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Untersucht werden Texte vom mittelalterlichen Minnelied, beginnend mit dem 12. Jahrhundert, bis hin zu heutigen, modernen Popsongs. "Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es, literarische Kontinuitäten ebenso sichtbar zu machen wie historische Brüche und Veränderungen in den lyrischen Ausdrucksformen", so Lena Zudrell.
Im Mittelpunkt stehen wiederkehrende Themen und Motive - etwa Liebe (Minnelied) oder das Motiv des morgendlichen Erwachens (Tagelied), die in der Lyrik eine wesentliche Rolle spielen. Untersucht wird deren Wandel über Jahrhunderte hinweg und zugleich werden zentrale literaturwissenschaftliche Fragestellungen wie sich veränderte Produktions- und Rezeptionsbedingungen diskutiert.
Das Seminar zeichnet sich durch einen vergleichenden und methodisch vielseitigen Zugang aus. Studierende analysieren lyrische Texte aus unterschiedlichen Epochen - von mittelalterlicher bis moderner Literatur - und wenden verschiedene literaturwissenschaftliche Methoden eigenständig an.
Für eine besonders praxisnahe Einheit lud Lena Zudrell den Salzburger Autor und ehemaligen Deutsch-Professor Wolfgang Kauer ein, der sich in seinen Werken intensiv mit mittelalterlicher Literatur auseinandersetzt. Kauer gestaltete als Autor und Interpret eine lebendige Lehrveranstaltung, in der er eigene Texte mit Bezug zum Mittelalter präsentierte und gemeinsam mit den Studierenden analysierte. Im Fokus standen Kapitel aus dem Roman "Frau Venus auf Wanderschaft", das dem Minnesänger Ulrich von Liechtenstein eine moderne Perspektive verleiht, die satirische Erzählung "Minnesangs Ende" mit humorvollen Bezügen zu den Minneliedern Neydharts sowie das dystopische Tagelied "Es tagt". Diese Texte bildeten die Grundlage für eine praxisnahe und vergleichende Analyse zwischen mittelalterlicher und zeitgenössischer Literatur.
Die Kombination aus wissenschaftlicher Expertise von Lena Zudrell und der praxisorientierten Perspektive Wolfgang Kauers machte die Einheit zu einem großen Erfolg und verdeutlichte, wie gewinnbringend die Verbindung von Forschung, Lehre und Gegenwartsliteratur für Studierende sein kann.




