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Die Herbstlohnrunde startet dieses Jahr im Oktober ohne Metaller, weil sich die Sozialpartner im Vorjahr auf einen zweijährigen "Krisenabschluss" unterhalb der Inflationsrate geeinigt haben. Ab dem 1. November 2026 steigen in der Metalltechnischen Industrie die Ist-Löhne und Gehälter um 1,9 Prozent und die kollektivvertraglichen Mindestentgelte um 2,1 Prozent. Trefelik verwies auch auf den Gehaltsabschluss im öffentlichen Dienst und die Pensionserhöhungen, die unter der Inflation liegen.
Der Handel ist aus Sicht von WKÖ-Vertreter Trefelik seit der Coronapandemie im Jahr 2020/21 in der Krise. Auf die Pandemie seien die Energiepreis-Krise und der Ukraine-Krieg im Jahr 2022 und zuletzt der Irak-Krieg gefolgt. Seit Corona seien die Einzelhandelsumsätze inflationsbereinigt rückläufig und das Konsumklima habe sich in den vergangenen sechs Jahren leider nicht erholt, sagte Trefelik am Mittwoch bei der Präsentation einer Handelsflächen-Studie auf Journalistennachfrage. Die Gewerkschaft GPA sieht die "pauschale Darstellung einer durchgehenden Krise im Handel durch die jüngsten Zahlen nicht gedeckt". Der Einzelhandel ohne Handel mit Kfz und ohne Tankstellen ist im Juli laut Statistik Austria real um 2,3 Prozent gestiegen, bei Lebensmittel gab es ein reales Plus von 4,1 Prozent. "KV-Verhandlungen dürfen nicht auf Bauchgefühl und Dauerkrisenrhetorik beruhen", so die gewerkschaftliche KV-Chefverhandlerin für den Handel, Linda Keizer, in einer Aussendung.
Die Handels-KV-Gehaltsabschlüsse 2024, 2025 und 2026 lagen bereits unter der rollierenden Inflation. Dies bedeutet einen Kaufkraftverlust für die Handelsbeschäftigten. Der WKÖ-Handelsobmann warb für Verständnis. Die Handelsbranche kämpfe mit sinkender Rentabilität und Produktivität. Bei den kommenden KV-Gehaltsverhandlungen ist laut Trefelik "Kreativität" auf beiden Seiten nötig. "Es wird mehr brauchen als einen reinen Prozentsatz." Die Gewerkschaft drängt seit Jahren auf Änderungen im Rahmenrecht. Im Vorjahr forderte die GPA für Handelsangestellte ein Recht auf Aufstockung der Arbeitszeit, wenn regelmäßig Mehrarbeit geleistet wird und eine 50-prozentige Zuschlagsregelung ab der ersten Mehrarbeitsstunde. Eine weitere Forderung sind zusätzliche dauerhafte Freizeittage.
