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"Wien hat immer Saison", freute sich Wiens Bürgermeister Michael Ludwig über den Erfolg der Branche und strich auch deren wirtschaftliche Bedeutung für ganz Österreich hervor. Immerhin generierten die Kongresse und Tagungen in Wien eine Wertschöpfung von 1,7 Mrd. Euro und zeichneten für 19.300 Ganzjahresarbeitsplätze verantwortlich.
"Wir haben noch ein bisschen Luft nach oben, das täte ich in den nächsten Jahren gerne heben", relativierte der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck, mit Blick auf die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von den Angaben zufolge 4,5 Tagen. "Ich würde mir mehr wünschen", sagte er zur APA. In Summe verbuchte Wien im abgelaufenen Jahr rund 20 Millionen touristische Nächtigungen. Die Wertschöpfung der gesamten Wiener Wirtschaft bezifferte er mit rund 130 Mrd. Euro.
Gleichzeitig strich Ruck die "Hochwertigkeit der Ausgaben" der Wiener Kongress-Touristen hervor. "Die Besucher geben in etwa das Doppelte aus wie der Durchschnitt der anderen Touristen, die nach Wien kommen - knapp die Hälfte steigt in der 4- und 5-Stern-Hotellerie ab." Die durchschnittlichen Tagesausgaben liegen laut Kettner bei 560 Euro pro Tag - beim herkömmlichen Gast in Wien seien es 380 Euro pro Tag, beim Gast in Österreich 260 Euro.
Die Ausgabenfreudigkeit kommt gut an. "Das ist, was wir wollen und was dem Wiener Handel sehr hilft", so Ludwig. Die Bundeshauptstadt bemühe sich generell um internationale Großevents, sagte er mit Blick auf den anstehenden Eurovision Song Contest. "170 Millionen Menschen werden an den Bildschirmen auf der ganzen Welt teilnehmen." Das richtet die internationale Aufmerksamkeit auf Wien.
Das international stark umkämpfte Kongressgeschäft läuft seit Jahren rund. "Am meisten profitiert der Bund, am zweitmeisten die anderen Bundesländer und Gemeinden rundherum", sagte Ludwig und verwies auf die dabei 2025 generierten Steuererträge von insgesamt 348 Mio. Euro. 223 Millionen davon fließen an den Staat und 125 Millionen an die Länder und Gemeinden - 39 Millionen an Wien selbst.
"Ein bedeutsamer Teil der Wiener Wirtschaft ist der Tourismus, insbesondere der Kongresstourismus - wir nutzen natürlich das Image der Stadt Wien als Weltmetropole", vermerkte der Bürgermeister. Österreich profitiere ganz stark von der Marke Wien, die international sehr stark positioniert sei.
Es sei aber wichtig immer wieder Impulse zu setzen, um die Marke zu pflegen, betonte Ludwig. 2025 sei das Johann Strauss gewesen, heuer Gastronomie. Die Wiener Küche, die international berühmt sei und sich aus vielen Einflüssen zusammensetze, soll "die Sehnsucht wecken nach Wien zu kommen" - sie soll auch hier genossen werden.
Der Iran-Krieg und die Probleme im Flugverkehr infolge der beeinträchtigten Luftfahrt-Hubs im Nahen Osten verursachten laut WienTourismus noch keine Absagen. "Es gibt keine Rückgänge bei den Buchungen", so Kettner. Auch der Kongresstourismus spürt das derzeit nicht. "Das beeinflusst uns nicht, aber wir sind aktiv und beschäftigen uns, wie wir Wien positionieren", hielt die Leiterin des Vienna Convention Bureau (VCB) im WienTourismus, Anita Paic, fest.
Die Bundeshauptstadt will mit Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit und Kalkulierbarkeit punkten. Und es gebe bereits Anfragen, wo Veranstaltungen im Nahen Osten vorgesehen waren. Für 2026 seien bereits 60 Kongresse und Tagungen mit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fixiert. Vor allem bei medizinischen Kongressen ist Wien weltweit führend.






