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Energiewende made in China? Das Problem mit den Batteriespeichern

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Lithium-Eisenphosphat-Batteriezelle des chinesischen Herstellers CATL
Eine LFP-Speicherzelle des chinesischen Weltmarktführers CATL: Zellen wie diese stecken in vielen Speichern, die in Europa verbaut werden.©Aeroid, Wikimedia Commons

Batteriespeicher gelten als Schlüssel für günstigen Ökostrom, Investoren wie Stefan Pierer steigen gerade ein. Doch die Zellen in den Containern und Kellern kommen großteils aus China. Experten warnen vor einer Abhängigkeit, die an jene von russischem Gas erinnert.

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Ein Boom mit chinesischem Herz

Batteriespeicher sind das Thema der Stunde. Energiekonzerne bauen Großanlagen, Hausbesitzer stellen sich Akkus in den Keller, und auch der Industrielle Stefan Pierer hat mit Herbert Paierl, dem Chef des Branchenverbands Photovoltaic & Battery Austria, ein Speicher-Unternehmen gegründet. Pierer kennt das Geschäft mit China gut: Die Mehrheit an seinem Autozulieferer Leoni hat er an den chinesischen Konzern Luxshare verkauft.

Damit steht er für ein Muster, das die ganze Branche prägt. Wer heute einen Batteriespeicher kauft, bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit Zellen aus China. Laut Internationaler Energieagentur hielt das Land 2024 bei der Batterieproduktion einen Weltmarktanteil von mehr als 75 Prozent. Zellen sind dort zudem 20 bis 30 Prozent günstiger als in Europa.

Die Zahlen hinter der Abhängigkeit

Wie groß die Abhängigkeit ist, zeigt das Beispiel Deutschland, Europas größter Speichermarkt. Dort wurden 2025 knapp 600.000 neue stationäre Batteriespeicher installiert. Gleichzeitig importierte Deutschland laut dem Elektroindustrieverband ZVEI Batterien im Wert von rund elf Milliarden Euro aus China, ein Plus von 25 Prozent. Das ist mehr als die gesamte deutsche Batterieindustrie mit 8,1 Milliarden Euro produziert hat.

Besonders kritisch ist die Lage bei Lithium-Ionen-Zellen, also genau jener Technik, die in Heim- und Großspeichern steckt. Der größte Hersteller der Welt ist das chinesische Unternehmen CATL, das auch Werke in Thüringen und im ungarischen Debrecen betreibt. Europäische Hersteller von globalem Rang gibt es kaum.

Warum Experten an Russland denken

Die Warnungen sind nicht neu. Bereits 2023 kam ein interner Bericht der EU zu dem Schluss, dass Europa bis 2030 bei Batterien und Brennstoffzellen in eine Abhängigkeit von China geraten könnte, die in ihrer Schwere jener von russischem Gas vor dem Ukraine-Krieg ähnelt. Der Unterschied: Gas wird verbraucht, Batterien bleiben jahrzehntelang im Netz.

Dazu kommen Sicherheitsfragen. Moderne Speicher sind vernetzt und werden aus der Ferne gesteuert. Fachleute weisen darauf hin, dass ein hoher Anteil chinesischer Technik im Stromnetz auch sicherheitspolitische Risiken birgt. Kritiker werfen China zudem vor, Batterien teils unter den Materialkosten nach Europa zu liefern, um die heimische Konkurrenz vom Markt zu drängen. Bei den Solarmodulen ist genau das bereits passiert: Europas Produktion ist weitgehend verschwunden.

Hinzu kommt das Rohstoffproblem. Europa verfügt kaum über eigenes Lithium und ist auf Importe angewiesen, während China seit Jahren Minen und Raffinerien in Australien, Chile oder Afrika aufkauft.

Was die EU jetzt dagegen tut

Brüssel setzt vor allem auf Transparenz und Kreislaufwirtschaft. Ab 18. Februar 2027 muss laut EU-Batterieverordnung jede Industriebatterie mit mehr als zwei Kilowattstunden Kapazität, also auch jeder Heimspeicher, einen digitalen Batteriepass haben. Per QR-Code lassen sich dann Herkunft, verwendete Rohstoffe und Zustand abrufen.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen ans Recycling. Bis Ende 2027 müssen Recyclingverfahren 90 Prozent von Kobalt, Kupfer, Blei und Nickel zurückgewinnen, bei Lithium sind es 50 Prozent. Die Idee dahinter: Je mehr Rohstoffe aus alten Akkus wiederverwendet werden, desto weniger muss importiert werden. Die geplanten Sorgfaltspflichten für Lieferketten wurden allerdings auf August 2027 verschoben.

Kann Europa noch aufholen?

Ganz verloren ist das Rennen nicht. Die Internationale Energieagentur erwartet, dass der chinesische Anteil am EU-Markt bis 2030 auf 38 Prozent sinkt. Europa selbst könnte dann 27 Prozent liefern, Korea 21 Prozent und US-Unternehmen 9 Prozent. Ein Teil dieses Wandels geht allerdings auf chinesische Werke zurück, die in Europa gebaut werden. Investiert wird dort, wo die Kunden sitzen.

Für Käufer eines Heimspeichers heißt das vorerst: Ganz ohne China geht es kaum. Wer Wert auf Herkunft legt, sollte beim Kauf gezielt nach dem Zellhersteller fragen, nicht nur nach der Marke auf dem Gehäuse. Ab 2027 hilft dabei der Batteriepass.

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