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Die Pläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) für die AHS-Oberstufe sehen vor, dass im Gegenzug zur Ausweitung des Informatikunterrichts und der Einführung des Gegenstands "Medien und Demokratie" im Gymnasium die Lateinstunden von zwölf auf acht Wochenstunden gekürzt werden sollen. Damit fiele man unter die zehn Wochenstunden-Grenze, die den Studierenden die Zusatzprüfung erspart. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) hatte sich zuletzt für eine Senkung der Anforderung offen gezeigt - eine Änderung der Universitätsberechtigungsverordnung fiele in ihre Zuständigkeit.
Die Palette der Fächer, die eine Latein-Zusatzprüfung bzw. die entsprechenden Wochenstunden in der Schule erfordern, ist recht breit - und durchaus überraschend. Grob kann man sie in zwei Kategorien unterteilen. Für Alte Geschichte und Altertumskunde, Klassische Archäologie, Archäologie, Klassische Philologie, Klassische Philologie-Latein, Ägyptologie, Altertumswissenschaften sowie das Lehramt Latein ist der Nachweis des Latinum nötig, bevor das Studium überhaupt begonnen werden kann.
Die zweite Gruppe der Fächer ist deutlich größer: Für sie reicht es, wenn die Zusatzprüfung erst vor Absolvierung der ersten Diplomprüfung nachgewiesen wird. Darunter fallen etwa Medizin, Veterinärmedizin, Pharmazie, Jus, Geschichte, Philosophie, Evangelische und Katholische Theologie oder Kunstgeschichte. Aber auch Studienrichtungen, von denen man das nicht erwartet hätte, trifft die Latein-Pflicht - etwa Musikwissenschaft, Finno-Ugristik, Anglistik, Turkologie, Skandinavistik, Vergleichende Literaturwissenschaft oder (neben anderen Lehramtsstudien) das Lehramt Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Deutsch, Russisch, Englisch, Französisch, Slowenisch, Tschechisch oder Ungarisch.






