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Ein Team um Nathan Ranc von der Universität Toulouse (Frankreich) lauschte von 2001 bis 2017 an 8.991 Standorten in 13 europäischen Ländern wie Österreich, Ungarn, Kroatien, Bulgarien und Griechenland, wo es Goldschakale gibt: "Wir haben dabei zuvor aufgenommene Goldschakal-Gruppenrufe abgespielt", sagte Hatlauf vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien der APA: "Das animiert sie zu einer Antwort, weil sie damit ihr Revier markieren und verteidigen."
Wo das Land im Jahreszyklus nicht allzu lange von Schnee bedeckt ist, Gewässer in der Nähe und lichte Wälder sind, war die Chance höher, dass Goldschakale auf die Rufe antworteten - also dort ein Revier hatten. "Die Anwesenheit von Wölfen erwies sich hingegen als stärkster Faktor, der das Vorkommen der Schakale einschränkt", heißt es in der Fachpublikation: "Goldschakale sind am ehesten dort anzutreffen, wo keine Wölfe leben, und am seltensten in den Kerngebieten stabiler Wolfsrudel."
In Österreich gibt es im Vergleich zu anderen Ländern relativ wenige Nachweise von Wölfen und bisher kaum Überschneidungen mit bekannten Vorkommen von Goldschakalen, erklärte Hatlauf. Demnach haben die Wölfe hierzulande bisher wohl wenig Einfluss auf die Ausbreitung der Schakale, die 2023 bereits in allen Bundesländern außer Vorarlberg nachgewiesen wurden.
In anderen Ländern wie Kroatien und Bulgarien gibt es aber stabile Wolfspopulationen und auch schon viele Goldschakale. Dort meiden die etwa fuchsgroßen Zuzügler aus dem Südosten ihre deutlich größeren Verwandten aber mit gutem Grund. "Es wurden schon nachweislich von Wölfen getötete Goldschakale gefunden", so die Wissenschafterin. Sie weichen dann eher in die Nähe zu menschlichen Siedlungen aus, die Wölfe meiden. Die Anwesenheit von Menschen wirkt damit als eine Art "Schutzschirm" für die Goldschakale und kann ihre Ausbreitung erleichtern.
Laut Analysen der Forscherinnen und Forscher würden die Goldschakale in ganz Kontinentaleuropa viele gute Lebensräume vorfinden. Nicht zuletzt mithilfe des von Menschen hervorgerufenen Schutzschirms könnten sie theoretisch bis zu 75 Prozent des Kontinents besiedeln. "Dies ist fast sechsmal so viel wie das derzeitige Gebiet", schrieben sie. In Österreich stellten sich tiefer gelegene, wärmere, strukturreiche und schneearme Landschaften als besonders geeignet heraus, also viele außeralpine Gebiete im Osten und Südosten. Zum Beispiel in Niederösterreich, im Burgenland, der Steiermark und dem südlichen Kärnten. Aber auch das Inntal in Tirol und die Gegend um den Bodensee wären laut der in der Fachpublikation veröffentlichten Karte ein guter Lebensraum für die goldgelben Verwandten von Fuchs, Wolf und Hund.
"Seit der Datensammlung für die nun veröffentlichte Studie gab es aber auch wiederholt Nachweise sogar in höheren Lagen", sagte die Expertin: "Es bleibt also spannend zu beobachten, wo sie tatsächlich überall leben können, denn die Goldschakale überraschen uns immer aufs Neue." Außerdem sei der Forschungsbedarf für die erst jüngst in weiten Teilen Europas vorkommenden Tiere hoch. Verglichen mit anderen heimischen Wildtieren ist noch recht wenig über ihre Lebensweise bekannt.
S E R V I C E - Link zur Fachpublikation: https://doi.org/10.1038/s41559-026-03060-y und zum Goldschakal Projekt Österreich: https://www.goldschakal.at/
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/BOKU University / J. Hatlauf/J. Hatlauf






