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Die große Spanne zwischen der unteren und oberen Schätzung erklärt sich laut den Forschenden durch die unterschiedlichen Datenquellen. Offizielle Statistiken und Spitaldaten unterschätzen das Problem oft massiv. Erhebungen direkt in den Dorfgemeinschaften zeichnen ein drastischeres Bild, da viele Betroffene keine medizinische Einrichtung aufsuchen. Die hohe Schätzung der Studie basiert auf diesen Erhebungen und soll das Ausmaß der Untererfassung abbilden.
Die Last der Schlangenbisse ist dabei ungleich verteilt. Auf Subsahara-Afrika entfallen allein 45 Prozent aller weltweiten Vergiftungen und Todesfälle, wie die Studie aufzeigte. Die Inzidenzrate ist dort fast dreimal so hoch wie in Südasien, der am zweitstärksten betroffenen Region. Auch Südostasien verzeichnet eine hohe Krankheitslast.
Die Analyse nach Einkommensgruppen ergab, dass Länder mit niedrigem Einkommen die höchsten Raten an Vergiftungen und Todesfällen aufweisen. In absoluten Zahlen ereignen sich die meisten Fälle in Ländern mit unterem mittlerem Einkommen. Dies unterstreicht, dass Schlangenbisse vor allem ein Gesundheitsproblem armer, ländlicher Gemeinschaften sind.
Für ihre Analyse werteten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter die seit 2007 veröffentlichte Fachliteratur aus und erstellten sogenannte geostatistische Modelle. Diese erlaubten auch Schätzungen für Länder, für die kaum oder keine verlässlichen Daten existieren. Die Studie identifizierte erhebliche Datenlücken: In 91 von 170 Ländern mit Giftschlangen fehlten robuste Daten zu Vergiftungen, in 100 Ländern sogar zu den Todesfällen.
TO GO WITH AFP NOTE BY ANA FERNANDEZ.A poisonous Fer-de-lance snake (Bothrops asper) is pictured on April 12, 2010 at the serpentarium of the Clodomiro Picado Institute in Coronado, some 8 kilometers northwest of San Jose. The Institute develops snake poison antidote for Costa Rica and other Latin American countries. AFP PHOTO/ Yuri CORTEZ (Photo by YURI CORTEZ / AFP)
