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Hohe Schutzrate bei Hochbetagten durch Covid-19-Impfung

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Impfung zeigte bei über 95-Jährigen sehr hohe Schutzrate
©APA, dpa, Marijan Murat
Wiener Wissenschafter haben jetzt eindeutig den hohen Wert der Covid-19-Impfung für Hochbetagte belegt. In einem Pflegeheim mit Personen im mittleren Alter von mehr als 85 Jahren zeigte sich eine Schutzrate durch Impfung mit einer mRNA-Vakzine von rund 80 Prozent. Bei über 95-Jährigen war sie sogar noch höher.

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"Ältere Menschen in Langzeitpflegeeinrichtungen haben ein hohes Risiko für Covid-19-bedingte Erkrankungen und Todesfälle. Dennoch liegen nur wenige Daten aus der Praxis zur Wirksamkeit und Immunogenität von Impfstoffen bei sehr alten Bevölkerungsgruppen vor. Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit der BNT162b2-Impfung (mRNA-Impfstoff, BioNTech/Pfizer; Anm.) gegen eine SARS-CoV-2-Infektion und bewertete die Antikörperreaktion nach der Impfung bei älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen, darunter auch Bewohner ab 95 Jahren", schrieben Matthias Unseld (Akademie für Altersforschung/Haus der Barmherzigkeit in Wien) und seine Co-Autoren jetzt im International Journal of Infectious Diseases (doi: 10.1016/j.ijid.2026.108682).

Der Hintergrund: Alters- und speziell Pflegeheime sind seit 2020 überproportional von Covid-19-Infektionen betroffen. Die Bewohner, zumeist hochbetagt, an mehreren Krankheiten leidend und gebrechlich, sind besonders für schwere Krankheitsverläufe gefährdet. Außerdem wird seit langem immer wieder darauf hingewiesen, dass die Immunantwort auf Impfungen im Alter schwächer wird.

Die Wissenschafter führten deshalb eine Auswertung der Daten aus Krankenakten und Laborbefunden in einem Wiener Pflegeheim mit 350 zumeist voll belegten Betten durch. Die Analyse hatte ihren Schwerpunkt bei den Covid-19-Infektionen im März/April des Jahres 2021. Zuvor waren die Bewohner zumindest zweimal mit dem BioNTech/Pfizer-mRNA-Impfstoff geimpft worden. Es handelt sich somit um eine Studie mit Daten aus dem realen Leben.

Die Analyse umfasste 350 Bewohner der Langzeitpflegeeinrichtung. In die Untersuchung aufgenommen wurden alle Bewohner, die bis Juni 2021 nach der Impfung positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden (38 Personen). Jeder infizierten Person wurden zwei nicht infizierte Bewohner in vergleichbarer Verfassung hinsichtlich Alter, Geschlecht und des vor der Infektion gemessenen geriatrischen Ernährungsrisikoindex zugeordnet. Die Gesamtstichprobe umfasste somit 114 Bewohner (38 Infizierte, 76 nicht infizierte Kontrollpersonen).

Laut den Wissenschaftern sprechen die Ergebnisse für einen großen Wert der Covid-19-Schutzimpfung auch für Hochbetagte. "Die Impfung war mit einem signifikant reduzierten Infektionsrisiko verbunden, was einer Schutzrate von 80 Prozent entspricht", heißt es in der jetzt publizierten Studie.

Bei Bewohnern ab 95 Jahren betrug die Wirksamkeit sogar 94 Prozent. Insgesamt erreichten 82,8 Prozent der geimpften Bewohner ausreichende Antikörperkonzentrationen, wobei kein signifikanter Zusammenhang zwischen Alter und Antikörperspiegel festgestellt wurde. Bei den über 95-Jährigen wiesen sogar 90,9 Prozent für einen Schutz ausreichende Antikörperkonzentrationen auf.

"Die Impfung mit BNT162b2 bot einen erheblichen Schutz und eine robuste Antikörperreaktion bei Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen, einschließlich sehr alter Menschen, was die Wirksamkeit der mRNA-Impfung bei besonders gefährdeten in Pflegeinstitutionen lebenden Bevölkerungsgruppen belegt", fassten die Studienautoren ihre Erkenntnisse zusammen.

18.10.2022, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Mann wird in einem Impfzentrum in der Innenstadt mit dem an die Corona-Variante Omikron BA.4-5 angepassten Comirnaty-Wirkstoff von Biontech geimpft. In Baden-Württemberg haben sich zuletzt wieder mehr Menschen eine Corona-Auffrischungsimpfung geben lassen. Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.

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