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Der Gewinnanstieg gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf das Inlandsgeschäft der Großbanken sowie auf das anhaltend gute Geschäft in Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE) zurückzuführen. Der weitaus überwiegende Teil der Erträge wurde laut Notenbank einbehalten, um die Kapitalausstattung zu stärken. Die harte Kernkapitalquote stieg dadurch auf einen Höchstwert von 19,0 Prozent. Insgesamt stabilisierte sich die Quote der notleidenden Kredite (NPL) im Gesamtsektor nach den jüngsten Zuwächsen bei 3 Prozent. Die private Wohnbaufinanzierung zog aufgrund gesunkener Zinsen wieder deutlich an, während die Kreditnachfrage der Unternehmen gedämpft blieb.
Deutlich angespannter ist die Lage hingegen im Segment der Gewerbeimmobilien (CRE). Hier stieg die NPL-Quote auf 8,3 Prozent, im Bereich des gewerblichen Wohnbaus sind mittlerweile mehr als 14 Prozent der Kredite notleidend. Auch bei kleinen und mittleren Unternehmen nahm der Anteil der Problemkredite im Jahresvergleich weiter auf 6,3 Prozent zu. Gleichzeitig fuhren die Banken 2025 ihre Risikovorsorgen zurück, wodurch die Abdeckung der Kreditausfälle durch Wertberichtigungen auf unter 40 Prozent sank.
Da heimische Institute mit einem Anteil von 43 Prozent an den Unternehmenskrediten im europäischen Vergleich stark im Immobiliensektor engagiert sind, mahnt die Aufsicht zur Vorsicht. Das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) empfiehlt, den sektoralen Systemrisikopuffer (sSyRP) für Gewerbeimmobilien zur Stärkung der Risikotragfähigkeit in zwei Schritten bis Mitte 2026 auf 2 Prozent und bis Mitte 2027 auf 3,5 Prozent anzuheben.
Für die Zukunft rät die Notenbank den Instituten angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten zu einem aktiven Abbau notleidender Kredite, höheren Risikovorsorgen sowie einer konservativen Bewertung von Kreditsicherheiten. Bei den privaten Wohnbaukrediten sollen die derzeitigen nachhaltigen Vergabestandards beibehalten werden. Das makroökonomische Umfeld bleibt schwierig: Die Wirtschaftsaussichten für Österreich sind laut OeNB-Prognose mit einem erwarteten Wachstum von 0,5 Prozent im Jahr 2026 weiterhin gedämpft.





