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Mehrfache Kathetereingriffe am Herzen - Reihenfolge egal

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©APA/APA/AFP./RONNY HARTMANN
Die Kathetereingriffe der Kardiologen haben in den vergangenen Jahrzehnten sowohl die Behandlung verengter Herzkranzgefäße als auch zuletzt den Ersatz verengter Aortenklappen revolutioniert. Unklar war bisher, welcher der beiden Eingriffe beim Vorliegen beider Probleme priorisiert durchgeführt werden sollte. Laut einer europäischen Studie mit österreichischer Beteiligung ist das relativ egal.

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Herzspezialistin Elisabeth Stähli vom Universitätsspital Zürich sagte zu der Studie vergangene Woche beim Europäischen Kardiologenkongress in München: "Etwa die Hälfte der TAVI-Patienten (Patienten, welche eine neue Aortenklappe per Katheter bekommen; Anm.) leidet auch an einer koronaren Herzkrankheit. Etwa zehn bis 20 Prozent werden mit einer perkutanen Koronarintervention (PCI; Kathetereingriff mit Stent-Implantation; Anm.) behandelt. In der Praxis wird bei den meisten Patienten zunächst eine PCI durchgeführt, bevor die TAVI später erfolgt."

Dabei kann die Kombination aus TAVI und anschließender PCI für manche Patientinnen und Patienten Vorteile bieten, beispielsweise aufgrund der nach der Aufdehnung der Koronargefäße benötigten Medikamente. "Obwohl es sich um ein häufiges klinisches Szenario handelt, wurde die bevorzugte Behandlungsstrategie aus PCI und TAVI bisher nicht in einer Studie mit zufälliger Zuteilung von Probanden zu den Vergleichsgruppen untersucht. Wir haben daher die TAVI-PCI-Studie konzipiert, um diese wichtige Frage zu beantworten", sagte die Spezialistin.

Die wissenschaftliche Untersuchung wurde an 48 kardiologischen Zentren in Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Schweiz durchgeführt. Patienten mit schwerer Aortenstenose und begleitender koronarer Herzkrankheit, die von einem multidisziplinären Herzteam sowohl für TAVI als auch für PCI als geeignet eingestuft wurden, wurden im Verhältnis eins zu eins per Zufall entweder der Gruppe mit TAVI gefolgt von dem Koronargefäß-Eingriff oder der Gruppe mit einer umgekehrten Reihenfolge der Herzkatheterbehandlungen zugeteilt. Die Eingriffe wurden innerhalb von ein bis 45 Tagen nacheinander durchgeführt.

An der Studie als Co-Autor beteiligt war Kardiologe Hannes Alber vom Klinikum Klagenfurt. Das Beurteilungskriterium war die Sterblichkeit aus allen Ursachen, nicht-tödlicher Herzinfarkt, neuerliche Eingriffe zur Wiederherstellung einer ausreichenden Sauerstoffversorgung des Herzens sowie neuerliche Spitalsaufnahmen wegen Herzklappenproblemen oder wegen Herzschwäche sowie Blutungen innerhalb eines Jahres. Die Probandengruppe umfasste 986 Patientinnen und Patienten mit einem Durchschnittsalter von 82 Jahren, 34 Prozent davon waren Frauen. Die wissenschaftliche Studie ist zeitgleich zu ihrer Vorstellung bei dem Kongress in München im "New England Journal of Medicine" erschienen (DOI: 10.1056/NEJMoa2606924).

Jedenfalls erwiesen sich beide Vorgangsweisen gleich gut, was die Ergebnisse zeigten. Wurde zuerst der Kathetereingriff zum Ersatz der Aortenklappe durchgeführt, kam es bei 22,2 Prozent der Kranken zu den Komplikationen, die als Maßstab verwendet wurden. Wurde hingegen der Kathetereingriff zur Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße vorgezogen, war das bei 24,2 Prozent der Fall. Damit war die erste Strategie (zunächst TAVI) nicht unterlegen. Die Resultate waren auch in allen Untergruppen der Patienten ähnlich. "Interessanterweise unterzogen sich in der TAVI-Gruppe letztendlich weniger Patienten einem nachfolgenden Kathetereingriff an den Herzkranzgefäßen. (...) Es änderte sich nach der Klappenbehandlung offenbar manchmal die klinische Entscheidungslage, ob eine PCI noch notwendig war", berichtete Elisabeth Stähli.

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