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Als Vorschlag auf dem Tisch liegen seitens der Arbeitgeber seit 29. Mai 3,4 Prozent mehr Geld für die unterste Lohngruppe sowie eine durchschnittliche Anhebung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter um 3 Prozent. Betriebe könnten sich auf der Serviceseite der Fachverbände zum Letztangebot informieren und dieses "als Orientierung für allfällige freiwillige Lohn- und Gehaltserhöhungen heranziehen", so die Kammer. Verbindlich gelten den Angaben zufolge weiter die Lohn- und Gehaltstabellen des letzten Abschlusses, die seit 1. Mai 2025 in Kraft sind.
Wie es nun weitergeht, ist offen - die Arbeitgeberseite verkündete einen Abbruch der Verhandlungen, die Gewerkschaft will weitere Gespräche. "Wir haben heute und auch in den vergangenen Tagen die Wirtschaftskammer um einen nächsten Verhandlungstermin ersucht", sagte die Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, Eva Eberhart, im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF. "Das wurde von Wirtschaftskammer-Seite aber abgelehnt." Eberhart kündigte laut Radiobeitrag Kampfmaßnahmen an. Man sei dabei, die Beschäftigten zu mobilisieren.
"Dieses Angebot ist eine Respektlosigkeit gegenüber einer ohnehin extrem belasteten Branche", erklärte die Gewerkschaft vida am Mittwoch. "Wenn es darum geht, den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Inflation abzugelten, schalten die Arbeitgeber auf stur", so die Arbeitnehmervertreter. Es sei den Beschäftigten schlicht nicht mehr vermittelbar, warum sie trotz hoher Buchungslage am Monatsende real weniger im Geldbörserl haben sollen.
Die Arbeitgeber hätten in den vergangenen vier Jahren bei einer Inflation von 24,8 Prozent die Kollektivvertragslöhne und -gehälter um 27,1 Prozent erhöht, kontert die Kammer. In der untersten Lohngruppe sei man mit einer Erhöhung um 28,6 Prozent sogar deutlich über der Inflation gelegen.
Weiters sei in den vergangenen beiden Jahren grundlegenden Änderungen im Rahmen-Kollektivvertrag zugestimmt worden, die für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer "darüber hinausgehende Lohn- und Gehaltserhöhungen bewirkten" - so etwa Sonderzahlungen auf IST-Lohn-Basis und die Einführung eines flächendeckenden Nachtarbeitszuschlags.
Nach vielen hitzigen Gesprächsrunden hatten die Arbeitgebervertreter am 29. Mai besagtes "Letztangebot" vorgelegt. Dieses Angebot sei zunächst von der Gewerkschaft abgelehnt worden, dann sei eine "basisdemokratische Mitgliederbefragung" durchgeführt worden, die bis Dienstag (23. Juni 2026) gelaufen sei. Das Ergebnis: Auch hier wurde der Vorschlag der WKÖ zurückgewiesen. "Kein Abschluss auf Kosten der Kaufkraft", so der Standpunkt der vida.
Die Kammer bezweifelt indes die Seriosität der Umfrage. Die betreffende Online-Befragung sei öffentlich zugänglich gewesen und habe unabhängig von einer tatsächlichen Anstellung im Hotel- und Gastgewerbe oder einer Gewerkschaftsmitgliedschaft ausgefüllt werden können. Zudem habe es keine technischen Einschränkungen gegeben, die eine mehrfache Teilnahme und Abstimmung durch ein und dieselbe Person verhindert hätten.
Die Arbeitgeber sehen ihren wirtschaftlichen Spielraum "ausgeschöpft", wie die zuständigen Wirtschaftskämmerer und Unternehmer Alois Rainer (Gastronomie) und Georg Imlauer (Hotellerie) via Aussendung betonten. Mit einer Erhöhung von 3,4 Prozent in der untersten Lohngruppe sei der Forderung der Gewerkschaft bis auf 0,1 Prozentpunkte nachgekommen worden. Das Letztangebot sei fair gewesen.






