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Die 28 Meter lange zweistufige Spectrum-Rakete mit fünf Satelliten an Bord sollte um 22.00 Uhr vom Weltraumbahnhof Andöya nördlich des Polarkreises abheben. Der Testflug der zweiten Mission "Onward and Upward" (Vorwärts und Aufwärts) der Rakete war seit Jänner geplant und bereits mehrfach wegen technischer Probleme oder ungünstiger Wetterbedingungen verschoben worden.
Ein für Anfang April geplanter Testflug war wegen eines vermuteten Lecks in einem mit Verbundwerkstoff ummantelten Druckbehälter (COPV) abgesagt worden. Im März vergangenen Jahres hatte das Unternehmen einen ersten Testflug unternommen. Die Rakete war dabei - ebenfalls in Andöya - erfolgreich gestartet und war nach 30 Sekunden Flug planmäßig ins Meer gestürzt. Der erste Testflug der Spectrum-Rakete war der erste Start einer Orbitalrakete in Kontinentaleuropa außerhalb Russlands. Bei der zweiten Mission sollte die Trägerrakete nun mit Nutzlast an Bord starten: fünf Kleinsatelliten und ein Experiment.
Das Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München baut Trägerraketen für den Transport kleiner und mittelgroßer Satelliten. Die zweistufige Spectrum-Rakete soll mit ihren zehn Triebwerken Nutzlasten von bis zu tausend Kilogramm in erdnahe Umlaufbahnen befördern.
Isar Aerospace wurde 2018 gegründet und hat seitdem mehr als 500 Millionen Euro an Kapital eingesammelt. Es gehört zu einer Reihe deutscher und europäischer Unternehmen, die Europa in der Raumfahrt unabhängiger von den USA und Russland machen wollen, und wird von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterstützt.
Bisher wird das lukrative Geschäft mit Trägerraketen von US-Milliardär Elon Musk dominiert. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat die teilweise wiederverwendbare Trägerrakete Falcon 9 schon hunderte Male ins All geschickt.
A model of the Isar Aerospace mini-rocket, is pictured in Munich, southern Germany, on June 8, 2021. If all goes according to plan, the startup Isar aerospace will send its first mini-rocket to the sky in less than a year. For the creators of this German nugget, who are barely 30 years old, nothing would have happened so quickly without the vitality of Munich as a hub of industrial innovation. (Photo by Christof STACHE / AFP)






