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Training für simulierte Marsmission in Wels

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Das Team besteht aus Menschen un Robotern
©APA, FOTOKERSCHI.AT, WERNER KERSCHBAUMMAYR, WERNER KERSCHBAUM
Sechs angehende "Analog-Astronauten" trainieren am Wochenende in Wels für künftige Marsmissionssimulationen. Sie werden an der Mission Amadee-27 von 5. bis 18. April 2027 in Portugal teilnehmen und dort in der Monsaraz Analog Research Station (MARS) u.a. das Zusammenspiel von Mensch und Robotern am roten Planeten üben. Am Freitag gewährte das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) am Gelände des Logistikunternehmens Gebrüder Weiss einen Einblick in die Vorbereitungen.

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Das ÖWF veranstaltet in seinem Amadee-Programm in regelmäßigen Abständen sogenannte Analog-Marsmissionen, zuletzt etwa 2024 in Armenien oder 2020 in Israel. Im Vorjahr wurden im Rahmen des Projekts "World's Biggest Analog" 16 Habitate auf fünf Kontinenten vom ÖWF-Missions-Kontrollzentrum in Wien aus koordiniert. Ziel derartiger Simulationen ist es, die Arbeit von Astronauten in einer marsähnlichen Umgebung zu erforschen. Am Prüfstand stehen etwa Arbeitsabläufe, das Zusammenspiel von Mensch und Technik oder auch der Umgang mit der Isolation. "Es gibt wahrscheinlich 1.000 Dinge, die auf dem Mars schiefgehen können", erklärte ÖWF-Direktor Gernot Grömer, von der brechenden Schraube bis hin zu falsch geplanten Abläufen. "Mit Analogforschung können wir vielleicht 800 davon beheben, damit sie sich nicht zu Katastrophen auswachsen."

Die Mission in Portugal sei bereits die 17. ihrer Art, wie Grömer ausführte. In Monsaraz wird ein Habitat aufgebaut, das Mission Support Center steht in Wien. Vor Ort teilnehmen werden sechs Astronautinnen und Astronauten sowie "zwölf robotische Vehikel". Amadee-27 sei der erste Teil einer Doppelmission, die wahrscheinlich im Oktober 2028 in einer "nichteuropäischen Wüste" ihre Fortsetzung finden soll, verriet Grömer.

Insgesamt 17 Experimente soll das internationale und interdisziplinär zusammengestellte Team in Portugal durchführen. "Wir haben in Zusammenarbeit mit der deutschen Luft- und Raumfahrtagentur eine Gruppe von Robotern, die sich untereinander selbstständig koordinieren, um zum Beispiel Aufgaben wie Gesteinsbeprobungen oder die Exploration von neuen Gegenden vorzunehmen", beschreibt Grömer eines davon. Es geht darum, wie sich Roboter mit verschiedenen Skills autonom untereinander organisieren können, um gemeinsam eine Aufgabe zu erledigen.

Gemeinsam mit der TU München arbeitet man an der Fragestellung, wie man mit Algen Sauerstoffproduktion und -versorgung für die Astronauten gewährleisten kann. Die angehende Analog-Astronautin Renana Bruckstein aus Deutschland etwa kommt aus der Medizin und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit extremen Umweltbedingungen. "Es ist erstaunlich, wie der Mensch sich immer wieder anpasst, das zu erkunden ist eine großartige Sache."

An einer echten Marsmission werden die Analog-Astronauten wohl nie teilnehmen. Grömer schätzt, dass der erste reale bemannte Marsflug in den nächsten 20 bis 30 Jahren stattfinden werde. "Die ersten Menschen, die ihren Fuß auf den Roten Planeten setzen werden, sind schon geboren und gehen irgendwo in die Volksschule. Diese Crew gibt es schon, sie weiß es nur noch nicht."

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