. Was heißt das für die Zulieferbetriebe, was heißt das in der Wertschöpfungskette und in der Region. Mit einem Betrieb ist das noch nicht aus. Ich fürchte, es wird noch weitere Betriebe treffen", so Wirth, der vor "verheerenden Folgeschäden" warnte. Gemeinsam mit der Politik soll nun auf Sozialpartnerebene eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Wobei es "keinen Schnellschuss" für das Werk in Heiligenkreuz geben soll; die Produktion laufe noch bis Jahresende. Für die Region und die Mitarbeiter sei die Situation jedenfalls "sehr dramatisch".

Grundsätzlich brauche es Maßnahmen für die Wirtschaftsförderung, verwies er auf den Forderungskatalog an Bund und Land. Die Energiekosten müssten demnach sinken, der Standort attraktiver werden und die Bürokratie abgebaut werden. Im Burgenland gebe es einen Facharbeitermangel in vielen Branchen, die Lehre müsse attraktiver werden, meinte Wirth weiters. In der WK Burgenland wurde daher etwa die "Future Factory" etabliert, die bereits von 1.600 Jugendlichen besucht wurde.

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