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Der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS) verwies auf die beschränkten Mittel für Kurzarbeit. Für heuer habe man 20 Mio. Euro budgetiert, sagte Kopf im Klub der Wirtschaftspublizisten. Die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS prognostizierten Ende März eine Stagnation oder einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Je nach Länge der Iran-Krise und Höhe der Energiepreise kann sich die Konjunkturentwicklung aber noch spürbar verschlechtern.
Mit großem Interesse beobachtet Kopf die aktuellen Regierungsverhandlungen rund um das Doppelbudget 2027/28. Heuer steht dem AMS ein Förderbudget für aktive Arbeitsmarktpolitik in Höhe von rund 1,3 Mrd. Euro zur Verfügung. Die aktive Arbeitsmarktpolitik des AMS umfasst die Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung (u. a. Schulungen) sowie der Mobilität und die befristet geförderte Beschäftigung in kommerziellen Betrieben oder in sozialen Unternehmen. Aufgrund der aktuellen Konjunkturlage hofft Kopf, dass das AMS-Förderbudget bei den Budgetverhandlungen von "allfälligen Kürzungen wenig bis nicht betroffen" ist.
Vorschläge für Einsparungen wollte der AMS-Vorstand den Budgetverhandlern nicht über die Medien ausrichten. Die im Vorjahr von der Regierung beschlossenen Einschränkungen bei der Bildungskarenz und dem geringfügigen Zuverdienst neben dem Arbeitslosengeld sind ab heuer budgetwirksam. Am 8. Juni startet das strengere Nachfolgemodell für die Bildungskarenz. Die Weiterbildungszeit ist mit maximal 150 Mio. Euro pro Jahr dotiert. Bei der Bildungskarenz gab es keine Förderobergrenze und sie kostete zuletzt rund 600 Mio. Euro pro Jahr.
Kopf ist kein Anhänger eines "Jobverlust-Weltuntergangsszenarios" durch Künstliche Intelligenz (KI). Österreich werde durch KI langfristig "zehntausende, vielleicht hunderttausende Jobs" verlieren, aber viele neue Arbeitsplätze würden entstehen. Für eine genaue Prognose über die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt sei es noch zu früh. Der AMS-Vorstand wünscht sich ein öffentliches Weiterbildungsbudget für Beschäftigte, unter anderem für KI-Qualifizierung. "Es wäre sehr sinnvoll, wenn unsere Beschäftigten mit dieser Technologie umgehen können." Dies sei auch ein Wettbewerbsvorteil für Österreich.





