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Flatex: Österreicher haben "Home Bias" beim Investieren

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Österreichische Anlegerinnen und Anleger setzen bei ihren Investitionen im Vergleich zu Aktionären anderer Länder verstärkt auf heimische Vermögenswerte. So sind Aktien von OMV, RBI, Erste Group oder sonstigen hiesigen Unternehmen überproportional in den Depots der österreichischen Aktionäre vertreten, geht aus einer aktuellen Analyse des Online-Brokers FlatexDegiro hervor. Trotz dieses "Home Bias" werden internationale Werte und insbesondere Tech-Aktien immer beliebter.

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Laut den Daten des Frankfurter Finanzunternehmens, das hierzulande mit der Marke "Flatex" etabliert ist, finden sich derzeit sieben österreichische Unternehmen in den Top 25 der meistgehaltenen Aktien - und damit mehr, als etwa deutsche Aktionäre deutsche Aktien als Bausteine in ihren Depots verankern.

Analysiert wurden die Aktivitäten der 420.000 Flatex-Kunden in Österreich im ersten Halbjahr 2026. Dabei zeigt sich: Die Investitionsquote - sprich das investierte Vermögen im Verhältnis zu Cash am Wertpapierkonto - nimmt ebenso wie die Investitionsaktivitäten zu. Alleine im Juni wurden 710.000 Trades getätigt, 560.000 waren es im Vorjahresmonat. Flatex sieht darin allerdings eher ein Zeichen für regelmäßigeres Traden als für einen Trend zu kurzfristiger Spekulation. Und: Frauen, die tendenziell weniger als Männer in Aktien investieren, holen etwas auf. Bei Flatex stieg die Zahl der Anlegerinnen im ersten Halbjahr von 92.000 auf 114.000, der Frauenanteil erhöhte sich damit von 26 auf 27 Prozent.

Generell strömt das Geld der Anlegerinnen und Anleger neben dem Fokus auf österreichische Aktien aktuell vermehrt in Tech-Werte und insbesondere in KI-Anteilsscheine. Der KI-Chip-Gigant Nvidia dominiert, er ist mit 270 Mio. Euro die größte Einzelposition der Anleger bei Flatex, dahinter folgen Alphabet (Google) mit rund 203 Mio. Euro, Apple mit rund 152 Mio. Euro, Amazon mit rund 149 Mio. Euro und Microsoft mit gut 138 Mio. Euro. Zusammengefasst: Nvidia kommt rein, OMV bleibt drin.

Der Chef von FlatexDegiro, Oliver Behrens, glaubt indes nicht, dass die aktuelle KI-Euphorie zwangsläufig zu einem Crash führen muss, wie dies von einigen Analysten vorhergesagt wird. "Blasen und exzessive Aktienentwicklungen gibt es immer. Blasen platzen auch immer wieder, weil die Dinge sich von der Realität entfernen und dann normalisieren. Aber meist kommen die Dinge anders als erwartet", sagte er vor Journalistinnen und Journalisten in Wien. Wichtig sei, sein Geld nicht nur in zwei oder drei Werte zu veranlagen, sondern breit zu streuen.

Auch selbst setzt Behrens in seinem Unternehmen auf Künstliche Intelligenz. Dies allerdings nur zur Unterstützung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ersetzen werde sie sein Personal nicht. Dass FlatexDegiro-Beschäftigte bei Fragen und Problemen für seine Kunden direkt erreichbar seien, erachte er als Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz, dies werde man daher beibehalten. In Österreich, wo das Unternehmen langfristig 10 Prozent der Bevölkerung erreichen will, hat FlatexDegiro eine Niederlassung in Graz.

Ob man über Flatex oder generell in Österreich bei den geplanten Börsengängen von Anthropic und OpenAI Aktien zeichnen können wird, hängt im Übrigen nicht von dem Broker ab: Möglich wäre dies nur, wenn die entsprechenden Börsenprospekte auch hierzulande zugelassen werden. Bei SpaceX war dies unlängst nicht der Fall. Anleger mussten auf Broker in Drittstaaten ausweichen und damit teils hohe Gebühren zahlen.

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