ABO

WMO: Nächster Hitzerekord in kommenden Jahren sehr wahrscheinlich

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
2 min
In den kommenden Jahren muss man sich wohl erneut auf Hitze einstellen
©APA, GINDL, Barbara Gindl
2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, aber der Rekord dürfte nach einem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) schon bald fallen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Jahre 2026 bis 2030 eine noch höhere globale Durchschnittstemperatur aufweist, liege bei 86 Prozent, teilte die WMO in Genf mit. Der Rekordwert 2024 lag bei rund 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau (1850-1900).

von

Schon 2027 könnte es so weit sein, zitiert die WMO den Hauptautoren, Leon Hermanson vom britischen Wetterdienst UK Met Office: "Für Ende 2026 wird ein El Niño vorhergesagt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das folgende Jahr 2027 das nächste Rekordjahr wird." El Niño ist ein alle paar Jahre natürlich vorkommendes Klimaphänomen. Dabei erwärmt sich das Meer im Pazifik vor Südamerika. Folgen sind überdurchschnittliche Niederschläge etwa in Mittel- und Südamerika und Teilen Zentralafrikas, Dürren unter anderem in Australien, Südostasien und dem südlichen Afrika. In Europa sind die direkten Auswirkungen begrenzt.

Nach dem Bericht dürfte die bodennahe Lufttemperatur im globalen Durchschnitt in diesem und den drei kommenden Jahren zwischen 1,3 und 1,9 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. Mit 91-prozentiger Wahrscheinlichkeit werde mindestens eines davon wie bereits 2024 über dem im Weltklimavertrag von Paris als Höchstgrenze angestrebten Wert von 1,5 Grad liegen.

Die Experten halten es auch für möglich, dass die gesamte Fünfjahresperiode von 2026 bis 2030 über dem 1,5-Grad-Ziel liegt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent. Das Klimaziel von Paris gilt nach bisher verbreitet verwendeter Definition allerdings erst als gerissen, wenn die Durchschnittstemperatur in einem Mittel von 20 Jahren darüber liegt.

Der 2015 in Paris verabschiedete Weltklimavertrag soll den menschengemachten Temperaturanstieg durch eine Minderung beim Treibhausgasausstoß begrenzen, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden. Der neue WMO-Bericht fasst Prognosen von 13 verschiedenen Instituten zusammen.

THEMENBILD - Ein Termomether zeigt am Dienstag, 19. Juni 2012, in der Salzburger Innenstadt 34 Grad Celsius an. Für die nächsten Tage sind in weiten Teilen Österreichs Temperaturen von bis zu 35 Grad zu erwarten. APA-FOTO: BARBARA GINDL

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER