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Mayer geht jedoch davon aus, dass der Tanktourismus aus Deutschland abnehmen wird, weil es dann weniger lukrativ sei, fürs Tanken weite Strecken bis nach Österreich zu fahren. "Der Radius wird sicher kleiner", so Mayer.
Der Tanktourismus und generell höhere Spritpreise in Deutschland und auch in Italien führt Mayer als Grund dafür an, warum die Benzin- und Diesel-Preise in Tirol "fast immer" die österreichweit höchsten seien. Die Zahlungsbereitschaft sei in Tirol höher, gleichzeitig seien die Transportkosten, um Sprit von Hafen oder Raffinerie nach Tirol zu liefern, höher als in den drei günstigsten Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und Wien, wo die Donau als günstiger Transportweg eine Rolle spiele, so Mayer.
Seit Anfang 2025 waren die Preise sowohl für Super als auch für Diesel an 91 Prozent der Tage in Tirol am teuersten. Die Tirolerinnen und Tiroler mussten im Schnitt um 6 Cent mehr pro Liter Sprit zahlen als im österreichweiten Durchschnitt.
Die für Energie zuständige Behörde prüft derzeit aufgrund des Irankriegs monatlich die Auswirkungen auf die Kraftstoff-Preise und kontrolliert, ob die Tankstellenbetreiber die erlaubte Preisobergrenze einhalten. Die Obergrenze ergibt sich aus den Großhandelspreisen für Diesel und Benzin und einer Handelsmarge der Betreiber.
In der ersten Septemberhälfte lag der tatsächliche Preis für Diesel im Schnitt um fast 8 Cent unter dem erlaubten Referenzpreis, für Eurosuper lag der Preis im Schnitt 4,4 Cent unter der Preisobergrenze. Mayer führt das deutliche Unterschreiten der erlaubten Höchstpreise auf einen funktionierenden Wettbewerb unter den Tankstellen zurück.
Vor allem kleinere Kraftstoffhändler, die weniger als 30 Tankstellen betreiben, sorgen für niedrigere Preise, weil sie die großen Ketten und die Mineralölkonzerne wie OMV, BP oder Eni unterbieten. Diese Marktstruktur komme den Autofahrerinnen und Autofahrern in Österreich zugute und sei eine der Erklärungen, warum Österreichs Tankstellenpreise niedriger seien als etwa in Deutschland.
Mayer rät daher davon ab, die Margenbegrenzung von 5 Cent wie in der Anfangsphase der Spritpreisbremse wieder einzuführen. Größere Unternehmen würden das aushalten, aber kleinere den Markt belebende Tankstellenbetreiber würden unter Druck geraten und womöglich das Handtuch werfen. Sollte sich die Regierung entschließen, wieder in die Margen einzugreifen, dann sollten es nach Mayers Einschätzung nicht mehr als 2,5 Cent sein und der Eingriff sollte nicht länger als ein oder zwei Monate andauern, weil sonst negative Effekte auf den Wettbewerb drohten.
E-Control-Schild am Gebäude am Dienstag, 17. März 2026, anl. eines PG der E-Control zum Thema "Bilanz über die vergangenen 5 Jahre und Tätigkeitsbericht" in Wien.
