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Zunächst hatten im Frühjahr noch gute Erdäpfel-Bedingungen geherrscht. Ab Juni regierten dann Hitze und Trockenheit, Niederschläge im September seien für das Pflanzenwachstum zu spät gekommen, hielt die niederösterreichische Landwirtschaftskammer in einer Aussendung anlässlich des Pressetermins in Niederhollabrunn (Bezirk Korneuburg) fest. Die durchschnittliche Gesamterntemenge von rund 700.000 Tonnen werde somit deutlich unterschritten.
"Das heurige Jahr zeigt sehr deutlich, unter welchem Druck die Landwirtschaft steht. Wo Wasser fehlt, können wir Bäuerinnen und Bauern selbst mit bestem Know-how keine Erträge herbeizaubern. Kommt gleichzeitig der Drahtwurm hinzu und fehlen ausreichend wirksame Möglichkeiten zur Bekämpfung, wird die Situation doppelt schwierig", bilanzierte Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ. Fraßschäden würden die Betriebe in einem ohnehin ertragsschwachen Jahr doppelt treffen, konstatierte er.
In den Mittelpunkt rücke nun die Wasserversorgung. Einzelbetriebliche Anpassungen wie Investments in wassersparende Bewirtschaftung und Bewässerungssysteme reichen aus Sicht von Mayr nicht aus. "Wir brauchen eine langfristige Strategie - von effizienten Lösungen auf den Betrieben über regionale Projekte bis hin zu einer überregionalen Wasserinfrastruktur. Wer auch in zehn oder zwanzig Jahren Lebensmittel aus Niederösterreich will, muss heute die Voraussetzungen dafür schaffen."
Wie lange Österreich mit heimischen Erdäpfeln versorgt werden kann, sei derzeit noch offen. Entscheidend sei hier, wie viel der eingelagerten Ware nach Waschen und Sortierung vermarktungsfähig bleibt. Ein klareres Bild dürfte es im Laufe des Winters geben. Michael Bachl, Obmann der InteressenGemeinschaft Erdäpfelbau (IGE), stellte sich mit einer Forderung in Richtung Preispolitik ein. "Wir erwarten von den Abnehmern, dass die Erzeugerpreise für heimische Ware zumindest auf dem Niveau möglicher importierter Erdäpfel liegen. Gerade in einem Jahr wie diesem darf nicht jetzt schon auf ausländische Ware gesetzt werden, solange noch ausreichend heimische Erdäpfel verfügbar sind."
Gleichzeitig erging auch ein Appell an Konsumentinnen und Konsumenten. "Auch kleinere Knollen schmecken genauso gut wie große. Wir sollten wertvolle heimische Lebensmittel nicht allein deshalb aussortieren, weil sie optisch nicht einem gewohnten Ideal entsprechen", sagte Bachl.
