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Wolf vs. Weidetiere: Studie zeigt Konflikt-Hotspots in Österreich

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Laut Boku-Studie zehn Prozent der Landesfläche
©APA, THEMENBILD, HANS KLAUS TECHT
Eine Studie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien hat den Zusammenhang von geeigneten Lebensräumen für Wölfe mit einem erhöhten Risiko für Nutztierrisse für Österreich untersucht. Beide Faktoren wurden räumlich modelliert und führten zu dem Ergebnis, dass rund 47 Prozent der Landesfläche sich grundsätzlich für Wölfe eignen und auf 23 Prozent eine erhöhte Anfälligkeit für Nutztierrisse besteht - bei zehn Prozent trifft beides zu.

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Dafür analysierte das Team um Erstautor Florian Kunz vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft 124 ausgewählte Wolfsnachweise und 109 dokumentierte Rissereignisse und verknüpfte diese mit 37 Faktoren wie Waldanteil, Gelände, Siedlungsnähe und Nutztierhaltung, berichtete die Boku am Dienstag in einer Aussendung zu der in "Wildlife Biology" publizierten Studie.

Für zehn Prozent der Landesfläche, oder rund 8.000 Quadratkilometer, findet sich sowohl ein geeigneter Wolfslebensraum wie auch die erhöhte Anfälligkeit für Nutztierrisse. "Geeigneter Wolfslebensraum bedeutet nicht automatisch ein hohes Konfliktpotenzial", erklärte dazu Florian Kunz. "Entscheidend ist, wo gute Lebensbedingungen für den Wolf mit einer hohen Gefährdung für Nutztiere zusammentreffen."

Besonders konfliktträchtige Gebiete finden sich demnach auf alpinen Weideflächen am oder oberhalb des Waldrandes sowie auf offenen, von Wald umgebenen Flächen, wie sie vor allem in Tirol und Kärnten zu finden seien. Um diese Gebiete sichtbar zu machen, entwickelten die Forschenden einen Priorisierungsindex, der die Eignung als Wolfslebensraum mit der Anfälligkeit für Nutztierrisse verbindet und somit aufzeigen kann, wo Präventionsmaßnahmen besonders notwendig wären.

Wenn großflächige wolfssichere Zäune als Schutz wegen steiler und schwer zugänglicher Almflächen nicht möglich seien, könnten laut Studie auch Behütung, Nachtpferche, Herdenschutzhunde oder Kombinationen verschiedener Maßnahmen eine Rolle spielen, die jedoch mit entsprechenden Mehrkosten verbunden seien.

Die Forschenden betonen zugleich, dass die Modelle keine Vorhersage darüber liefern, wo es künftig tatsächlich zu einem Wolfsriss kommen wird. "Wenn wir (aber) wissen, wo sich geeigneter Lebensraum und erhöhtes Konfliktpotenzial überschneiden, können Präventionsmaßnahmen wesentlich effektiver geplant werden", wurde Kunz zitiert. Und das sei eine wichtige Voraussetzung für ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf.

Die Studie unterstreiche, dass nachhaltiges Wolfsmanagement unterschiedliche Instrumente benötigt – von vorbeugendem Herdenschutz und Beratung über Entschädigungsmodelle bis hin zu einem systematischen Monitoring. Ebenso wichtig seien transparente Daten und eine Zusammenarbeit über Bundesländer- und Staatsgrenzen hinweg, hieß es abschließend.

(S E R V I C E - Kunz, F. et al.: Prioritizing areas for wolf management in Austria by modelling potential habitat and depredation risk. Wildlife Biology, 2026. DOI: 10.1002/wlb3.01655)

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